Die Leuchtturmwärter

Roman

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Erscheinungstermin 25.08.2021 | Archivierungsdatum 25.10.2021

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Zum Inhalt

»Ein erstklassiges Debüt« (The Guardian), »Faszinierend wie ein aufgewühltes Wintermeer« (The Sunday Times), »Wunderbar klug und atmosphärisch« (Observer) – Der internationale Bestseller aus England

In der Silvesternacht verschwinden vor der Küste Cornwalls drei Männer spurlos von einem Leuchtturm. Die Tür ist von innen verschlossen. Der zum Abendessen gedeckte Tisch unberührt. Die Uhren sind stehen geblieben. Zurück bleiben drei Frauen, die auch zwei Jahrzehnte später von dem rätselhaften Geschehen verfolgt werden. Die Tragödie hätte Helen, Jenny und Michelle zusammenbringen sollen, hat sie aber auseinandergerissen. Als sie zum ersten Mal ihre Seite der Geschichte erzählen, kommt ein Leben voller Entbehrungen zutage – des monatelangen Getrenntseins, des Sehnens und Hoffens. Und je tiefer sie hinabtauchen, desto dichter wird das Geflecht aus Geheimnissen und Lügen, Realität und Einbildung.

Emma Stonex hat in ihrem Roman »Die Leuchtturmwärter« ein fesselndes Drama über Verlust und Trauer geschaffen – und über die Liebe, die es braucht, um das Licht am Brennen zu halten, wenn alles andere von Dunkelheit verschlungen wird.

»Ein außergewöhnliches Buch! Durch jede Seite, jede Figur hallt die dunkle, mächtige Präsenz des Meeres wider.« Raynor Winn, Autorin des Bestsellers »Der Salzpfad«

»Mystery, Liebesgeschichte und Schauerroman in einem. Ich wollte nicht, dass es endet!« S J Watson

»Misstrauen, Lügen und eine doch außergewöhnliche Liebe verbindet diese Frauen in einem Roman, der sich für Hoffnung und Zusammenhalt ebenso interessiert wie für Mord und Rache.« Guardian

»Ein erstklassiges Debüt« (The Guardian), »Faszinierend wie ein aufgewühltes Wintermeer« (The Sunday Times), »Wunderbar klug und atmosphärisch« (Observer) – Der internationale Bestseller aus England
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Verfügbare Ausgaben

AUSGABE Anderes Format
ISBN 9783103970371
PREIS 22,00 € (EUR)

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Rezensionen der NetGalley-Mitglieder

Ungemein bewegend!!! Durch die unheimliche Ausgangssituation am Haken zappelnd habe ich mich in die Sprache verliebt, die die Autorin den Menschen in ihrem Roman an die Hand gibt und so kann man sich wunderbar in jeden hineinfühlen: in den alten Seebären, die junge Mutter an Land, den Neuling mit Vergangenheit. Sie alle eint der Respekt vor der Natutgewalt Meer und ich wünschte mit beim Lesen oft, den frischen Salzwassergeruch in der Nase zu haben. Sehr einfühlsan und dennoch spannend. Die Bilder meines Kopfkinos werden noch lange lebendig sein!

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Kurzbeschreibung (Quelle: Verlagsseite) In der Silvesternacht verschwinden vor der Küste Cornwalls drei Männer spurlos von einem Leuchtturm. Die Tür ist von innen verschlossen. Der zum Abendessen gedeckte Tisch unberührt. Die Uhren sind stehen geblieben. Zurück bleiben drei Frauen, die auch zwei Jahrzehnte später von dem rätselhaften Geschehen verfolgt werden. Die Tragödie hätte Helen, Jenny und Michelle zusammenbringen sollen, hat sie aber auseinandergerissen. Als sie zum ersten Mal ihre Seite der Geschichte erzählen, kommt ein Leben voller Entbehrungen zutage – des monatelangen Getrenntseins, des Sehnens und Hoffens. Und je tiefer sie hinabtauchen, desto dichter wird das Geflecht aus Geheimnissen und Lügen, Realität und Einbildung. Autorin (Quelle: Verlagsseite) Emma Stonex, 1983 in Northamptonshire in England geboren und aufgewachsen, begann ihre Karriere als Lektorin. Mehrere Jahre arbeitete sie erfolgreich in einem großen Verlagshaus, bevor sie ihrem Traum vom Schreiben folgte. Schon immer fasziniert von Leuchttürmen, inspirierte sie nicht zuletzt das mysteriöse Verschwinden dreier Leuchtturmwärter auf den Flannan Isles zu ihrem Roman. Stonex lebt heute in Bristol. Allgemeines Titel der Originalausgabe: „The Lamplighters“, ins Deutsche übersetzt von Eva Kemper Erscheinungstermin: 25. August 2021 im Fischer Verlag als HC mit 432 Seiten Gliederung: Zwölf Teile mit insgesamt 60 Kapiteln, Danksagung Teilweise Erzählung in der dritten Person aus wechselnden Perspektiven, teilweise Ich-Erzählung Handlungsort und -zeit: Leuchtturm Maiden Rock vor Land´s End, 1972, nahegelegener Küstenort, 1992 Inhalt Am Morgen des Silvestertages 1972 macht sich ein Boot zum Leuchtturm Maiden Rock auf, um die Besatzung nach vielen Wochen Dienst abzulösen; die Männer sind jeweils acht Wochen pausenlos im Dienst und haben dann vier Wochen frei. Als das Boot den Leuchtturm erreicht, findet man eine sehr mysteriöse Situation vor: Von den drei Leuchtturmwärtern Arthur Black, Bill Walker und Vincent Bourne fehlt jede Spur. Die Tür des Turms ist von innen verriegelt und muss aufgebrochen werden, in der Küche sieht es aus, als habe man sich gerade zum Essen niederlassen wollen und beide Uhren sind exakt zur selben Zeit stehengeblieben. Trident House, der Arbeitgeber der Leuchtturmwärter, führt eine ergebnislose Untersuchung durch, die Männer bleiben verschwunden. Man versucht, dem vorbestraften Hilfswärter Vincent Bourne ein Verbrechen in die Schuhe zu schieben, obwohl es weder Indizien noch Beweise dafür gibt. Zwanzig Jahre später, 1992, haben die Frauen der Vermissten immer noch nicht mit der Tragödie abgeschlossen. Sie meinen, dass Dinge unter den Teppich gekehrt wurden und sprechen mit einem Journalisten, der ein Buch über die mysteriöse Geschichte schreiben will. Jede der Frauen muss sich ihren Erinnerungen an ihren Partner, aber auch an ihr eigenes damaliges Verhalten stellen, dabei kommen Tatsachen ans Licht, die zwanzig Jahre lang verdrängt und geheim gehalten wurden… Beurteilung Die Autorin wurde von einem wahren Fall, dem Verschwinden der Besatzung eines schottischen Leuchtturmes im Jahre 1900, zu ihrem Roman inspiriert. Sie siedelt dessen Handlung jedoch sieben Jahrzehnte später kurz vor der Automatisierung der Leuchttürme an. Die Romanfiguren sind fiktiv. Die Lektüre erfordert eine Menge Konzentration, da nicht nur die Zeitebenen (1972, 1992), sondern auch die Erzählperspektiven immer wieder wechseln. Neben der Schilderung der 1972 und 1992 fortlaufenden Handlung gibt es auch Briefe, Zeitungsartikel und Ich-Erzählungen (Gespräche der Frauen mit den Journalisten) sowie innere Monologe der Turmwärter. Der Erzählstil ist überaus atmosphärisch und vermittelt einen faszinierenden Einblick in den Arbeitsalltag der Leuchtturmwärter, der von Eintönigkeit, Beengtheit, Kargheit und Isolation geprägt ist. Das enge Zusammenleben ohne die Möglichkeit, den Turm auch nur kurz zu verlassen – statt Spaziergängen ist nur ein kurzer Rundgang auf der Galerie möglich - birgt Konfliktpotenzial. Auch auf die Ehe- und Familienkonstellationen der Männer wirkt sich der ungewöhnliche Arbeitsrhythmus problematisch aus. Die Beziehung der drei Frauen zueinander ist nicht ungetrübt, im Verlauf des Romans tun sich nach und nach Abgründe auf. Die Persönlichkeiten von Helen, Jenny und Michelle sind – ebenso wie die ihrer vermissten Partner – sehr gründlich, individuell und glaubwürdig ausgearbeitet. „Die Leuchtturmwärter“ stellt eine gelungene Mischung aus (psychologischem) Roman, Krimi und einem Hauch des Übernatürlichen dar, die fesselnde Unterhaltung bereithält. Fazit Ein beeindruckendes Debüt um ein „unverbrauchtes“ Sujet, ein Buch, das man nicht so schnell vergisst! 4,5 Sterne

