SCHWEIG!

Thriller

Sie müssen sich anmelden, um zu sehen, ob dieser Titel für Anfragen zur Verfügung steht.
Erscheinungstermin 09.09.2021 | Archivierungsdatum 04.03.2022

Sprechen Sie über dieses Buch? Dann nutzen Sie dabei #SCHWEIG #NetGalleyDE! Weitere Hashtag-Tipps


Zum Inhalt

Was würdest du tun, um deine Schwester zu retten? Und was, um sie loszuwerden?

Am Tag vor Heiligabend fährt Esther in den Wald zum Haus ihrer Schwester, um ihr ein Geschenk und eine Flasche Wein zu bringen. Ein Schneesturm setzt ein. Das Geschenk wird nicht geöffnet. Der Wein schon. Dinge werden gesagt, die besser ungesagt blieben. Und Taten werden begangen, die nie mehr rückgängig gemacht werden können.

Eigentlich muss Esther ihr Weihnachtsfest mit Ehemann und Kindern in der Stadt vorbereiten: einkaufen, Tanne besorgen – es wäre genug zu tun. Doch ihre Schwester Sue, die seit ihrer Scheidung völlig allein in einem riesigen Haus tief im Wald lebt, geht ihr nicht aus dem Kopf. Und so setzt sie sich ins Auto und fährt los. Aber nur um nachzusehen, ob alles in Ordnung ist und ob Sue zumindest ihre Tabletten nimmt. In die Stadt einladen kann sie sie nicht. Denn was, wenn sie wieder durchdreht – wie letztes Jahr? Am Haus im Wald angekommen, stellt Esther fest, dass Sue sie loswerden will. Was hat sie zu verbergen? Ein Schneesturm setzt ein. Zum ersten Mal seit ihrer Kindheit kommen die Schwestern ins Gespräch, und kein Stein bleibt auf dem anderen – bis eine der beiden zum Messer greift. Während der Schnee alles verdeckt und jedes Geräusch erstickt ...

Judith Merchant lässt in ihrem neuen psychologischen Spannungsroman zwei unzuverlässige Erzählerinnen gegeneinander antreten – in einem unheimlich intensiven Kammerspiel um eine toxische Beziehung, in der nichts so ist, wie es scheint.

Was würdest du tun, um deine Schwester zu retten? Und was, um sie loszuwerden?

Am Tag vor Heiligabend fährt Esther in den Wald zum Haus ihrer Schwester, um ihr ein Geschenk und eine Flasche Wein zu...


Verfügbare Ausgaben

AUSGABE Anderes Format
ISBN 9783462001334
PREIS 15,00 € (EUR)

Auf NetGalley verfügbar

NetGalley Bücherregal App (EPUB)
An Kindle senden (MOBI)
Download (EPUB)

Rezensionen der NetGalley-Mitglieder

SCHWEIG! von Judith Merchant erzählt vom Konflikt zweier Schwestern, die jede ihre eigenen Verletzungen und Wahrheiten haben. Ein explosives Gemisch, vor allem zu Weihnachten. Das Buch entwickelt einen Sog, dem ich mich nicht entziehen konnte. Also habe ich es in einem Rutsch gelesen.

War diese Rezension hilfreich?

Judith Merchant studierte Literaturwissenschaft und unterrichtet heute " Kreatives Schreiben". Ihr Roman "Atme" stand lange Zeit auf den Bestsellerlisten. Esther besucht kurz vor Weihnachten ihre Schwester Sue, um ihr aus Pflichtbewußtsein schnell noch ein Geschenk vorbeizubringen. Dort angekommen, merkt sie ziemlich schnell, dass sie nicht willkommen ist, ihre Schwester sie schnell wieder loswerden will. Und schon brechen alte Konflikte auf und die Geschichte erreicht einen Kulminationspunkt, an dessen Ende ein grausamer Mord passiert.. Die Quintessenz dieses überaus spannenden Psychothrillers ist eine Beziehung zwischen Geschwistern, die eigentlich Rivalen sind, und deren Verbindung Teil eines größeren familiären Konflikts ist. Von der Autorin durch die Beschreibung bestimmter Erlebnisse in der Kindheit der beiden Schwestern deutlich gemacht. Der ambivalente Charakter dieser toxischen Beziehung, die nicht freiwillig gewählt wurde, zieht sich wie ein roter Faden durch das ganze Buch. Gut gefallen hat mir die Steigerung, die dieser Psychothriller entwickelt, es fängt ziemlich harmlos an und steuert immer mehr auf eine Katastrophe zu. Die Charaktere waren mir alle nicht sonderlich sympathisch, aber glaubwürdig , lebensnah und nachvollziehbar. Hat mir großen Spass gemacht und für mich gibt es eine klare Leseempfehlung

War diese Rezension hilfreich?

Das Cover passt hervorragend zu dem Buch. Die Geschichte ist atemraubend und spannend erzählt. Der Schreibstil ist sehr flüssig. Die Charaktere sind bildhaft beschrieben. Man kann sich in jede Person hineinversetzen. Die Geschichte nimmt einen total gefangen. Ein absolut toller Thriller. Von mir gibt es eine absolute Leseempfehlung. #SCHWEIG #NetGalleyDE

War diese Rezension hilfreich?

Esther, die große Schwester, macht sich Sorgen. Ihre Kleine Schwester lebt mutterseelenallein in einem großen Haus mitten im tiefen Wald. Da morgen Heiligabend ist, macht sie sich mit einem kleinen Geschenk und einer Flasche Wein zu ihr auf. Wohl wissend, dass ihre kleine Schwester Sue sie nicht mit offenen Armen empfangene wird. Ich muss sagen, die beiden Schwestern sind schon sehr speziell. Esther hat in mir den Eindruck der Übermutter hinterlassen. Eine Frau die mit ihrer Liebe alles und jeden erdrückt, denn eigentlich will sie die Kontrolle über alles. Die Kontrolle über ihre Schwester, ihren Ehemann Martin und auch über ihre beiden Kinder. Erst im Laufe der Geschichte erfährt der Leser wie manipulativ sie dabei ist. Aber auch Sue hat so ihre Eigenheiten und Geheimnisse. Sie, die auf minimalen Konsum aus ist, die Ruhe sucht und versucht in der Natur Kraft zu schöpfen, wird von Esther als unnormal stilisiert. Aber ist sie das wirklich? Ist nicht Esther vielleicht selbst seelisch krank? Warum nennt sie sonst ihre kleine Schwester bis heute Schnecke. Beide Schwestern allein in der Hütte nehmen sich endlich die Zeit sich auszusprechen und was noch wichtiger ist, sich gegenseitig zuzuhören. Was sich daraus entwickelt? Das sollte jeder selbst nachlesen, denn diese Geschichte ist es wert gelesen zu werden. Von mir gibt’s 4 Lese-Sterne.

War diese Rezension hilfreich?

Die ewige Schwester Tja, Freunde kann man sich aussuchen, die Familie/ Geschwister leider nicht. Esther, ein Familienmensch, verheiratet und zwei Kinder, Sue geschieden und anscheinend psychisch angeschlagen. Esther eher etwas chaotisch, Sue dagegen äußerst penibel. Ein Tag vor Heiligabend und 107 km liegen zwischen Esther und Sue. Und es schneit…. Eigentlich möchten sie das Treffen beide nicht, aber es weihnachtet und, na es gehört sich für Esther eben so. Also besucht Esther ihre kleine Schwester, um ihr ein Geschenk vorbeizubringen. Esther als große Schwester ist eine Kümmererin, die sich ständig Sorgen um ihre kleine Schwester macht und diese kontrolliert und maßregelt, Sue dagegen die alleine in einem großen Haus im Wald lebt, ist genervt und möchte eigentlich nur ihre Ruhe. Das kann ja nicht gutgehen und so nimmt das Unglück seinen Lauf…. In teilweise sehr kurzen Kapiteln ist man praktisch mitten im „Streitgespräch“ der beiden Schwestern. Aber auch Martin kommt zu Wort und Rückblicke in die Vergangenheit werden ebenfalls beleuchtet. Die Charaktere der Protagonisten sind so lebendig und realistisch abgebildet, dass man unwillkürlich mitfiebert und streckenweise fast schon von beiden Schwestern richtiggehend genervt ist. Dann geschieht auch noch ein Unglück……. Obwohl es sich hier eigentlich um einen ganz unspektakulären, unblutigen Thriller handelt, kann man das Buch kaum aus der Hand legen. Spannung pur! Unbedingt lesen!

War diese Rezension hilfreich?

Spannender Perspektivwechsel Inhalt: Am 23. Dezember macht sich Esther auf den Weg zu ihrer Schwester Sue, die alleine in einem abgelegenen Haus im Wald wohnt. Die Beziehung der Schwestern ist nicht sehr gut, dennoch will Esther sicher sein, dass ihre Schwester in der Zeit um Weihnachten sich nichts antut. So macht sie sich mit einem Weihnachtsgeschenk und einer Flasche Wein auf den Weg um ihr einen kurzen Besuch abzustatten. Meinung: Das Buch beginnt harmonisch und man kommt sogar im Sommer schon in Weihnachtsstimmung. Die wechselnden Erzähl-Perspektiven bringen nach und nach mehr Wahrheit ans Licht und man merkt, wie man als Leser selbst doch sehr geblendet durch die ersten Seiten des Buchs gegangen ist. Nichts ist mehr so klar, wie es scheint. Vorhersagen, die man am Anfang des Buches getroffen hat, laufen in eine völlig andere Richtung und die toxische Beziehung wird von Seite zu Seite aufgedeckt. Fazit: Ein Buch mit einer außergewöhnlichen Erzählweise, die dazu beiträgt, die Spannung immer weiter aufzubauen. Für mich nicht unbedingt der klassische Thriller, da es nicht richtig schaurig und blutig wird, aber dennoch ein wirklicher Knaller. Daher gebe ich hier sehr gerne volle 5 von 5 Sternen.

War diese Rezension hilfreich?

Fesselnder Psychothriller Die verheiratete Esther macht sich am Tag vor Heiligabend zu ihrer jüngeren Schwester Sue auf. Diese wohnt nach einer Trennung sehr abgeschieden im Wald. Sehr schnell wird deutlich, dass die Schwestern eine toxische Beziehung zueinander haben. Hat man als Leser zunächst ein klares Bild davon, welche Schwester welche Rolle innehat, ändert sich dies jedoch bald. Grausamkeiten, Intrigen und Psychospiele kommen im Gespräch und in den eingeflochtenen Erinnerungen der Schwestern ans Tageslicht. Besonders durch die Erinnerungen wird klar, warum die eine Schwester eine ungesunde Kontrollsucht entwickelt hat. Dann kommt noch Esthers Ehemann Martin ins Spiel, der zu seiner Frau eine genauso kranke Beziehung hat wie die beiden Schwestern untereinander. Das Buch ist in kurzen Kapiteln geschrieben, in denen ständig die Perspektive zwischen Esther, Sue und Martin gewechselt wird. Dadurch bleibt es hochspannend und man kann die Geschehnisse aus verschiedenen Blickwinkeln beurteilen. Man fiebert mit und wünscht sich fast, dass etwas Schlimmes passiert, um den krankhaften Verhaltensweisen endlich ein Ende zu setzen. Die einsame, zugeschneite Waldgegend verstärkt die unheimliche Atmosphäre noch. Das Buch ist so fesselnd, dass ich es kaum aus der Hand legen konnte. Ein sehr gelungener Psychothriller, den ich sehr gerne weiter empfehle!

War diese Rezension hilfreich?

Das Cover von Judith Merchant´s Buch "Schweig" besteht eigenlich nur aus schwarz und weiß, mit einem kleinen Rotanteil. Und das hat mich doch sehr neugierig gemacht. Auch die Inhaltsangabe fand ich interessant. Esther besucht am Tag vor Heiligabend ihre Schwester Sue. Diese lebt, im Gegenteil zu Esther einsam in einem großen Haus im Wald. Beide sind sehr unterschiedlich. Beide Schwestern kommen in dem Roman zu Wort. Teilweise auch in der Vergangenheit. Esther probiert Alle und Jeden zu beherrschen. Irgendwann wurde mir auch klar warum? Man kann seine Vergangenheit nicht so einfach hinter sich lassen. Besonders dann wenn von den Eltern so gar kein Rückhalt gegeben ist. Sehr spannend geschrieben. Mit einigen Wendungen. Kannte diese Schriftstellerin bis jetzt noch nicht. Aber das muss ich unbedingt nachholen. Ich finde das dieser Thriller unbedingt verfilmt werden sollte.

War diese Rezension hilfreich?

Das Buch spielt am Vorabend vor dem Heiligen Abend. Esther will nur geschwind ihrer Schwester ein Geschenk vorbeibringen. Diese lebt einsam in einem Haus im Wald und alles ist so fürchterlich kompliziert mit ihr. Dabei hat Esther ja auch noch die ellenlange ToDo Liste für Weihnachten abzuarbeiten, aber wenigstens kurz mal vorbeischauen will sie. Dann beginnt ein Kammerspiel de Luxe. Die beiden Frauen in dem einsamen Haus, draußen bahnt sich ein Schneesturm an und drinnen beginnt ein Sturm der anderen Art. Anfangs scheint alles klar, die Rollen der Schwestern sind nachvollziehbar, doch dann wechselt die Erzählperspektive von Esther zu ihrer Schwester - und nichts mehr ist eindeutig. Das bleibt so während des Buches, diese abwechselnde Perspektive und so entblättert sich Seite um Seite eine zutiefst toxische Beziehung, die mit einem großen Showdown endet. Die dichte Kammerspielatmosphäre, die mit voller Konzentration auf diese eine Szene (o.k. Rückblenden gab es schon auch) fokussiert war, machte es unglaublich spannend. Eine nicht alltägliche Erzählweise, die ich sehr intensiv empfand. Das Ende hat mir dann nochmal einen Schauer über den Rücken laufen lassen.

War diese Rezension hilfreich?

Vor zwei Jahren meldete sich die Autorin mit „Atme!" zurück an die „Thriller-Front“. Als E-Book ist jetzt bereits ihr neuestes Werk „Schweig!“erschienen. Angelockt von dem markanten Covertext „Was würdest du tun, um deine Schwester zu retten? Und was, um sie loszuwerden?“ und in Kenntnis der bereits zuvor erschienen Bücher der Autorin, war ich gespannt was mich hier erwartet: Von drei Personen wird die Geschichte erzählt, die einen Tag vor Heiligabend beginnt. Doch niemals darf man auf das „Erstgelesene“ vertrauen, denn ganz schnell wendet sich das Blatt, wenn eine andere Person „zu Wort“ kommt und dann sieht wieder alles ganz anders aus und das eben Gelesene erscheint in einem ganz anderen Licht! Achtung Spoiler Esther und Martin sind verheiratet und haben zwei Kinder. Die Familie bereitet sich mit dem üblichen Trubel rund um Weihnachten auf die Feiertage vor. Alles könnte in bester Ordnung sein, wäre da nicht Sue, Esthers jüngere Schwester…. Esther fühlt sich irgendwie verantwortlich für Sue, was durch Geschehnisse in ihrer Kindheit verankert ist. Obwohl im letzten Jahr an Weihnachten Sues Besuch bei ihnen mit reichlich Stress und Turbulenzen verbunden war - denn einer von ihnen landete im Krankenhaus - kann Esther nicht anders und sie macht sich mit einem kleinen Geschenk und einer Flasche Wein auf den Weg zu ihrer Schwester.  Die lebt nach einer unschönen Trennung nun ganz allein in einem viel zu großen Haus im Wald. Der Weg dorthin ist beschwerlich, zumal reichlich Schnee gefallen ist…. Das Wiedersehen der beiden Schwestern gestaltet sich schwierig. Am liebsten hätte Sue sich unsichtbar gemacht, damit ihre Schwester sie nicht findet, doch daran ist nicht zu denken. Sue liebt ihre selbstgewählte Einsamkeit im Wald und will nur ihre Ruhe, ganz besonders will sie kein zweites Weihnachten wie im Jahr zuvor… Nach einem recht emotionalen und aufreibenden Gespräch zwischen den beiden Schwestern, will Esther nur noch eins  – nach Hause, doch das ist nicht möglich, denn ein schwerer Schneesturm hindert sie daran, auch kann sie Martin nicht erreichen, denn es gibt keinen Netzempfang hier draußen… Martin hatte Esther noch dringend gebeten nicht zu Sue zu fahren, denn die Ereignisse des letzten Jahres klingen bei ihm immer noch nach. Mehrfach versucht er seine Frau zu erreichen, doch sie antwortet nicht. Langsam wird er unruhig und ihm kommen die schlimmsten Gedanken. Um diese zu vertreiben, helfen ihm auch diesmal nicht wie sonst die „flüssigen Geister“, kurzum setzt er sich ins Auto um nach dem Rechten zu schauen..... .... dann nimmt das Unheil seinen Lauf! Spoiler Ende Das Buch liest sich gut, obwohl an manchen Stellen mir eine etwas kürzere Passage besser gefallen hätte. Ganz besonders gelungen finde ich den flüssigen „Perspektivwechsel“ von einer erzählenden Figur zur anderen, so dass man von „Null auf Gleich“ eine völlige andere Version der Ereignisse präsentiert bekommt. Ein Psycho-Duell der besonderen Art erlebt man zwischen den beiden Schwestern, was einen tiefen Abgrund offenbart, aber auch der dritte im Bunde – Martin – entpuppt sich als „Überraschung“ (- obwohl -  ich ahnte schon so etwas). Ganz ehrlich, keine der drei Hauptfiguren war mir sympathisch und kennenlernen würde ich sie auch nicht wollen. Durch die wunderbare Erzähltechnik der Autorin hat man die ganze Szenerie bildhaft vor Augen und ist bei ihren „Scharmützeln“ direkt vor Ort. Auch wenn manche Wendung nicht unbedingt überraschend für mich kam, habe ich das Buch gern gelesen und mich dabei gut unterhalten gefühlt, weshalb ich durchaus vier von fünf möglichen Punkten vergebe! Fazit: Toller Erzählstil, der ein wendungsreiches Psycho-Duell offenbart,  das seines gleichen sucht! Lesenswert!

War diese Rezension hilfreich?

Heiligabend, ein Tag, den man eigentlich entspannt mit der Familie verbringen sollte. Auch bei Esther laufen die Vorbereitungen auf Hochtouren, damit sie mit ihrem Mann und den beiden Kindern einen Abend wie im Bilderbuch verbringen kann. Das ist ihr Anspruch, weniger ist nicht akzeptabel. Aber sie muss vorher noch etwas erledigen, einen Besuch, vor dem sie sich fürchtet. Bei ihrer Schwester, die in einem einsamen Haus knapp eineinhalb Stunden entfernt lebt. Sie weiß, dass es ihr nach der Trennung von ihrem Mann schlecht geht, umso wichtiger ist es, dass sie als ältere Schwester sie besucht und sich kümmert. Sie hat sich immer schon um Schnecke gekümmert, wie sie sie liebevoll seit Kindheitstagen nennt. Sie weiß aber auch, dass sie wieder in Streit geraten werden. Und so kommt es auch, doch es bleibt nicht beim Streit, die Lage wird völlig eskalieren. Judith Merchant lässt ihre beiden Protagonistinnen frei aufeinander losgehen. Es ist der Kampf zwischen zwei Schwestern, die geübt sind im Kämpfen. Von klein auf haben sie nichts Anderes getan. Für den Leser scheint die Lage klar, obwohl abwechselnd die beiden Perspektiven präsentiert werden, nimmt man schnell Position ein und hofft, dass die Lage vielleicht doch nicht völlig aus dem Ruder läuft, auch wenn von der ersten Seite an klar ist, dass das der Fall sein wird. Bald schon bekommt die Klarheit jedoch Risse, das Verhältnis der Schwestern differenziert sich und die Fronten sind bei weitem nicht mehr so eindeutig, wie sie vorher schienen. Wie so oft gibt es zwei Wahrheiten, zwei Sichtweisen und Kategorien wie richtig und falsch greifen nicht mehr. Man beginnt zu zögern, zu hadern: wem will man mehr glauben, welche Sichtweise ist überzeugender? Als Leser gerät man zwischen die beiden, versucht sich für eine Seite zu entscheiden und weiß doch nicht, was richtig ist. Perfekt orchestriert die Autorin die Eskalation, immer, wenn man denkt, gerade die Lage zu fassen zu bekommen, präsentiert sie ein neues Puzzleteilchen, das nur zu einer weiteren Eskalationsstufe führt und die Beziehung der beiden Frauen komplexer gestaltet. Ein Drama in zig Akten, das in einer Tragödie endet, bei der alle irgendwie schuldig und unschuldig zugleich sind, aber auf jeden Fall alle zum Verlierer werden. Ein Psychothriller, der unter die Haut geht. Mit minimaler Ausstattung – zwei Frauen, ein Haus, ein Wintertag – ein Maximum an Emotion und psychologischer Kriegsführung.

War diese Rezension hilfreich?

"Schweig! von Judith Merchant ist ein wirklich großartiger Thriller, der zunächst leise daherkommt und ganz nebenbei immer mehr Fahrt aufnimmt. Das Buch ist alles andere als ein brutaler Reißer. Vielmehr erzählt die Autorin hier beschaulich und fast beiläufig. Im Mittelpunkt stehen Esther und Sue - ein ungleiches Schwesternpaar. Die beiden haben scheinbar nichts gemeinsam. Sie sind wie zwei gleiche Magnetpole, die sich abstoßen. Und doch ist da irgendein Band zwischen ihnen. Am Tag vor Heiligabend kommt es zum Showdown. Esther besucht ihre Schwester in ihrem abgelegenen Haus im Wald. Zwischen ihnen entwickelt sich ein Psychospiel, dass zum ausgewachsenen Familiendrama wird, als auch noch Esthers Ehemann Martin ins Spiel kommt. Emotionen kochen hoch. Sämtliche Fassaden bekommen Rissen. Es werden Steine ins Rollen gebracht, die sich nicht aufhalten lassen. Der Plot hat mich als Leser immer mehr in seinen Bann gezogen. Immer tiefer habe ich mich gefühlsmäßig in die Story verwickeln lassen. Wobei ich zu keinem Zeitpunkt wusste, welcher Sicht der Dinge ich nun trauen kann. So bleibt "Schweig!" bis zum Schluss absolut überraschend. Ein herrlich tiefgründiger Thriller, der viel Spielraum für eigene Gedanken lässt. Insgesamt war "Schweig!" für mich wie ein Theaterstück. Ich könnte mir die Handlung perfekt als dramatische Inszenierung auf der Bühne vorstellen.

War diese Rezension hilfreich?

Zum Inhalt: Einen Tag vor Weihnachten führt Esther zu ihrer Schwester und das obwohl sie eigentlich noch genug zu tun vor dem Weihnachtsfest. Doch da ihre Schwester allein im Wald lebt und sie psychisch nicht so stabil ist, fährt sie hin. Dort angekommen hat sie das Gefühl dass ihre Schwester sie einfach nur los werden will. Und dann kommen sie doch in ein Gespräche und es werden Dinge aufgerollt, die Konsequenzen haben könnten. Meine Meinung: Erst bin ich ja nicht so warm geworden mit em Schreibstil. Dieses ständige Wechseln zwischen den Protagonisten erfordert schon eine Menge Aufmerksamkeit. Irgendwann ist man dann aber drin und dann entwickelt sich ein Sog, der vom Feinsten ist. Es entsteht ein Spannungsbogen und ein unterschwelliges ungutes Gefühl, dass sich auch immer mehr steigert. Ich fand es am Ende dann doch ziemlich gut, weil hier sehr mit der Psyche und der Vorstellungskraft gespielt wird und das ohne viel Blutvergießen. Fazit: Was für ein Verwirrspiel

War diese Rezension hilfreich?

Mir hat schon der erste Krimi von Ihr gut gefallen,aber dieser ist grandios.Zugegebenerweise tat ich mich anfangs etwas schwer,aber dann war ich echt gefesselt.Die eigentlich ganz einfache Story entwickelt sich rasent und ist total spannend bis zur letzten Seite.Man bleibt sehr geschockt zurück.Alles ist sehr subtil und psychologsich erzählt.Unbedingt lesen!!!!

War diese Rezension hilfreich?

Psyche Die Schriftstellerin Judith Merchant versteht es spannende Psychothriller zu schreiben. Der neue Roman „Schweig“ ist ein beeindruckendes Werk. Die Autorin hat eine bizzare Fantasie. Hier sind es zwei Schwestern, die eine wahre Hassliebe entwickelt haben. Eine ist die Schöne und die andere die Kluge. Ester ist verheiratet und hat zwei Kinder. Einen Tag vor Weihnachten fährt sie Sue genannt Schnecke besuchen, die Wohnt in einer Villa im Wald. Der Name Schnecke wird später mal erklärt, das ist ein böse Überraschung. Die Dialoge zwischen den Beiden gehen hin und her. Sue will keinen Besuch, Ester kontrolliert sie. Sie kontrolliert allerdings auch ihren Mann und manipuliere die Kinder. Der Thriller ist so spannend, das man das Buch nicht aus der Hand legen kann. Beim Lesen wird es immer aufregender. Ein Psychothriller mit Niveau.

War diese Rezension hilfreich?

Als ich den Klappentext von dem Buch gelesen habe, wusste ich einfach das ich dieses Buch lesen muss! In dem Buch geht es um Esther, die am 23. Dezember ihre Schwester Sue besuchen möchte, weil diese ganz allein in einem abgelegenen Haus, im Wald wohnt. Die Schwestern haben ein sehr angespanntes Verhältnis zueinander und trotzdem mochte Esther ihre kleine Schwester besuchen. Mit einem Weihnachtsgeschenk und einer Flasche Wein macht Esther sich auf den Weg zu ihr. Und das, obwohl sie noch so viel für Weihnachten vorbereiten müsste. Als Esther endlich bei Sue ist, merkt sie aber schnell, dass diese sie am liebsten sofort wieder loswerden möchte. Was hat sie zu verbergen und kann ein klärendes Gespräch vielleicht endlich Klarheit zwischen den Schwestern schaffen? Ich fand dieses Buch absolut grandios! Die Autorin hat einen unfassbar einnehmenden Schreibstil und die unterschiedlichen Erzählperspektiven sind einfach super, denn dadurch bekommt man immer ein genaues Bild von den einzelnen Charakteren. Sue habe ich ab dem ersten Moment in mein Herz geschlossen. Sie möchte eigentlich nur in Ruhe gelassen werden und doch kann ihre Schwester, das überhaupt nicht nachvollziehen. Esther macht sich unfassbar viele sorgen um Sue und schnell merkt man, dass Esther wirklich ein unfassbar interessanter, aber auch „kranker“ Charakter ist. Esther ist eine sehr Dominate, manipulative und bevormundenden Person. Sie muss einfach immer die Kontrolle haben und das in wirklich jeder Situation. Martin ist unser männlicher Protagonist und der Ehemann von Esther. Er scheint am Anfang sehr unscheinbar, doch im laufe der Geschichte erfahren wir vieles über ihn, wie z.B sein Alkoholproblem oder aber auch, dass er weiß, dass die Ehe mit Esther ein Riesen großer Fehler war, denn auch er wird von ihr manipuliert. Wie oben schon erwähnt, konnte mich der Schreibstil von der Autorin total in seinen Bann ziehen. Denn Judith Merchant hat hier eine Welt erschaffen, die in einer Hinsicht natürlich nur Fiktion ist, aber in der anderen Hinsicht absolut echt rüberkam. Die Charaktere sind großartig ausgearbeitet und die Atmosphäre, der Schneesturm, das abgelegene Haus und das es keinen Handyempfang gab, kommen einfach super rüber. Für mich war es das erste Buch von der Autorin, aber zu 100% nicht mein letztes. 😊

War diese Rezension hilfreich?

Schon das Cover des Buches kann durch seine Schlichtheit eine ganz eigenartige beklemmende Stimmung in mir auslösen. Der Inhalt des Buches aber noch viel mehr. "SCHWEIG!" der Autorin Judith Merchant ist ein packendes, beklemmendes und bis zur letzten Seite absolut spannender Psychothriller, den ich nicht aus den Händen legen konnte. Die Handlung wird vorrangig aus den Perspektiven der Schwestern Sue und Esther erzählt, ab etwa der Hälfte des Buches kommt eine dritte Perspektive hinzu. Es gibt immer mal wieder kleinere Zeitsprünge, die gut kenntlich gemacht wurden, so dass man als Leser:in mehr über die Hintergründe erfährt. Die Perspektivwechsel sind in diesem Buch besonders herausragend, da sich die Wahrnehmungen der beiden Schwestern kaum mehr voneinander unterscheiden könnten - ich wusste bis zur letzten Seite nicht, ob wer zurechnungsfähiger ist, wessen Perspektive verzerrt oder unwahr ist. So ist es auch für die/den Leser:in eine Zerreißprobe, denn man ist keineswegs allwissend und gefühlt hatte ich noch weniger Durchblick als die Charaktere selbst. Diese Unklarheit und sich daraus immer wieder ergebende Wendungen und Spannungsbögen haben dieses Buch für mich so herausagend gemacht. Hinzu kommt ein sehr eingänglicher und klarer Schreibstil, so dass ich das Buch fast nicht aus der Hand legen konnte. Die Protagonist:innen selbst sind treffsicher und authentisch charakterisiert, ich habe mich immer (zu?) gut in ihr Denken hineinversetzen können. Insgesamt konnte mich "SCHWEIG!" auf allen Ebenen begeistern, einen so undurchsichtigen und berührenden Psychothriller habe ich selten gelesen.

War diese Rezension hilfreich?

ungewöhnliche Geschichte Esther lebt mit Mann und Kindern in einer Beziehung, die vom Weihnachtsstress geprägt ist, als sie sich einen Tag vor Heiligabend auf den Weg macht ihre Schwester zu besuchen, um ihr ein Geschenk zu bringen. Sue lebt seit der Trennung von ihrem Mann allein in einem riesigen Haus mitten im Wald. Dieser Besuch trägt eine gewisse Brisanz in sich. Als Esther das Haus ihrer Schwester erreicht, unternimmt diese alles, um ihre Schwester schnellstmöglich loszuwerden. Ein erbitterter Kampf beginnt, der nicht allein auf der verbalen Ebene bleibt. Judith Merchant hat in diesem Psychothriller eine ungewöhnliche Erzählform gewählt. Esther und Sue, später auch Esthers Mann Martin treten in einen Dialog, der sich mit Weihnachten und seinen Ritualen beschäftigt, aber auch in die Vergangenheit geht. In diesem Buch erlebt man eine Situation, wie sie in vielen Beziehungen vorkommt. Sue und Esther leiden beide unter der Situation. Esther ist es gewohnt, alles zu regeln und möchte ein harmonisches Familienleben - Sue hat sich aus dem normalen Alltag ausgeklinkt. Die Autorin versteht es meisterlich, diese beiden Welten zu beschreiben und die Schwierigkeiten, die zwischen den Protagonistinnen im Laufe vieler Jahre entstanden sind lebendig zu machen. Esther und Sue erinnern sich an vergangene Ereignisse und als Leser nimmt man unwillkürlich die Rolle des Beobachters ein. Bereits im Klappentext wird angedeutet, dass dieses Treffen vielleicht mit einem Opfer enden könnte und diese schwelende Gefahr zieht sich durch das ganze Buch, was die Spannung enorm ansteigen lässt. Insbesondere Esther mit ihrem Hang andere zu kontrollieren und die Beschreibung wie sich das auf ihre Umwelt auswirkt lies mich immer wieder atemlos werden. Das Ende des Buches kommt nicht unerwartet und dennoch überrascht die Autorin mit einem Schluss, der nachdenklich werden lässt. Mir haben Cover und Schreibstil gut gefallen, ich konnte das Buch kaum aus der Hand legen und gebe 5 Sterne.

War diese Rezension hilfreich?

Wieder ein grandioser Thriller von Judith Merchant. Bis zum Schluss weiß man nicht wer der "böse" in der Familie ist.

War diese Rezension hilfreich?

Ein wendungsreicher Psychothriller über eine toxische Geschwisterbeziehung, der recht langsam beginnt, aber spürbar auf die Katastrophe zusteuert. Gut ausgearbeitete Charaktere und ein großartiges Setting, das die ohnehin beklemmende Atmosphäre zusätzlich unterstreicht. Fulminant erzählt und spannend von der ersten bis zur letzten Seite.

War diese Rezension hilfreich?

Ich habe mich sehr über den Titel "SCHWEIG!" von Judith Merchant gefreut, welcher mir vom Kiepenheuer & Witsch Verlag als kostenfreies Rezensionsexemplar via Netgalley zur Verfügung gestellt wurde. Vielen herzlichen Dank dafür an dieser Stelle, natürlich beeinflusst diese Tatsache meine Meinung zum Buch in keiner Weise. Es handelt sich hierbei um meinen ersten Thriller von der Autorin, habe aber schon sehr viel Positives über ihr anderes Werk "ATME" gehört. Somit war meine Neugierde auf das Buch sehr groß. In dem Thriller, man kann sicher auch gut von einem Psycho-Drama sprechen, geht es um zwei Schwestern, die unterschiedlicher kaum sein könnten und sich das Leben bereits früher zur Hölle gemacht haben. Nun, kurz vor Weihnachten, besucht die Eine die Andere und versucht die Stimmung wieder ein wenig zu kitten und sich zu kümmern, doch das gemeinsame Schwelgen in Erinnerungen führt nicht unbedingt zur Versöhnung... Die beiden Schwestern, Sue und Esther, kommen hier durch die gewählte Ich-Perspektive im Präsenz beide zur Wort. Erst gen Ende lässt Judith Merchant noch eine dritte Sichtweise einfließen, die des Ehemannes von Esther. Es ist total spannend zu verfolgen, was beide Schwestern so erlebt haben und lange Zeit führt die Autorin ihre Leser in die Irre, was vermeintliche Sympathien und Antipathien anbelangt. Verweilt man immer länger in der Story, vermischen sich diese beiden Dinge immer mehr miteinander, ja, man weiß gar nicht mehr, wen man hier wirklich mögen soll und kann. Und obwohl hier diese gewisse bedrückende Grundstimmung herrscht, die alles andere als freundlich und einladend ist, fühle ich mich erstaunlicherweise wohl in der Geschichte. Durch den einnehmenden, leichten Schreibstil fliege ich nur so durch die Seiten und ich spüre von Anfang ein eine starke Sogwirkung, die Geschichte zieht mich richtig in ihren Bann. Ich möchte einfach wissen, wie der Familientwist hier ausgeht und was noch für Geheimnisse und Schandtaten aufgedeckt werden. Diese schaffen es auf jeden Fall auch mich zu schockieren. Dafür brauch es dann gar keinen wirklichen Sympathieträger. Das Ende ist speziell, aber ich mag es. Es passt einfach total zur Geschichte, also muss es nicht das klassische Happy End sein :-) "SCHWEIG!" ist ein kurzweiliger, fesselnder Psychothriller, der vor allem auf die Psyche des Lesers drückt und die Abgründe von Familienmitgliedern aufzeigt. Hier geht es weniger blutig zu, es passiert deutlich mehr auf emotionaler und psychischer Ebene. Ich vergebe eine klare Lese- und Kaufempfehlung und 5 volle Sterne ***** Definitiv werde ich künftig mehr von der Autorin lesen!

War diese Rezension hilfreich?

Spannender Roman, habe ich sehr gerne gelesen. Toller Schreibstil und ein super Spannungsaufbau. Werde ich definitiv weiterempfehlen.

War diese Rezension hilfreich?

Das Cover gefiel mir schon auf den ersten Blick wirklich gut, doch es war der zweite, der mir gezeigt hat, wie perfekt es wirklich zu der Geschichte passt. Die Gestaltung in Schwarz-Weiß lässt das Ganze ein wenig bedrohlich wirken, was nahezu perfekt die Stimmung dieses Thrillers widerspiegelt. Zudem passen die dargestellten Bäume wirklich gut zu der Handlung und verweise subtil darauf, was passieren wird. Die Geschichte klang erst einmal gar nicht so außergewöhnlich, reißt mich aber der ersten Seite mit: Esther hat an dem Tag kurz vor Heiligabend eigentlich noch unglaublich viel zu tun: Der Bio-Tannenbaum muss noch abgeholt, die Geschenke noch eingepackt und das Essen noch vorbereitet werden, doch sie entscheidet sich spontan doch noch dazu, ihre jüngere Schwester Sue zu besuchen. Diese wohnt nach ihrer Scheidung alleine in einem riesigen Haus im Wald und will ihre ältere Schwester auf keinen Fall sehen, doch Esther will unbedingt kurz nach dem Rechten sehen, vor allem nachdem, was letzte Weihnachten passiert ist. Ein Schneesturm zwingt sie dann länger in dem einsamen Wald zu bleiben und die Schwestern Dinge anzusprechen, die lange ungesagt geblieben sind und die Ereignisse auslösen, mit denen keine der beiden gerechnet hätte. Ich habe ehrlich gesagt, gar nicht so viel erwartet, sondern einfach einen ganz netten Thriller, den ich ganz entspannt lesen kann und der mich vielleicht auch ein bisschen dabei unterhält, aber dieses Buch hat es geschafft, mich ab der ersten Zeile vollständig in seinen Bann zu ziehen und so zu fesseln, dass ich die ganze Zeit versucht habe, zu raten, wer nun lügt, wer die Wahrheit sagt und wer die Tatsachen vielleicht einfach nur verdrängt. Dazu trug auch der fantastische Schreibstil bei, der einen unglaublichen Sog ausübt und mich mit jedem Kapitel mehr in seinen Bann gezogen hat. Dazu trägt auch bei, dass die Kapitel aus verschiedenen Perspektiven erzählt wird. Einmal kommt Sue zu Wort, dann wieder Esther und zwischendurch sogar Martin, Esthers Mann und mit jedem Kapitel erhält man neue Eindrücke, die sich teilweise massiv, teilweise nur in Kleinigkeiten widersprechen2, sodass man immer wieder an allem zweifelt, was einem die Figuren versuchen, zu erzählen. Aber genau das ist es, was das Buch für mich so spannend macht, hat man zu Beginn noch das Gefühl, man wüsste genau, in welche Richtung sich die Geschichte entwickeln wird und was passiert ist, habe ich meine Meinung nahezu nach jedem Kapitel ändern müssen, obwohl ich mich sonst zumeist recht gut auf mein Gefühl bei Thrillern verlassen kann. Doch hier habe ich immer wieder gezweifelt, Ideen verworfen und neue mögliche Lösungen erstellt. Das hat dafür gesorgt, dass mich das Buch zu jedem Zeitpunkt gefesselt hat, obwohl zeitweilig gar nicht besonders viel passiert. Das Buch lebt vielmehr davon, dass man sich immer wieder fragt, ob die gerade erzählte Geschichte der Wahrheit entspricht oder nicht. Trotz dieser sehr unzuverlässigen Erzählerinnen habe ich beide auf verschiedene Arten ins Herz geschlossen und mit ihnen mitgefiebert, obwohl ich nicht alle Entscheidungen gutheiße oder gar akzeptiere. Alles in allem ist das Buch eine absolut positive Überraschung für mich. Ich habe wirklich schon lange keinen Thriller mehr gelesen, den ich so rund, so überzeugend und so spannend fand. Ich liebe die interessante Art zu erzählen und werde definitiv noch mehr Bücher von Judith Merchant lesen, am liebsten im Winter, in meinem Lesesessel mit einem heißen Kakao in der Hand.

War diese Rezension hilfreich?

Das Buch hat sofort mein Interesse durch das Cover und den ansprechenden Klappentext geweckt. Von der Autorin habe ich bis jetzt noch nichts gelesen und gehört. Der Schreibstil ist flüssig und angenehm zu lesen. Einmal in die Hand gelegt möchte man das Buch nicht mehr weglegen. Die einzelnen Personen sind hervorragend ausgewählt und mit entsprechenden Eigenschaften versehen. Das Buch ist in viele kleine Kapitel aufgeteilt, die immer aus einer anderen Sichtweise her erzählt werden. Zur Geschichte, am Tag vor Heilig Abend möchte Esther ihre Schwester Sue, die alleine in einem großen Haus im Wald lebt besuchen, um ihr ein Geschenk zu überbringen. Sie will sich eigentlich nur davon überzeugen, dass es ihrer Schwester gut geht. Doch dabei bleibt es nicht. Was sonst noch so alles passiert, wird nicht verraten, damit die Spannung erhalten bleibt. Diese gibt es in diesem Buch reichlich. Es ist mit Sicherheit einer der besten Thriller, die ich in letzter Zeit gelesen habe. Der Autorin gelingt es vorzüglich den Spannungsbogen bis zum Ende aufzubauen. Ein tolles Buch, das ich sehr gerne weiterempfehle.

War diese Rezension hilfreich?

Esther kümmert sich liebevoll um ihre kleine Schwester Sue, die nach einer Scheidung allein in einem großen Haus im Wald wohnt. Sie fährt sogar extra am Tag vor Heiligabend zu ihr, trotz all der Erledigungen die noch anstehen. Doch eigentlich will Sue ihre Schwester überhaupt nicht da haben. Als sie ein längst überfälliges, klärendes Gespräch führen, zückt eine der Schwestern plötzlich ein Messer… Der Titel ist perfekt gewählt. Sue, die einfach nur möchte, dass Esther sie in Ruhe lässt und ihr oft genug sagt, dass sie schweigen soll. Aber auch der Schluss, bei dem das Schweigen die Grundlage für alles nachfolgende bildet. Treffender kann man einen Titel nicht wählen. Die Sichtwechsel zwischen Sue und Esther sind großartig gelungen. Meist erfährt man die Geschichte sowohl aus der Sicht der einen Schwester, aber auch aus dem Blickwinkel der anderen Schwester. Da die Wahrnehmungen so unterschiedlich sind, weiß man bald nicht mehr wem man glauben soll. Esther, der aufopferungsvollen Mutter oder Sue, der psychisch labilen einsamen Frau? Immer wenn ich dachte ich wüsste wer von beiden Recht hat, wurde die Sicht gewechselt und ich war doch wieder skeptisch. Einer von beiden muss man auf den Leim gehen, aber wer dreht sich die Wirklichkeit so, wie sie sie braucht? Als dann auch noch Martins Sicht dazu kommt, erschließen sich die verschobenen Wahrnehmungen. Doch auch dabei muss man sich selbst stets kritisch hinterfragen. Ein wahnsinnig gut gelungenes psychologischer Wirrspiel. Es gibt wenige Handlungsorte, da müssen die Dialoge und Gedanken auf den Punkt sein um Spannung zu hinterlassen. Das ist der Autorin sehr gut gelungen. Generell muss man die gesamte Geschichte über skeptisch bleiben und jeden doppelten Boden, jede mögliche Interpretation in Betracht ziehen. Ich konnte das Buch kaum aus der Hand legen, von mir gibt es eine eindeutige Leseempfehlung!

War diese Rezension hilfreich?

Was machst du, wenn deine Schwester dich in die Ecke drängt? Ein Cover, das meinen Geschmack trifft. Es ist schlicht und doch durch die Farbwahl, das zarte Motiv und den aus einem Wort in Großbuchstaben mit Ausrufezeichnen versehenen Titel sehr ausdrucksstark. Ein Buch, bei dem von Beginn an eine gewisse Spannung in der Luft liegt und das man nicht so schnell aus der Hand legen kann. Dieser Thriller zeigt wie deine Schwester für dich zur Bedrohung werden kann. Diese Story fesselt bis zur letzten Seite und man fragt sich unentwegt, wohin sie führt. Esther und Sue könnten nicht unterschiedlicher sein. Esther führt ein idyllisches Familienleben, doch wirkt es wie ein Schein, denn man erkennt schnell ihre Kontrollsucht, Penetranz und Rücksichtslosigkeit. Esther ist geprägt durch ihre Kindheit und hat aus Sues Sicht eine verzerrte Wahrnehmung. Auch Sue erinnert sich nicht nur positiv an ihre Zeit als Kind und Jugendliche. Sie zeigt sich allerdings eher introvertiert, ruhig, minimalistisch und besonnen. Sie lebt zurückgezogen im Wald, wo Esther sie kurz vor Weihnachten besucht. Doch dieser Besuch hat fatale Folgen. Eine ungesunde Beziehung zwischen den Schwestern kommt zum Vorschein. Mal muss man schmunzeln, mal regt man sich auf, doch die meiste Zeit fiebert man beim Lesen mit. Ein Buch, das einen vermutlich besonders packt, wenn man selbst Geschwister hat. So stellt sich bei mir die spannende Frage, ob jede/r LeserIn andere Sympathien für die jeweiligen Schwestern hegt, je nachdem wie er/sie selbst tickt. Geschrieben ist das Buch in erster Linie wechselnd aus der Sichtweise der beiden Schwester, mit zusätzlichen Einblicken in die Vergangenheit und in das Leben von Esthers Mann. Gut verständlich und angenehm erzählt punktet das Buch zudem durch nicht zu umfangreiche Kapitel, die so die Spannung zusätzlich steigern. Ich kann nicht beurteilen, wie sich das Buch für ein Einzelkind liest, aber es ist durchgehend spannend und das aufregende und leicht erschreckende Ende bietet den idealen Abschluss. Von mir gibt es eine klare Leseempfehlung! Der besondere Ehrzählstil und die außergewöhnliche Idee haben mich begeistert.

War diese Rezension hilfreich?

Esther ist die ältere Schwester von Sue. Sue wohnt alleine mitten im Wald. In einem großen Haus und Esther sorgt sich um ihr Wohlergehen. Wie in jedem Jahr meint sie, dass gerade vor Weihnachten, ein Besuch im Wald angebracht ist. Dabei möchte Sue alleine sein. Sie fühlt sich von ihrer Schwester bevormundet und genervt. Das interessiert Esther aber absolut nicht. Sie ist die große Schwester und weiß ganz alleine, was für Sue gut ist. Der Besuch entwickelt sich zu einer Horrorshow. #Schweig ist der zweiter Thriller, den ich von dieser Autorin las. Es ist eine ganz andere Schreibweise als bei vielen anderen Schriftstellern. Die Erzähler wechseln immer wieder, wobei Esther und Sue in der Ich-Form berichten und über den Ehemann Esthers, den Martin, von einer zweiten Person erzählt wird. Die Handlung geht immer wieder in die Vergangenheit. In die Kindheit der Schwestern aber auch zu Weihnachtstagen bei Esthers heutiger Familie. Es ist schon recht gut aufgemacht, wie die Spannung steigt und etliche Seiten auch bleibt. Dabei passiert nichts viel und das ist mir dann doch zu lange. Ich mag es lieber, wenn mehr Überraschungsmomente da sind. Die Bilder im Kopf wiederum entstanden bei mir sofort. Das ist ein großes Plus von Judith Merchant. Sie schreibt sehr lebendig und mit vielen Adjektiven. Der Wald ist nicht nur grün, oder wie hier, weiß. Die Stimmung macht den Unterschied und das wurde in dem Thriller gut umgesetzt. #NetGalleyDE

War diese Rezension hilfreich?

Judith Merchants neuer Thriller machte mich durch das schlichte aber dennoch eindringliche Cover auf sich aufmerksam. Uns Leser:innen erwartet ein fast ruhiger und dennoch rasanter Psychothriller um die Schwestern Sue und Esther. Während Esther, die große Schwester, mit ihrer Familie in der Stadt lebt, lebt Sue nach ihrer Trennung vollkommen zurückgezogen in einem Haus im Wald. Da Weihnachten ist, macht Esther sich auf, Sue ein Geschenk zu bringen, um sich zu vergewissern, dass es ihr gut geht und sie sich nicht sorgen muss. Doch Sue möchte den Besuch ihrer Schwester nicht – ihr ist mehr daran gelegen, sie schnellstmöglich wieder los zu werden… Judith Merchant hat in diesem (recht unblutigen) Thriller wirklich ein undurchschaubares und psychologisch spannendes Verwirrspiel um die Schwestern und deren Beziehung geschrieben – liest sich unglaublich gut und kann man während des Lesens schwierig unterbrechen, da man in die Handlung hineingezogen wird. Mich hat der Thriller bis zur letzten Seite auf Trab gehalten und ich habe die spannende Atmosphäre sehr genießen können. Von mir daher einer Empfehlung für Fans des Genres!

War diese Rezension hilfreich?

Um was geht's? Eine Kindheit, eine Gegenwart; zwei Schwestern, zwei Interpretationen. Esther hat vermeintlich alles: einen liebevollen Ehemann, zwei wunderbare Kinder, einen Job und ein schönes Zuhause, ihr Leben strotzt vor Frohsinn und Heiterkeit. Ihre Schwester Sue dagegen lebt nach einer Scheidung einsam und alleine in einem riesigen kargen Haus in den Wäldern. Und so beschließt Esther, obwohl sie mitten in den Weihnachtsvorbereitungen steckt, ihre Schwester einen Tag vor Weihnachten zu besuchen. Das Verhältnis der beiden ist angespannt, aber Familie ist eben Familie. Dass dieser Besuch das Leben aller Beteiligten drastisch verändern wird, ahnt niemand. Die Charaktere. Die eine lebt im Überfluss, die andere in Verzicht. Aber bedeutet das auch, dass eine glücklicher ist als die andere? Dass es der einen besser geht als der anderen? Eines ist jedenfalls sicher: unterschiedlicher könnten die Schwestern nicht sein. Über die Charaktere will ich eigentlich gar nicht mehr verraten, denn dann würde ich in meinen Augen schon Spoilern. Hier sind wirklich die ProtagonistInnen die wahren Stars! Handlung. Merchant lässt uns abwechselnd an Sues und Esthers (manchmal auch Martins, Esthers Ehemann) Gedanken teilhaben. Dabei wechselt die Perspektive nicht zu oft, aber doch so oft, dass wir dieselbe Situation aus verschiedenen Blickwinkeln erfahren. Das verdeutlicht nochmals die teilweise vollkommen gegensätzliche Auffassung der verschiedenen Charaktere in der jeweiligen Situation. Es ist ein ruhiger Thriller, der die Geschichte eines hochmanipulativen Charakters erzählt, und dabei gerade die Feinheiten so präzise ins Detail ausarbeitet, dass es gruselig ist. Super interessant, welche Dynamiken sich in frühen Jahren entwickeln (ausgelöst durch ein traumatisches Erlebnis) und dann weiter bis ins Erwachsenenleben halten, und vor allem, welche Beziehungen davon beeinflusst werden und warum, und auch wie. Fazit. Großartig, einfach großartig. Ich habe den Roman an einem Tag verschlungen; einmal in die Hand genommen, konnte ich ihn nicht mehr weglegen! Ich vergebe 5/5 Sterne und eine glasklare Leseempfehlung.

War diese Rezension hilfreich?

Schweig!, Thriller von Judith Merchant, Ebook, erschienen bei Kiepenheuer & Witsch. Ein unheimlich intensives Kammerspiel um eine toxische Beziehung, in der nichts so ist, wie es scheint. Obwohl Esther einen Tag vor Heiligabend noch vieles zu tun hat, will sie hinaus in den Wald fahren um ihre Schwester zu besuchen und ihr ein Weihnachtsgeschenk zu überbringen. Seit ihrer Scheidung lebt Sue dort ganz alleine in einem riesigen Haus, Esther fühlt sich als ältere Schwester verantwortlich ob es Sue auch wirklich gut geht. Ihr kommt es so vor, als ob Sue sie ganz schnell loswerden wolle, hat sie etwas zu verbergen? Isst sie genug? Und nimmt sie ihre Medikamente? Das Buch ist im Stil eines Kammerspiels geschrieben, die Kapitel sind im personalen Stil abwechselnd aus der Sicht der beiden Schwestern geschrieben, im letzten Drittel kommt auch Martin, der Mann von Esther zu Wort. Die Dramatik dieses Buchs hat mich sofort erfasst, mitgenommen und nicht mehr losgelassen, in jeder freien Minute habe ich gelesen. Der Spannungsbogen beginnt hoch, steigert sich noch durch ungeahnte Wendungen, das unerwartete Ende hat mich dennoch verblüfft. Zuerst scheint die Lage klar, Esther die perfekte Ehefrau und Mutter, betüttelt ihre kleine Schwester und will ihr trotz der Ablehnung der jüngeren eine kleine Weihnachtsfreude bescheren, bezeichnet sie sie doch als ihre größte Baustelle. Je tiefer ich in die, ja fast schon toxische Beziehung, der beiden Schwestern eintauche, desto mehr stellt sich die Frage, welche der beiden Schwestern hat eigentlich ein psychisches Problem? Im Verlauf der Lektüre wird mir Esther immer unsympathischer, sie ist manipulativ, rechthaberisch und gemein. Und hier leidet nicht nur ihre Schwester, sondern sie will ihre ganze Familie in der Hand haben, sehr darunter leidet auch Martin ihr Ehemann. Dem Plot konnte ich zu jeder Zeit folgen, die Charaktere sind gut herausgearbeitet, handeln nicht immer nachvollziehbar aber authentisch. Lieblingsfigur hatte ich keine. Jedoch hat sich m.E. Sue im Lauf der Geschichte zu ihrem Vorteil entwickelt, was die Aussicht am Ende, fürchte ich, jedoch wieder zunichte gemacht hat. Die Perspektivenwechsel in den einzelnen Kapiteln erzeugen Spannung, es ist interessant zu erleben, wie verschieden einzelne Situationen von den Handelnden wahrgenommen werden. Dass es für eine Figur nicht gut ausgeht, erfährt der Leser schon aus dem Klappentext, doch bis zum Schluss konnte ich nicht ahnen, wer das sein könnte. Dies war für mich das erste Buch, welches ich von Judith Merchant gelesen habe, bin aber nun auf Atme! neugierig geworden. Besonders gut fand ich die schlagfertigen Dialoge, sie haben die Geschichte lebendig gemacht. Ich fühlte mich hervorragend unterhalten, hatte Herzklopfen, habe immer wieder den Kopf geschüttelt und manchmal nicht glauben wollen was ich da las, ein Psychothriller beklemmend, perfide und gruselig, ein wahrer Pageturner. Mich hat Schweig! unbedingt an das Kammerspiel „Der Gott des Gemetzels“ erinnert. Wer Bücher in diesem Stil mag, wird diesen Thriller mögen, von mir 5 Sterne.

War diese Rezension hilfreich?

SCHWEIG! war definitiv ein Thriller nach meinem Geschmack. Es hat spannende Charaktere (Esther und Sue als sehr unterschiedliche Schwestern), ein Setting mit Gruselfaktor (ein abgelegenes Haus mitten im Winter) und Wendungen in der Story, die ich hier jetzt nicht verraten werde. Die Geschichte ist ein Psychothriller, welcher durch Esther lebt und durch Sue verstärkt wird. Was mir besonders gefallen hat, war die besondere Position dieser beiden als Schwestern, die gleiche Geschehnisse anders ausgewertet und dargestellt haben. Insgesamt war es eine spannende Unterhaltung, die ich von Anfang bis Ende in einer Sitzung verschlungen habe. Auch wenn ich das Ende etwas vorhersehbar war, fand ich es doch passend, daher 4,5 Sterne auf 5 hochgerundet. Übrigens finde ich auch das Buchcover und den Buchtitel perfekt für die Story gewählt!

War diese Rezension hilfreich?

"Schweig" ist für mich der beste Thriller, den ich seit langem gelesen habe! Zwei Schwestern, die unterschiedlicher nicht sein könnten. Die eine lebt in der Stadt, hat eine Familie und ein scheinbar glückliches und geordnetes Leben. Die andere lebt alleine und zurückgezogen mitten im Wald in einem riesigen Haus. Sie stehen sich nicht sehr nahe und dennoch fährt Esther, die Frau aus der Stadt, ihre Schwester kurz vor Weihnachten besuchen. Sie ist die große Schwester. Da gehört sich das doch so, oder? Und damit beginnt das Drama seinen Lauf. Nachdem ich dieses Buch zu Ende gelesen habe, hab ich mir direkt das erste Buch "Atme" von Merchant in unserer Buchhandlung bestellt und verschlungen!

War diese Rezension hilfreich?

Ich finde das Buch von Judith Merchant sehr gelungen. Die Spannung wird sehr lange gehalten. Die ständige Änderung der Erzählperspektive schafft ein sehr kurzweiliges Lesevergnügen. Auch das Buchcover ist sehr ansprechend. Auf jeden Fall empfehlenswert!

War diese Rezension hilfreich?

Esther macht sich Sorgen um ihre jüngere Schwester Sue. Seit der Trennung von Robert lebt Sue ganz allein in einem Haus im Wald. Ohne Nachbarn, ohne Unterstützung und ohne Ablenkung. Nun, an Weihnachten, hätte Esther eigentlich genug zu tun mit ihrer Familie und den Weihnachtsvorbereitungen, ohne die Sorge um Sue. Ihr Mann Martin beschwört sie, nicht zu ihrer Schwester zu fahren. Denn nach den Besuchen ist Esther immer schlecht gelaunt, weil Sue ihre Tabletten nicht nimmt und dann durchdreht. Es kommt, wie es kommen muss…die Situation zwischen den Schwestern eskaliert. Wieder mal! Das Buch beginnt mit einer völlig normalen Szene einer Familie an Weihnachten. Mutter, Vater, zwei Kinder und die Vorfreude auf das Fest. Die Vorbereitungen werden von Mutter Esther gestemmt und sie wirkt patent und zuverlässig. Die größte Sorge von Esther ist ihre jüngere Schwester Sue, die kein einfaches Leben führt. Nach und nach sieht man als Leser jedoch hinter die Fassade und die kleinen Marotten einer Familie entpuppen sich als genau als das: als Fassade. Die Entwicklung, die die Geschichte macht, hat mir sehr gut gefallen. Was zu Beginn fürsorglich wirkt, wird immer mehr übergriffig. Was als klare Rollenverteilung begann, ändert sich um 180 Grad und hat meine Sichtweise verändert. Die Autorin schafft es hervorragend die Kinder und Jugendzeit der Schwestern einzubeziehen und die Sichtweise der Leser zu ändern. Es ist halt schlussendlich nicht immer so, wie es von außen aussieht. Zuerst erfährt man in abwechselnden Kapiteln die Sicht von Esther und die von ihrer Schwester Sue. Sehr eindrücklich, wie eine Situation von den beiden Schwestern komplett unterschiedlich empfunden und beurteilt wird. Hier ist oft der Spruch „Aussage gegen Aussage“ sehr treffend und ich habe mich sehr oft gefragt, wem ich glauben soll. Bis sich Esthers Ehemann Martin einmischt. Die Kapitel mit seiner Perspektive empfand ich als aufschlussreich und spannend. Der Schreibstil ist sehr einfach gehalten und eher emotionslos. Nichtsdestotrotz ist es mir oft kalt den Rücken runter, denn fassungslos war ich über all die Manipulation einerseits und Wehrlosigkeit andererseits. So blieb es nicht aus, dass meine Sympathie gewechselt hat. Schweig! Ist ein komplett unblutiger Thriller. Das Buch besticht jedoch durch einen herausragenden Plot, der sehr viele Psychospielchen beinhaltet und einer starken Charakterisierung der Figuren. Der etwas andere Thriller, der in der Weihnachtszeit spielt und alles andere als „Stille Nacht, heilige Nacht“ ist.

War diese Rezension hilfreich?

Ein absolut packender Thriller, der ohne viel körperliche, aber dafür mit umso mehr psychischer Gewalt auskommt. Esther, Ehefrau und Mutter zweier Kinder will eigentlich nur schnell am 23. Dezember ihre Schwester Sue besuchen - die seit der Trennung von ihrem Mann allein in einem großen Haus im Wald lebt - und ihr ein Weihnachtsgeschenk vorbeibringen. Beide Schwestern empfinden die Nähe der anderen als unangenehm und versuchen zunächst, die Situation möglichst schnell zu beenden. Esther will jedoch nicht gehen, ohne sich zu versichern, dass die psychisch labile Sue sicher über die Weihnachtstage kommt. Aus diesem Wunsch entspinnt sich eine Diskussion, in der immer wieder die Standpunkte beider Schwestern sowie ihre hintergründigen Gedanken beleuchtet und Begebenheiten aus der Vergangenheit zur Erleuterung des Verhaltens herangezogen werden. Dabei stößt der Leser immer tiefer in die Psyche der beiden Frauen vor und muss ständig das Bild, was er von ihnen hat, infrage stellen. Welche der Schwestern ist tatsächlich die Labile und welche handelt rational? Bis zum Schluss kann der Leser sich dessen nicht sicher sein und wird von der Autorin mit einer bizarren und unverhofften Szene zurückgelassen. Durch die stetigen Enthüllungen der kleinen Risse im Selbstbild beider Frauen behält der Roman durchgehend eine hohe Spannung und das Ende, das gar nicht mehr so wichtig scheint, kommt dennoch als erneuter Schlag und rundet das Leseerlebnis ab, obwohl der Leser etwas hängengelassen wird. Die Charaktere handeln - gerade durch die Erklärungen aus der Kindheit - nachvollziehbar und glaubwürdig, beide Schwestern sind komplett unterschiedlich und es ist wahnsinnig interessant, ihren Dialogen zu folgen und zu rätseln, wie es wohl weitergeht. Eine absolute Leseempfehlung für Fans psychologischer Krimis!

War diese Rezension hilfreich?

Wer Kinder oder Geschwister hat, weiß, dass man sich auch mal streitet. In „Schweig“ von Judith Merchant geht es um eine toxische Geschwisterbeziehung. Das Buch ist im @kiwi_verlag und das Hörbuch im @argonverlag erschienen. Auch hier ist das Hörbuch bei mir eingezogen. Es wird von 3 Sprechern gelesen, da es drei Protagonisten gibt, die abwechselnd zu Wort kommen. Die SprecherInnen haben mir sehr gut gefallen. Es ist Weihnachten und Esther möchte schnell noch ihrer Schwester Sue, die allein in einem großen Haus im Wald lebt, ein Geschenk vorbeibringen. Sue ist gar nicht erfreut über diesen Besuch. Nach und nach erfährt man immer mehr aus dem Leben der beiden und wie sich ihre Beziehung entwickelt hat. Später wird dann auch noch Esters Mann Teil der Geschichte und man erfährt Details aus ihrer Ehe. So nimmt das Drama seinen Lauf. Das Buch ist so aufgebaut, dass die drei abwechselnd zu Wort kommen. Hauptsächlich geht es um die Geschwister. Es ist raffiniert strukturiert und beinhaltet so viele Wendungen, dass ich mich gezwungen sah, abwechselnd mal für die eine oder die andere Schwester oder Martin Partei zu ergreifen. Die „gute“ Esther stellt sich als fürsorglich und normal dar. Sie ist schließlich die Ältere. Dabei ist sie total manipulativ und meint immer alles besser zu wissen. Sie drängt sich auf. Sie ist der absolute Kontrollfreak. Die von der „Guten“ als „Verrückte“ betitelte Sue, möchte eigentlich nur ihre Ruhe haben und ihr Leben nach ihrer Vorstellung leben, aber wird von Esther kontrolliert und tyrannisiert. Die Protagonisten sind sehr überzeugend dargestellt. Man weiß nicht so richtig, auf wessen Seite man sich schlagen soll. Teilweise hat mich selbst das Verhalten aggressiv gemacht. Das Ende war dann doch sehr überraschend , denn ich hatte es so nicht erwartet, aber es passte perfekt. Ein genialer Nervenkitzel!

War diese Rezension hilfreich?

Eine sehr einartige Beziehung zwischen zwei Schwestern wird hier unter die Lupe genommen und was eigentlich als gute Tat beginnt, endet im Desaster. Mir hat das Buch sehr gut gefallen. Es bringt eine komplett andere Weihnachtsstimmung auf und ist ein mysteriöser und geheimnisvoller Thriller. Das Verhältnis der Schwestern untereinander fand ich dabei am interessanten. Der Schreibstil ist toll und auch das Cover passt. Perfekt für lange Leseabende im Herbst.

War diese Rezension hilfreich?

LeserInnen dieses Buches mochten auch: