Als Deutschland erstmals einig wurde

Reise in die Bismarckzeit

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Erscheinungstermin 07.10.2021 | Archivierungsdatum 01.06.2022

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Zum Inhalt

Als sich Wilhelm I. – von Bismarck dazu gedrängt – 1871 zum Kaiser krönen ließ, war ›sein‹ Berlin noch »die einzige europäische Großstadt, in welcher wir tagtäglich an den Ufern stinkender Rinnsteine wandeln« – Kanalisation gab es nicht. Als 1890 Bismarck ging, waren 144 Kilometer an Kanälen gebaut und 584 Kilometer an Rohrleitungen verlegt.
Was das für die Nasen der Bewohner und die Bewegungsfreiheit des Verkehrs bedeutete, kann man in Bruno Preisendörfers Buch nachlesen.

Ähnlich ging es überall. In unglaublicher Geschwindigkeit wurden Tausende Kilometer Eisenbahnlinien, Strom- und Telegraphenleitungen verlegt, Fabriken gebaut, die Bevölkerung vervielfachte sich. Das Gefälle zwischen Reich und Arm wuchs enorm, alte Arbeits- und Familienstrukturen sowie Wertesysteme zerbrachen. In Bruno Preisendörfers Zeitreise spazieren wir durch die Wilhelmstraße und lernen Haus für Haus ihre Bewohner kennen, besuchen Cafés, Ateliers und Tanzpaläste genauso wie Fabriken, Amtsstuben und Hinterhöfe. Wir zuckeln mit der Bahn in 16 Stunden von Berlin nach Köln, erleben, wie die ersten sechs Mädchen zum Abitur zugelassen werden und wie mit Franziska Tiburtius die erste Ärztin eine Praxis aufmacht. Wir tafeln mit Fontane, gehen mit Ferdinand Lasalle zum Duell, mit Marx zur Arbeiterversammlung, mit Bismarck in den Krieg und mit dem Kaiser zur Krönung.

Als sich Wilhelm I. – von Bismarck dazu gedrängt – 1871 zum Kaiser krönen ließ, war ›sein‹ Berlin noch »die einzige europäische Großstadt, in welcher wir tagtäglich an den Ufern stinkender Rinnsteine...


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AUSGABE Anderes Format
ISBN 9783869712000
PREIS 25,00 € (EUR)

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Rezensionen der NetGalley-Mitglieder

Inhalt:: Als sich Wilhelm I. – von Bismarck dazu gedrängt – 1871 zum Kaiser krönen ließ, war ›sein‹ Berlin noch »die einzige europäische Großstadt, in welcher wir tagtäglich an den Ufern stinkender Rinnsteine wandeln« – Kanalisation gab es nicht. Als 1890 Bismarck ging, waren 144 Kilometer an Kanälen gebaut und 584 Kilometer an Rohrleitungen verlegt. Was das für die Nasen der Bewohner und die Bewegungsfreiheit des Verkehrs bedeutete, kann man in Bruno Preisendörfers Buch nachlesen. Meinung: Seit meiner Kindheit träume ich von Zeitreisen, einfach mal so vorbeischauen in einem anderen Jahrhundert, wie die Leute damals gelebt haben. Preisendörfer hat wieder ein tolles Buch geschrieben und es mit einer gut verständlichen Beschreibung der Lebensumstände in dem Jahrhundert möglich gemacht uns in einer anderen Zeit umzuschauen. Der Alltag in dieser Zeit ist uns doch nicht wirklich geläufig und wenn wir davon lesen, entlockt uns das oft ein Kopfschütteln allerdings war die Beschreibung hochinteressant. So führte Otto von Bismarck die fortschrittlichsten Sozialgesetze der damaligen Welt ein und galt unter anderem als „politisches Genie“. Man wird immer wieder auf dieses Buch zurückgreifen, um nachzulesen, wie es früher so gewesen ist. Fazit: Nach diesem Buch lernt man, die zivilisatorischen Fortschritte unserer Zeit nochmal zu schätzen Das Buch hat mir gut gefallen, ich kann den Autor nur bewundern und das Buch empfehlen.

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Bruno Preisendörfer hat mit diesem Buch ein detailliertes Werk zur Einigung der zahlreichen deutschen Kleinstaaten, Freistädten und den beiden Königreichen Bayern und Preußen zu einem Kaiserreich geschaffen. Die Königswürden von Bayern und Preußen blieben unangetastet. Der preußische König erhielt zusätzlich den Titel „Deutscher Kaiser“. In folgenden Kapiteln geht er auf die damalige Situation ein und analysiert sie. Einleitung in den Spiegelsaal der Geschichte Am Anfang die Revolution Besuch in der neuen Hauptstadt Kapellmeister Piefke und die Einigungskriege Gründerzeit - Gründerkrach Die alte Gesellschaft Das neue deutsche Leben Errungenschaften Großbürger, Bildungsbürger, Kleinbürger Große Fragen Große Männer Am Ende der Abstieg Den Abschluss bildet dann noch ein Bildteil sowie ein ausführliches Quellenverzeichnis. Manches, was den deutschen Lesern heute selbstverständlich erscheint, ist eine Errungenschaft des auch immer wieder geschmähten Otto von Bismarck, der eine schillernde Figur dieser Einigung und der späteren Jahre war. Besonders interessant finde ich die Passagen um den deutschen Kolonialismus, der ja bekanntlich erst sehr spät so um 1884 einsetzt. England, Frankreich, die Niederlande sowie Spanien und Portugal haben sich die Welt bereits längst unter sich aufgeteilt. Nur ein paar Flecken in Afrika und Ozeanien sind noch „zu haben“. Bismarck war kein Freund dieser imperialistischen Bestrebungen, die ursprünglich von privaten Vereinen und/oder Handelshäusern angestrebt worden sind. Otto von Bismarck kann getrost als Vater der Einigung Deutschlands bezeichnet werden, einem Deutschland, das 1918 und dann 1945 wieder geteilt wurde. Lange Jahre bestehen zwei deutsche Staaten. Erst der deutsch-deutsche Einigungsvertrag von 1990 vereint die Bundesrepublik Deutschland und die Deutsche Demokratische Republik wieder. Ob das Bismarck gefallen würde? Fazit: Das Buch ist ein tolles Nachlesewerk, wenn wieder eine kniffelige Frage auftaucht. Gerne gebe ich hier eine Leseempfehlung und 5 Sterne.

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