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Was ist passiert „Die Leuchtturmwärter“ ist der Debütroman unter dem Klarnamen der britischen Schriftstellerin Emma Stonex. Der Roman ist fesselnd geschrieben. Er zeigt die Arbeit auf einem Leuchtturm im Meer. Drei Männer leben auf engstem Raum zusammen. 8 Wochen leben sie auf dem Turm und 4 Wochen können sie bei ihren Familien sein. Der Roman spielt in Cornwall in dem Leuchtturm Maiden kurz vor der Digitalisierung. Die Autorin lässt die Geschichte 1972 und 1992 erscheinen. Die drei Wärter sind ende 1972 spurlos verschwunden. Deren Frauen stehen plötzlich ohne Erklärung da. Wo sind ihre Männer? Sind sie tot oder leben sie noch? Es gibt viele Gerüchte. Es werden viele Eindrücke der drei Frauen erzählt. Auch die Dialoge der Leuchtturmwärter sind eindrucksvoll. Durch die langen Abwesenheiten der Männer kann kein richtiges Familienleben entstehen. Der Roman lehnt sich an eine tatsächliche Geschichte von 1900 an. Auch da verschwand die Besatzung auf unerklärliche Weise. Es ist ein Liebesoma und ein Krimi, außerdem gibt fantasievolle Einschläge. Der Roman liest sich gut und ist lesenswert.

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Wir schreiben das Jahr 1972. Drei Männer übernehmen die Wache auf dem sich im Meer befindenden Leuchtturm MAIDEN ROCK. Als ihre Ablösung kommt, sind sie plötzlich wie vom Erdboden verschwunden und lassen insbesondere ihre Familien in Ungewissheit zurück. Niemand versteht, was vorgefallen ist. Der Autor Dan Sharp beschließt 20 Jahre später, das Thema für seinen neuen Roman aufzugreifen, und löst damit eine Kettenreaktion an Ereignissen aus. Emma Stonex webt gekonnt eine Geschichte, die geheimnisvoll und rätselhaft den Leser immer tiefer in die Abgründe der Wahrheit hineinzerrt. Zwischen den dramatischen Monologen und gut konstruierten Schlüsselszenen werden immer wieder Fragen aufgeworfen, die dazu animieren, weiterzulesen und mitzufiebern. Somit wird die Spannung stets hoch gehalten. Jeder der Protagonisten kommt ausreichend zu Wort und man erfährt über ihre Ängste, ihre Beziehungen zu ihren Frauen und wie das Leben auf engsten Raum abläuft. Parallel dazu erzählen die Ehefrauen, wie sie 20 Jahre danach über die vergangenen Erlebnisse denken. Es kommt eine sehr beklemmende und unheimliche Atmosphäre auf, denn irgendwas scheint nach wie vor nicht zu stimmen. Und während der Leser mit Themen wie Einsamkeit, Schuld und Wahnsinn konfrontiert wird, leitet die Autorin ihn vorsichtig durch den verwirrenden Plot, damit er nicht den Anschluss verpasst. Dabei lässt sie genug Raum für eigene Spekulationen und ermöglicht es, dem Rätselfreund ein paar logische Spielereien durchzuführen. Interessant an der Story ist, dass sie auf wahren Begebenheiten beruht: Im jahr 1900 verschwanden drei Wärter spurlos von einem abgelegenen Leuchtturm auf der Insel Eilean Mòr in den Äußeren Hebriden. Persönliches Fazit: Ein ruhiger Roman mit unterschwelliger Spannung, dessen sogartige Wirkung sich erst nach und nach entfaltet, einen dann aber nicht mehr loslässt.

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Die Leuchtturmwärter – Emma Stonex Bisher hab ich mich tatsächlich noch nie genauer mit Leuchttürmen oder dem Beruf des Leuchtturmwärters auseinandergesetzt. Emma Stonex hat sich hier vom spurlosen Verschwinden dreier Leuchtturmwärter im Jahr 1900 inspirieren lassen. Sie verlegt die Geschichte ins Jahr 1972 vor die Küste von Lands End und macht einen spannenden, stimmungsvollen Roman daraus. Vor der Küste Cornwalls verschwinden kurz nach Weihnachten drei Leuchtturmwärter – Arthur, Bill und Vincent. Die schwere Tür des Leuchtturms ins von innen verriegelt, die Uhren sind stehengeblieben – was ist passiert? Ein Handlungsstrang begleitet direkt die Leuchtturmwärter, der zweite spielt zwanzig Jahre später. Die drei Frauen der verschwundenen Männer hadern nach wie vor mit den Geschehnissen, haben kaum in ein normales Leben zurückgefunden. Emma Stonex taucht tief ein in das Leben der Leuchtturmwärter. Die Einsamkeit, das Enge Zusammenleben dreier Männer, die Sehnsucht nach der Familie. Es ist sehr eindringlich und detailliert beschrieben. Auch die Auswirkungen langer Aufenthalte auf dem Leuchtturm. Es ist ein entbehrungsreiches Leben im Turm, man muss mit Einsamkeit gut zurechtkommen. Zuhause die Frauen, die auch zwanzig Jahre später nicht abschließen können, mit den Geschehnissen. Die Handlungsstränge greifen ineinander. Die Männer verhalten sich zu Hause komplett anders als auf dem Turm, scheinen geradezu dorthin fliehen zu wollen. Vor unglücklichen Ehen, vor der Vergangenheit. Im weiteren Verlauf kommen immer mehr kleine oder größere Geheimnisse ans Tageslicht, die immer wieder ganz neue Sichtweisen eröffnen. Eine ganz große Rolle spielt immer wieder das Meer. Die Beschreibungen sind bildgewaltig und wunderschön. In erster Linie wird es unberechenbar dargestellt, wild, gefährlich. Jeder der Männer hat eine ganz eigene Beziehung zum Meer und seine Gründe, diesen Beruf gewählt zu haben. Diesen besonderen Roman habe ich sehr gerne gelesen. Eine spannende und atmosphärische Geschichte, die mich gefesselt hat. 4 Sterne

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Was soll man sich unter einem recht nichtssagenden Titel wie „Die Leuchtturmwärter“ vorstellen? Noch dazu, wenn man die Autorin so gar nicht kennt … Nun, zunächst eine Geschichte, die von einem seltsamen Geschehen handelt: An Silvester steuert ein Boot einen Leuchtturm an, dessen Besatzung abgelöst werden soll. Doch statt der drei Wärter findet die Bootsbesatzung den Leuchtturm verlassen vor – mit von innen verriegelter Tür und ohne jede Spur der Leuchtturmwärter. Das alles gestaltet sich sehr mysteriös und der Arbeitgeber der Wärter lässt Ermittlungen anstellen, die jedoch ergebnislos verlaufen. Schnell wird einer der Wärter als Bösewicht ausgemacht, jedoch ohne Beweise dafür zu haben. Das wird zwei Jahrzehnte später zum Problem, als sich herausstellt, dass die Frauen der Leuchtturmwärter weiterhin mit dem Drama zu kämpfen haben. Sie glauben, dass etwas vertuscht werden sollte und äußern diesen Verdacht einem Autor gegenüber, der ein Buch über das Geschehen schreiben will. Sie erzählen von den Zeiten mit, aber auch ohne ihre Männer („Schichtdienst“ auf dem entlegenen Leuchtturm) bzw. was es braucht, eine derartige „Fernbeziehung“ zu führen. Doch es kommen auch Lügen, Geheimnisse und unangenehme Tatsachen ans Licht … Wer beim Klappentext einen Krimi erwartet, wird nach der Lektüre evtl. enttäuscht sein. „Die Leuchtturmwärter“ sind mitnichten bloß ein Krimi – den Aspekt gibt es schon, doch die Geschichte ist noch mehr: Zunächst ist sie inspiriert von einer realen Gegebenheit, man kann also rätseln, wie weit Stonex an der Realität ist und wie weit in der Fiktion – zumal die Figur des Schriftstellers ja möglicherweise Züge von ihr tragen könnte. Insofern kann man den Roman auch als psychologiesche Studie betrachten. Durch den ungewöhnlichen Ort und die ungeklärten Verhältnisse hat die Geschichte ein wenig von einem Schauerroman, es geht aber vorwiegend um die Liebe sowie Verlust und Trauer, dem entbehrungsreichen Leben in gar nicht so lang vergangenen Zeiten. Da die Geschichte aus unterschiedlichen Perspektiven und auf unterschiedlichen Zeitebenen spielt, ist die Grundstruktur erfreulicherweise nicht simpel. Unterstrichen bzw. begleitet wird das durch die dabei wechselnde Tonalität und Sprache (mal wird im Präsens, mal im Präteritum geschrieben). Das sorgt dafür, dass die Geschichte zwar spannend zu lesen ist, da man sich aber ein wenig konzentrieren sollte, eignet sie sich kaum zum „nebenher Lesen“, was kein Mangel ist. Die Schilderungen der Situation (u. a. das Eingepferchtsein auf dem Leuchtturm) und der Figuren (hier ragen die Frauen heraus) sind gelungen, man erwischt sich beim Lesen immer wieder dabei, sich zu hinterfragen, wie man selbst mit einer solchen Situation umginge. Insgesamt gibt es für den klugen Erstling 4,5 Sterne, die ich abrunde, weil wir sicher noch von Emma Stonex lesen werden und sie noch Luft nach oben hat.

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Drei Leuchtturmwärter verschwinden über Nacht spurlos von ihrem Leuchtturm mitten auf dem Meer. Zurück bleiben ihr verlassenes zweites Zuhause, ein gedeckter Tisch, eine von innen verriegelte Tür, zwei Uhren, die zur selben Zeit stehen geblieben sind. Und die Frauen der drei Wärter, deren bis dahin bereits einsames Leben an Land eine ganz neue Tiefe bekommt. In Logbucheinträgen, Gesprächen mit einem Autor, der eine Geschichte über das Geschehen vor zwanzig Jahren schreibt, und Briefen setzt sich Stück für Stück zusammen, was auf dem Leuchtturm geschehen ist. Und weit davor, denn die Wurzeln dessen liegen weit in der Vergangenheit, haben sich Jahr für Jahr mehr miteinander verstrickt und enger gezogen. Jeder der Wärter kommt zu Wort, jede der drei Frauen. Jede der Figuren hat ihren ganz eigenen Blick auf das Geschehen, ihre ganz eigene Antwort auf die Fragen nach dem Wie und Warum. Und dabei kommt so einiges zutage, was weit zurückreicht. Der Leser lernt die Charaktere sehr eindrücklich und intensiv kennen, verfolgt ihren Lebensweg teils von ihrer Geburt bis in die Gegenwart. Zutiefst menschliche Gefühle kommen an die Oberfläche, die Schatten, die wir alle in uns tragen, sodass sich über den Verlauf des Buches unzählige Möglichkeiten aufbauen, was passiert sein könnte. Am Ende bekommt der Leser die Antworten auf seine Fragen, wobei für mich nicht alles geklärt wurde. Daher bin ich nicht ganz zufrieden mit der Auflösung, bin aber tief beeindruckt von der Erzählweise der Autorin, dem feinen Netz, das sie gesponnen hat, der Tiefe, die in dieser Geschichte und ihren Charakteren steckt. Emma Stonex ist ein großartiger Roman gelungen, der mir vor allem aufgrund seiner Erzählweise in Erinnerung bleiben wird, die so nah an den tiefgründigen Charakteren ist. Dabei begeistert sie darüber hinaus mit der feinfühligen Beschreibung dessen, was es bedeutet, einen Leuchtturm sein Zuhause zu nennen. Nicht nur die Arbeiten, die die Männer vornehmen, bringt sie dem Leser nahe, die Abläufe und die Verantwortung, die dieser Beruf mit sich bringt, sondern vor allem das Gefühlsleben der Wärter, die die Einsamkeit als ihren Freund bezeichnen. Und auch in die Frauen, die Daheimgebliebenen, versetzt sie sich auf so feinfühlige und empathische Weise, dass ich als Leserin keinen Zweifel daran habe, dass es sich genau so anfühlen muss, die Frau an der Seite eines Leuchtturmwärters zu sein. Mit Sicherheit werde ich die beeindruckenden Bauwerke von nun an mit einem ganz neuen Blick betrachten.

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Drei Leuchtturmwärter verschwinden spurlos von ihrem Turm. Schicht für Schicht entblößt die Autorin das Rätsel dieses Verschwindens. Psychologisch fein gezeichnete Figuren und eine beklemmendes Kammerspiel auf dem Turm machen den Roman zu einem großartigen Lesevergnügen.

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Eine sehr spannend erzählte, absolut interessante Geschichte über 3 Leuchtturmwärter, die plötzlich verschwinden, und die Hinterbliebenen, die versuchen das Leben weiterzuleben und nach Jahren wieder aufgerüttelt werden. Ich muss ehrlich sagen, dass ich am Anfang keine große Erwartung hatte als ich das Buch angefangen habe. Es klang exotisch, Leuchtturmwärter und das Meer, und auch nach etwas Abenteuer und Spannung. Aber die Geschichte hat meine Erwartungen übertroffen und am Ende konnte ich das Buch erst beiseite legen als ich bei der letzten Seite war. Es kommen eigentlich alle wichtigen Charaktere zu Wort, die 3 Wärter und die Frauen, und erst am Ende bekommt man eine Ahnung von dem, was wirklich passiert sein könnte. Die Charaktere fühlen sich sehr real an und überzeugen durch ihre Menschlichkeit. Das Zwischenspiel zwischen der Wahrheit und Vergangenheit war spannend zu lesen bis hin zur Wahrheitsfindung. Außerdem hat mir die Darstellung des Lebens auf dem Leuchtturm gefallen und wie das Gefühl der Einsamkeit dargestellt wurde. Es war als würde man selbst am Strand oder auf dem Leuchtturm stehen über das Meer blicken und den Wind spüren. Zugegeben, das Ende mag etwas zu harmonisch vorkommen, aber das hat zur Geschichte gepasst und es hat alles zusammengepasst. Eine großartige Geschichte, die einen absolut mitreisst!

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Dieser spanndende auf Tatsachen beruhende Fall, schildert das Verschwinden dreier Leuchtturmwärter auf einer schottischen Insel der Hebriden. Real wurde der Fall nie aufgeklärt. Die Autorin versucht daher diese mysteriöse Begebenheit auf ihre Weise zu erklären. Dabei bedient sie sich eines großartigen Kunstgriffs, indem sie die Geschehnisse aus wechselnden Perspektiven der Ehefrauen schildert. So entsteht eine äußerst lebendige Handlung, die eine Sogwirkung auf den Leser ausübt. Absolute Leseempfehlung!

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"Die Leuchtturmwärter" von Emma Stonex ist ein atmosphärisch dichter Spannungsroman, der einen schon von der ersten Seite an packt und einen bis zum Ende nicht mehr loslässt. Ob stürmische See, unheimlicher Nebel oder die merkwürdig niederdrückende Stimmung im Leuchtturm, die Autorin weiß alles so zu schildern, daß man das Meer förmlich rauschen hört und das Salzwasser auf der Zunge schmeckt.

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Wenn drei Leuchtturmwärter spurlos von einer Insel verschwinden … Dies ist der Debütroman der Autorin Emma Stonex und ihr ist damit ein stimmungsvolles und spannendes Drama gelungen. Drei Leuchtturmwärter leben auf einer einsamen Insel, die allerdings nur aus dem Leuchtturm selbst besteht, und verrichten dort wochenlang ihren Dienst. Als am Neujahrsmorgen ein Boot zur Ablöse kommt, sind die drei verschwunden. Die Leuchtturmtür ist von innen verschlossen, die zwei Uhren sind stehengeblieben und für zwei Personen ist der Esstisch gedeckt. Ansonsten fehlt jegliche Spur von den drei Männern. Als zwanzig Jahre nach dem Ereignis ein Schriftsteller dem Geheimnis auf den Grund gehen möchte, stellen die drei Ehefrauen ihre Version dar, was damals wohlgeschehen sein mag. Die Geschichte wird immer aus der Perspektive der darin beteiligten Personen erzählt, sozusagen als kleine Selbstgespräche dieser Leute. Dies ist zum Beginn etwas verwirrend und oft wird etwas angedeutet, was man nicht so ganz versteht. Im Laufe des Romans klärt sich das meiste dann auf. Dennoch empfand ich das oft sehr anstrengend. Die Autorin klärt das Rätsel im Laufe des Buches auf, allerdings muss ich sagen, dass leider einige Fragen für mich offen blieben. Bewundernswert ist, wie Emma Stonex das Meer beschreibt, die Urgewalt, aber auch die Faszination. Sie beschreibt die verschiedenen Farben und Geräusche am Meer so, dass man es vor sich sieht. Dieses Buch ist keine leichte Kost, ab einfühlsam geschrieben und sehr bewegend.

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Ich war ja erst skeptisch gewesen, ob mir das Buch gefallen könnte, aber so eine Geschichte von isolierten Leuchtturm-Wärtern hat mich dann doch interessiert. Und ich muss gestehen, dass mich das Buch dann nicht mehr losgelassen hat und ich es in einem Rutsch bis zum Ende durchgelesen habe: Ein toller "Spannungsroman" mit Anspruch!

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Wenn das Licht ausgeht 1972: Vor der Küste Cornwalls verschwinden in der Silvesternacht alle drei Männer vom Leuchtturm Maiden. Die dicke Stahltür ist von innen verriegelt, der Tisch gedeckt, zwei Uhren sind um Viertel vor neun stehen geblieben. Bestürzt bleiben drei Frauen zurück, die auch zwanzig Jahre später noch keine Gewissheit haben. In eindrucksvoller Art und Weise präsentiert Autorin Emma Stonex diesen Roman, indem sie Erzählungen, Logbucheinträge, Briefe und Interviews geschickt miteinander zu einer spannenden Collage verquickt und so Stück für Stück düstere Geheimnisse offenbart, wobei am Ende doch wieder ein Rest an Ratlosigkeit zurückbleibt. Alles beginnt mit einer Fahrt hinaus aufs offene Meer: wie seit vielen Jahren steuert Jori sein Motorboot zum Turm, um dort einen jungen Mann abzusetzen, der einen der drei Wärter auf der Maiden ablösen soll. Aber – der Turm ist leer, von den Leuchtturmwärtern keine Spur, und das ausgerechnet auf der Maiden, die immer schon berühmt-berüchtigt war für eine ganz besonders seltsame Stimmung. Schnell werden Gerüchte laut, verbreiten sich Klatschgeschichten, ein Schuldiger muss immer gefunden werden. Schließlich werden die Ermittlungen von Seiten der Betreibergesellschaft Trident eingestellt, lediglich regelmäßige Zahlungen als Unterstützung für die Hinterbliebenen bleiben aufrecht. Mit wunderbar plastischen und anschaulichen Vergleichen setzt Stonex jede Szene ins rechte Licht, sei es die gewaltige Gischt, die den Leuchtturm zum Beben bringt oder die träge dahinfließenden Stunden an Tagen wo das Meer ölglatt kein noch so leises Plätschern hervorbringt und die Männer nichts weiter zu tun haben als einem trägen Zeitvertreib nachzugehen. Gefühlvolle und sehr tiefe Einblicke in das Leben am Turm vermittelt die Autorin, indem sie die Wärter selber zu Wort kommen lässt und ihre Faszination von ihrem Beruf und ihr Verantwortungsbewusstsein ebenso wie ihr Unbehagen oder ihre Ungeduld kurz vor der Ablösung darstellt. Abseits von der Enge im Turm gibt es ein „Leben in Freiheit“, am Land, wo die Frauen und Kinder auf die Rückkehr der Wärter warten. Als zwanzig Jahre nach dem Unglück ein Reporter die Geschichte wieder aufrollen will, um ein Buch darüber zu schreiben, löst sich die Starre, werden alte Wunden wieder aufgerissen und wird erneut nach der Wahrheit gesucht. Die Dialoge mit dem Journalisten kommen als Monolog daher, spiegeln den Schmerz wider, der sich über viele Jahre aufgestaut hat und nun in einem unaufhaltsamen Schwall hervorbricht. Gleich einem Fischernetz wird immer bloß ein Teil der Vorfälle aus der Tiefe geborgen und jede Figur hat ihre eigene Sicht auf die Wahrheit. Nur langsam fügen sich auch für den Leser die anfangs teils verwirrenden Puzzleteile zu einem runden Ganzen, das von einer realen Begebenheit inspiriert worden ist. Fazit: Interessante Einblicke in Einsamkeit, Eintönigkeit und Isolation auf dem Leuchtturm sowie in den recht unterschiedlichen Umgang mit Verlust, Schmerz und Trauer liefert dieser Roman, der wohltuend hervorsticht aus der breiten Masse. Titel Die Leuchtturmwärter Autor Emma Stonex ISBN 978-3-10-397037-1 Sprache Deutsch Ausgabe gebundenes Buch, 432 Seiten ebenfalls erhältlich als ebook und Hörbuch Erscheinungsdatum 25. August 2021 Verlag S. Fischer Originaltitel The Lamplighters Übersetzer Eva Kemper

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Leuchtturmwärter Wie hätte es sein können? Dieser Frage widmet sich Stonex in ihrem Debüt. Die verschwundenen Leuchtturmwärter von Eilean Mor etwas anders erzählt. Stonex erzählt die Geschichte in zwei Zeitebenen und aus 6 Perspektiven. Die drei verschwundenen Leuchtturmwärter und ihren zurückbleibenden Frauen. Was alle sechs auszeichnet ist ihre Sprachlosigkeit, die Männer sind es gewohnt wochenlang mitten auf der See in einer verschworenen Gemeinschaft zu leben. Viel zu erzählen bzw nichts zu erzählen, die Frauen bleiben zurück am Land und meistern ihren Alltag ohne Männer, in einer Zeit, wo Männer noch das Familienoberhaupt waren. Die Landaufenthalte der Männer werden genutzt um Alltag zu leben. Aber es wird nicht viel geredet bzw. grundsätzliches nicht ausgesprochen. So erlebt jeder den anderen so wie er denkt, dass der andere wäre. Und dann sind sie weg! Doch warum? Wie kommen die Frauen damit klar? Sie vereinen sich nicht in der Trauer, sondern entzweien sich auch hier aufgrund der Sprachlosigkeit und ihren Geheimnissen, die sie nicht teilen wollen. Stonex schafft es die Atmosphäre auf dem Turm wie auf dem Land gut einzufangen, sie erzählt spannend. Das Rumoren auf dem Turm steigert sich zu einer Ahnung, einer Gewissheit einem Ende. Wird es so gewesen sein? Einzig störend fand ich den Erzählstrang mit Sid und Ed, hier sollte wohl noch ein bisschen Mystery her. Aber die weisse Elster hat mir gefallen. Das Buch ist empfehlenswert Spannung, Psychologie und ein ungewöhnlicher Handlungsort.

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Diese Geschichte der drei verschollenen Leuchtturmwärter ist fiktiv, doch basiert sie auf einer wahren Begebenheit auf der Insel Eilean Mor in Schottland, die bis heute nicht aufgeklärt ist. Allein diese Prämisse hat mich sehr neugirierig gemacht. Zudem hab ich ein unerklärliches Interesse an Schiffen und dem Meer – ein Leuchtturm liegt da auch ziemlich nah. Und ich wurde nicht enttäuscht. Dieser Roman hat mir sehr gut gefallen! Wir Leser lernen viel über das Leben eines Leuchtturmwärters. Zu dritt für mehrere Wochen im Dienst. Eingepfercht in einem schmalen Gebäude. Internet? Ha! Heutzutage ist alles automatisiert und ich hab mir die Gedanken gemacht, wie es früher ablief. Es ist super interessant und gleichzeitig sehr bedrückend. Generell gibt es viele Passagen in dem Roman, die mir ein ungutes Gefühl gaben. Ich bin mir sicher, das war gewollt von der Autorin. Denn diese Atmosphäre passt perfekt zu der Geschichte. Sie schreibt in verschiedenen Zeitebenen und aus der Sicht von verschiedenen Personen – dennoch ist es nie unübersichtlich. Eher macht diese Vielschichtigkeit den Roman noch spannender. Ich konnte kaum aufhören zu lesen, und hab die vielen Seiten innerhalb von zwei Tagen gelesen. Die Figuren sind sehr authentisch, zumindest fühlten sie sich für mich sehr echt an. Nach und nach geben sie ihre Geheimnisse preis, die die gesamte Geschichte in einem anderen Licht dastehen lassen. Ich mag die Idee von der Autorin – ihre Theorie, was hätte sein können. Und auch die Meta Ebene, dass hier ein Autor die Geschichte der drei Männer aufgreift. Es gibt am Ende eine Auflösung. So ganz zufrieden bin ich nicht. Sie ist plausibel, hätte aber irgendwie spektakulärer sein können. Insgesamt ist der Roman allerdings sehr rund und temporeich. Ich bin absoluter Fan bin Emma Stonex geworden und will nach diesem Debüt auf jeden Fall noch mehr von ihr lesen! Fazit: Ein mysteriöses Verschwinden bekommt hier ein Gesicht und eine Geschichte. Ich war gefesselt von der Theorie von Emma Stonex. Ihr Roman ist spannend, vielschichtig und hat mich total eingenommen. Die Einblicke in das psychisch harte Leben der Leuchtturmwärter haben mir als Meer-&-Schiff-Geschichten Fan sehr gut gefallen!

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Ein wirklich richtig stimmungsvolles Buch, das an eine wahre Geschichte angelehhnt ist (auch total spannend)! Habe ich sehr gerne von der ersten bis zur letzten Seite gelesen. Für alle, die es auch gerne gelesen haben, empfehle ich noch den Film "Der Leuchtturm" mit Dafoe und Pattinson.

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Ah, Leuchttürme. Sie üben auf viele Menschen eine Faszination aus und ich bin da keine Ausnahme. Als Person, die gerne Videospiele zockt, habe ich natürlich auch schon den ein oder anderen fiktiven Leuchtturm erkundet, denn die kommen da relativ häufig vor, wenn man mal drüber nachdenkt. Als ich jedenfalls Titel, Cover und Klappentext dieses Buches gesehen bzw. gelesen habe, war ich sofort Feuer und Flamme. Ein Leuchtturm weit draußen, mitten im Meer, vom Land aus grade noch so zu sehen. Drei Wärter sind seit gut vierzig Tagen dort, als sich die Ablöse auf den Weg macht. Doch der Turm ist leer, die Wärter sind spurlos verschwunden, obwohl die schwere Tür von innen verschlossen ist. Ein Suchteam durchkämmt alles, findet aber lediglich einen gedeckten Tisch, der aussieht, als hätte grade noch jemand daran gesessen. Alle Uhren sind zur gleichen Zeit stehen geblieben. Was ist passiert? Zwanzig Jahre später wird ein Autor auf die Geschichte aufmerksam und beginnt, die Frauen der Wärter zu interviewen... "Die Leuchtturmwäter" ist abwechselnd aus der Sicht von sechs Personen zu zwei verschiedenen Zeiten geschrieben und das hört sich erstmal viel an, ist aber überraschend stimmig und wenig verwirrend. Im Jahr 1992 erzählen die Frauen (Helen, Jenny und Michelle) ihre Sicht der Dinge in der dritten Person. Zwischendrin gibt es dann Kapitel, in denen sie mit dem Autor sprechen, der sich für die Geschichte interessiert. Diese sind wie ein langer Monolog in der Ich-Form geschrieben, der Autor kommt nicht direkt zu Wort, man kann anhand der Antworten der Frauen nur erahnen, was er fragt. Im Jahr 1972 berichten die Männer (Arthur, Bill und Vince) ebenfalls in der Ich-Form, wie es ihnen auf dem Turm ergeht. Am Anfang ist alles noch ziemlich mysteriös und schnell wird klar, dass es mehrere Geheimnisse gibt, die sich nach und nach mit der Story entfalten. Ohne großen Knall, sondern ganz leise und natürlich. Das hat mir ziemlich gefallen. Die Charaktere wirkten auf mich realistisch und mehrdimensional. Alle haben ihr Päckchen zu tragen. Der Part der Wärter ist bedrückend und beengt, genau wie der Turm selbst, von dem man nicht einfach so wegkommt, wenn man erstmal da ist. Gleichzeitig gibt es auch einen kleinen Einblick in die Arbeit der Männer, was schon sehr interessant ist, vor allem, da es diesen Beruf heute nicht mehr gibt. Man merkt, dass sich die Autorin sehr mit der Thematik auseinandergesetzt und ihre Hausaufgaben gemacht hat. (Außerdem hat sie sich von einem echten Fall inspirieren lassen, denn um 1900 sind tatsächlich drei Wärter in Schottland auf mysteriöse Weise verschwunden.) Die Frauen gefielen mir im Laufe der Geschichte immer besser und ich habe ihren Part - vor allem zum Ende hin - als sehr hoffnungsvoll empfunden. Trotz allem, was zwischen ihnen steht, haben sie eine Verbindung. Insgesamt eine tolle Geschichte, mysteriös, bedrückend, traurig, aber eben auch mit Hoffnungsschimmer. Ich ziehe nur einen Stern ab, weil es an manchen Stellen etwas zu langatmig wurde.

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Ein toller, unglaublich stimmungsvoller Roman, basierend auf einer wahren Begebenheit. In der Silvesternacht 1972 verschwinden drei Wärter vom einsamen Leuchtturm Maiden Rock, der sich auf einer Insel vor der Küste befindet. Die Tür des Leuchttturms ist von innen verriegelt, zwei Uhren sind zur gleichen Zeit stehen geblieben, und von den drei Männern findet sich keine Spur. Sind sie einem Verbrechen zum Opfer gefallen? Hat sich unter den dreien etwas Schreckliches ereignet? Es wird nie geklärt. Zwanzig Jahre später macht sich ein Schriftsteller auf, Antworten auf diese Fragen zu finden. Er befragt die Frauen der Verschwundenen, die zum ersten Mal ihre Geschichte erzählen dürfen. Schnell wird klar, dass die verschwundenen Männer und ihre Frauen ein enges Netz aus Geheimnissen, Lügen und Verrat verbunden hat, das zu den Ereignissen der dramatischen Silvesternacht geführt hat. Aus wechselnden Perspektiven wird dem Leser die Geschichte erzählt. Dabei wählt Emma Stonex eine Sprache, die den Leser von der ersten Seite an in diese einsame Welt inmitten des tosenden Meeres mitnimmt. Nach und nach enthüllt sie das Bild dessen, was auf dem Leuchtturm geschehen ist und spielt gekonnt mit der verschwimmenden Grenze zwischen Einbildung und Realität.

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In diesem Buch erlebt der Leser die ganze Bandbreite der Gefühle. Verlust, Trauer, Verrat, Liebe, Hoffnung und Resignation. Die Geschichte wühlt auf, in einer Silvesternacht verschwinden drei Leuchtturmwärter spurlos. Auch zwanzig Jahre später trauern die Frauen dieser Wärter immer noch. Erzählt wird auf zwei Zeitebenen über diese Lebensgeschichten. Sehr beeindruckend.

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Jeweils drei Männer leben als Leuchtturmwärter miteinander auf engstem Raum weit draußen im Meer. Wie hält man es (miteinander) aus in einem Alltag, der geprägt ist von Einsamkeit, Routine und Langeweile? Was bedeutet ein solches Leben für die Angehörigen, deren Alltag geprägt ist von dem Wissen, dass das Meer immer an erster Stelle steht für einen Leuchtturmwärter? Im Mittelpunkt des Romans steht das rätselhafte Verschwinden von drei Leuchtturmwärtern und die Frage, ob und wie ihre Ehefrauen mit dem unerklärlichen Verlust und der quälenden Ungewissheit umgehen.

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Drei Leuchtturmwärter verschwinden 1972 spurlos von ihrem Leuchtturm vor der englischen Küste. Als die Ablösung ankommt, ist der Turm von innen verschlossen und menschenleer. Was bleibt ist die Frage danach, was geschehen ist. Die Untersuchungen der Betreiberunternehmung führen ins Leere und werden auch nur halbherzig geführt. Die Partnerinnen der Wärter bleiben mit der Ungewissheit in ihrem Leben gefangen. Die ersehnte Wahrheit scheint vom Meer begraben zu bleiben. 20 Jahre später werden die drei Frauen von einem Schriftsteller kontaktiert, der nach seinen Erfolgen mit fiktiven Geschichten nun eine Sachbuch über die verschwundenen Leuchtturmwärter verfassen möchte. Die Leuchtturmwärter springt zwischen den Ereignissen 1972 und den Interviews 1992 hin und her, die Ereignisse werden von den Zurückgebliebenen aus ihrer Sicht beleuchtet und gleichzeitig entwickeln sich die Geschehnisse auf dem Leuchtturm. Entstanden ist eine spannende Geschichte, die den Wunsch nach der Wahrheit, nach Auflösung erweckt und fast unerträglich werden lässt. Was ist 1972 auf dem Leuchtturm geschehen? Emma Stonex hat eine wahre Begebenheit als Grundstein für ihr Buch Die Leuchtturmwärter genommen - um 1900 sind tatsächlich drei Leuchtturmwärter spurlos verschwunden - und hat daraus eine ganz eigene Geschichte entstehen lassen. Sie spielt mit dem Wunsch der Leser*innen nach der absoluten Wahrheit. Denn wir möchten in der Regel erfahren, was wirklich geschah. Doch dieses Privileg kann nicht immer erfüllt werden, gerade in Geschichten aus dem echten Leben. Gekonnt vermischt Stonex Realität und Fiktion, Überzeugung und Fakten. Die Leuchtturmwärter liest sich wie ein Krimi, aber auch wie eine Studie darüber, was mit Menschen geschieht, wenn ein Abschluss fehlt.

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Emma Stonex orientiert sich bei ihrem Debüt-Roman auf eine wahre Geschichte, die sich im Jahr 1900 auf dem Flannan Isles Leuchtturm zugetragen hatte, nämlich, dass die damaligen Leuchtturmwärter auf rätselhafte Weise verschwunden waren. Emma Stonex Geschichte ist aber dennoch fiktiv, sie hat sich lediglich von der alten Geschichte inspirieren lassen. 1972: Drei Leuchtturmwärter vom Maiden Rock Leuchtturm (im Internet findet man übrigens spektakuläre Fotos) verschwinden spurlos. Die schwere Zutrittstüre des Leuchtturms ist von innen verschlossen, zwei Uhren sind auf die Sekunde genau, zur gleichen Zeit stehengeblieben. Was genau ist mit den Personen in der maritimen Abgeschiedenheit geschehen? Natürlich ist dieses unglaubliche Szenario ein Nährboden für etwaige Verschwörungstheorien. 1992: 20 Jahre sind seit dem Unglück vergangen. Ein Autor interessiert sich für das Verschwinden der Männer und im Zuge seiner Recherchen, interviewt er die hinterbliebenden Frauen der Wärter. Jede der Frauen, stand damals in einer anderen Lebensphase, somit entstehen die unterschiedlichsten Blickwinkel auf die damalige Zeit und auf das Verschwinden der Männer, auch weil jede der Frauen anders mit der eigenen Trauer und dem Verlust ihres Lebensgefährten in den letzten Jahren umgegangen ist. Logbucheinträge, sowie offizielle Schreiben der Leuchtturmgesellschaft runden die Erzählung ab, sodass man der Lösung Schritt für Schritt näher kommt. Emma Stonex hat sich sehr viel Mühe mit ihren Charakteren gemacht. Man lernt die Frauen, aber auch die Männer nach und nach kennen. Als Leser verfolgt man deren Lebenswege und entdeckt die feinen Verstrickungen die von der Autorin geschickt platziert wurden, sodass ein feines Netz um die Erzählung gesponnen wurde. Interessant empfand ich an diesem Roman die Art und Weise wie er geschrieben wurde. Der ständige Wechsel zwischen den unterschiedlichen Erzählformen ist zwar manchmal etwas verwirrend aber lockert die Geschichte auf. Die Geschichten der Männer haben mich etwas mehr angesprochen, ich konnte mir dadurch die Arbeit aber vor allem die psychische Belastung auf einem Leuchtturm sehr gut vorstellen. Die Einsamkeit auf nur wenigen Quadratmetern auf offener See ohne Privatsphäre muss erdrückend gewesen sein. Auch die Interviews des Autors fand ich sehr gut gelungen. Die Interviews lesen sich mehr wie ein Monolog, da man die Fragen des Autors nicht zu lesen bekommt, aber man hat dennoch eine sehr gute Vorstellung des Gespräches. Das Meer mit all seiner Kraft ist ein wichtiger Bestandteil dieser Geschichte. Emma Stonex macht es bis zum Schluss spannend, tatsächlich hatte ich bis zum Ende keine Vorstellung was mit den Männern geschehen sein könnte. Starke Gefühle, tolle Figuren, interessante Dialoge bzw. Monologe sowie ein ruhiger Aufbau mit leisen Tönen, lässt einen in die Geschichte eintauchen. Leider wurden aus meiner Sicht nicht alle Fragen lückenlos aufgeklärt, ein Puzzle wie dieses hätte vielleicht eine klarere Auflösung verdient.

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ein ganz aussergewöhnlicher Debütroman. Düster wie das Meer, das den Leuchtturm umtost, kommen nach und nach die Geheimnisse der Protagonisten ans Licht.

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Klapptext: In der Silvesternacht verschwinden vor der Küste Cornwalls drei Männer spurlos von einem Leuchtturm. Die Tür ist von innen verschlossen. Der zum Abendessen gedeckte Tisch unberührt. Zurück bleiben drei Frauen, die auch zwei Jahrzehnte später von dem rätselhaften Geschehen verfolgt werden. Die Tragödie hätte Helen, Jenny und Michelle zusammenbringen sollen, hat sie aber auseinandergerissen. Fazit: Es ist ein Buch in welchem fesselndes Drama und Verlust und Trauer eine grosse Rolle spielen. Doch auch über die Liebe, welche es braucht. In Logbucheinträgen und Briefen wird nun Stück um Stück zusammen getragen, was auf dem Leuchtturm geschehen ist. Es geht weit in die Vergangenheit zurück. Das Lesen ist so spannend, weil jeder zu Worte kommt die Leuchtturmwärter sowie ihre Frauen. Jeder hat seine Sicht der Dinge. Es werden tiefe Menschliche Gefühle an den Tag gebracht. Auch die Schatten, die jeder von uns in sich trägt, werden nicht ausgeklammert. Beim Lesen kommen viele Gedanken auf, wie und was passiert sein könnte. Empfehlenswert.

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Drei Leuchtturmwärter verschwinden auf unerklärliche Weise spurlos von ihrem schwer zugänglichen Turm. Ihre Angehörigen und Familien tragen schwer an der Ungewissheit und an ihrem Schicksal. Jahre später macht sich ein Reporter daran, Details der Geschichte zu klären und stößt auf mehr als ein Geheimnis. Eine düstere Geschichte von der sturmgepeitschten schottischen Küste, rau, abweisend und geheimnisvoll, in der menschliche Abgründe eine ebenso große Rolle spielen wie die Macht und Willkür der Elemente. Nichts, was man bei trübem Herbstwetter und in trauriger Stimmung lesen sollte. Trotzdem ein starker, fesselnder und eindrucksvoller Roman mit einer ganz besonderen Atmosphäre. Für Liebhaber geheimnisvoller und etwas düsterer Geschichten...

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Ein ganz ungewöhnliches Buch. An einigen wenigen Stellen mag es mal kurzzeitig etwas langatmig wirken, aber das ist nötig um diese gewaltige Atmosphäre aufzubauen und dem unbedarften Leser das Leben auf einem Leuchtturm näher zu bringen. Denn da herrschen ganz andere Sitten und ein ganz anderer Rhythmus als an Land. 4 Männer, die sich abwechseln, so dass immer 3 davon für 8 Wochen auf dem Leuchtturm sind, dann 4 Wochen an Land. So ergeben sich zwar immer mal wieder andere Konstellationen, trotzdem muss man irgendwie miteinander auskommen, bei viel Langewile und ständigem Putzdienst, egal ob am Leuchtturm oder am Spülbecken. Das Buch wirkt erstmal ein wenig wirr, denn es beginnt aus Sicht der Ehefrauen. Wenn eine von ihnen erzählt, dann ist es Mitte der 90er. Die Perspektive der Ehemänner ist immer kurz vor dem mysteriösen Ereignis, bei dem alle 3 Männer in den 70er spurlos von dem Leuchtturm verschwinden. Unglaublich, was so etwas auch noch nach 20 Jahren mit den Ehefrauen anrichtet. Man muss dem Buch etwas Zeit geben, bis es seine "Magie" entwickelt. Aber wenn es den Leser dann erstmal gepackt hat lässt es ihn nicht mehr los. Dranbleiben lohnt sich also sehr.

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Das Buch ist inhaltlich sehr interessant und spannend. Aufbau, Form und Sprache unterstützen diesen Eindruck. Insgesamt sehr empfehlenswert.

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An der Küste von Cornwall verschwinden in einer Silvesternacht in den frühen siebziger Jahren 3 Leuchtturmwärter spurlos. Noch Jahrzehnte später gibt dieses Verschwinden den zurückgebliebenen Frauen Rätsel auf und überschattet deren Leben.... Durch den spannenden Beginn der Geschichte war ich von Anfang an begeistert von der Geschichte und habe das Buch in einem Zug "verschlungen". Die verschiedenen Zeitebenen der Erzählung sind geschickt miteinander verwoben und durch die unterschiedlichen Blickwinkel (die Verschwundenen berichten immer jeweils einen Teil der Geschehnisse auf dem Leuchtturm) war ich immer wieder neugierig weiterzulesen. Ein sehr gelungenes Debüt, unbedingt lesen!

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Auf dem Leuchtturm Maiden verschwinden auf mysteriöse Art in der Silvesternacht 1972 der Oberwärter Arthur Black, der Wärter Williams Bill Walker und der Hilfswärter Vincent Bourne. Aber was passierte genau und warum? 1992, also 20 Jahre später, will der Autor Dan Sharp einen Roman über diese Geschichte schreiben und befragt dazu die hinterbliebenen Frauen, bzw. die Freundin, der Verstorbenen. Die Leserschaft bewegt sich somit auf zwei Zeitebenen! Wir erfahren die kleinen und großen Geheimnisse der Besatzung und ihrer Familien, die Herausforderungen eines Lebens in zeitlichen Etappen auf dem Leuchtturm und für die Frauen eines Lebens in den Maiden-Rock-Cottages. Was für eine Rolle spielte Sid, der Mechaniker, der doch gar nicht zum Turm geschickt worden war? Hat die Vergangenheit von Vincent mit dem Verschwinden zu tun? Konnten die Frauen ihren Verlust verarbeiten? Die Spannung wurde geschickt aufgebaut und ist fast mit Händen greifbar - dazu erfasst einem das Grauen, das Entsetzen vor etwas Unheimlichen! Ich hörte das Meer rauschen, die Wellen an den Leuchtturm peitschen und konnte das Salzwasser riechen! Wirklich beeindruckend beschrieben!

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...hinter jeder Welle zeigt sich etwas Neues... Ich freue mich sehr über diesen dichten, atmosphärischen, ruhigen Roman, der so vieles ist: Liebesgeschichte(n), Psychogramme, Studie über Einsamkeit und Alleinesein, Lebens- und Lügengeschichten....nicht zuletzt eine Studie über das Meer. Jede Figur gibt dem Erzählen eine eigene Wendung, neue Überraschungen, nie kannst du dir sicher sein, was tatsächlich wahr ist. Ein außergewöhnlich fesselndes Debüt!

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Ein einsamer Leuchtturm und drei durch die Arbeit aneinander gekettete Männer, die in einer Silvesternacht spurlos aus dem von innen verschlossenem Leuchtturm verschwinden. Und weitere Dinge geben Rätsel auf: Warum blieb das Abendessen unberührt und alle Uhren zur selben Zeit stehen? Inspiriert von einer wahren Begebenheit hat Emma Stonex einen tiefgründigen Roman erschaffen, der Einblick in das Seelenleben der verschiedenen Protagonisten gibt. Hinter dem mysteriös anmutendem Ereignis stehen eine Vielzahl von möglichen Geschehnissen, basierend auf den (gedacht von den Anderen unbekannten) Geheimnissen jedes einzelnen Charakters. Es gibt immer zwei Seiten und je länger man in dieses Buch eintaucht umso verständlicher wird der tragische Ausgang. Jede(r) der Hinterbliebenen versucht sich auf eigene Weise mit dem Geschehen auseinanderzusetzen und manövriert sich dadurch in eine selbstverschuldete Isolation. Erst ihr Kontakt untereinander lässt sie mit dem erlebten Trauma abschließen. Ehrlich gesagt hatte ich ein etwas anderes Buch erwartet und tat mich anfänglich etwas schwer, aber ich habe das Weiterlesen nicht bereut. Das ungeklärte Mysterium passt wunderbar in die heutige oberflächliche und nach Sensationen heischende Zeit. Aber es sind die Menschen und Schicksale die dahinter stehen und einer genaueren Betrachtung bedürfen. Dies ist der Autorin hervorragend gelungen und ich empfehle dieses berührende Buch gern weiter.

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4,5 Sterne Rätselhafte Ereignisse am Maiden Rock – Sprachgewaltiges, atmosphärisches Debüt Es ist eine kalte Silvesternacht, als die drei Wärter vor der Küste Cornwalls spurlos von ihrem Leuchtturm verschwinden. Die Tür, von innen verschlossen, der Tisch, zum Abendessen gedeckt, die Uhren, stehen geblieben. Auch zwei Jahrzehnte später ist das rätselhafte Verschwinden der Männer nicht aufgeklärt. Zurück bleiben drei Frauen, auf unterschiedliche Weise mit der Tragödie fertig werden, die sie nicht zusammengeschweißt, sondern auseinandergebracht hat. 20 Jahre später möchte ein Schriftsteller die Ereignisse von damals in einem Roman aufleben lassen und zum ersten Mal erzählen die Frauen ihre Seite der Geschichte… Meine Meinung: „Die Leuchtturmwärter“, ein Buch das mich sofort neugierig gemacht hat, einmal wegen der mysteriösen Geschichte die sich dahinter verbirgt und auch wegen dem wie ich finde wunderschönen Cover. Es ist das Debüt der Engländerin Emma Stonex, die ihre Faszination für Leuchttürme und das rätselhafte Verschwinden dreier Leuchtturmwärter auf den Flannan Isles zu ihrem Roman inspiriert hat. Eine sprachgewaltige, faszinierende Geschichte, bildgewaltig, klug und intelligent geschrieben. Es ist eine unglaubliche Geschichte, die Emma Stonex in ihrem Debütroman verarbeitet. Die drei Leuchtturmwärter vom Maiden Rock verschwinden spurlos von ihrem Arbeitsplatz, es gibt keine Hinweise für ihr Verschwinden, die Suchtrupps kommen erfolglos zurück. Bis heute weiß niemand, was mit den Männern in der Silvesternacht 1972 geschehen ist. Die drei Frauen, die die Wärter zurückgelassen haben, erzählen viele Jahre später ihren Teil der Geschichte. Vom Hoffen und Bangen, von Geheimnissen und Lügen und von einem Leben voller Entbehrungen. Die Autorin lässt ihre Protagonisten abwechselnd zu Wort kommen. Ich lausche den Erzählungen von Helen, Jenny und Michelle, erfahre von ihren heutigen Leben, die sich ganz unterschiedlich entwickelt haben, mal erfahre ich von ihren Empfindungen aus der Zeit, als die Männer verschwunden sind und wie es davor war, als diese oft monatelang von zu Hause fort waren, nur wenige Kilometer, getrennt durch das Meer, entfernt und doch unerreichbar. Dann schickt mich die Story weiter zu den drei Leuchtturmwärtern auf den Maiden Rock. Auch Arthur, Vince und Bill begleite ich bei ihrer interessanten, wenn auch immer gleichen, manchmal eintönigen Arbeit. Ich erlebe die beklommene Enge im Turm, höre das Meer gegen die Felsen peitschen und den Wind heulen. Man muss schon sehr aufmerksam lesen, die ständigen Wechsel der erzählenden Personen und der Zeiten sind anspruchsvoll. Hin und wieder schleichen sich langatmige Passagen ein, das hindert mich manchmal am flüssigen Lesen. Der Wunsch, endlich herausfinden, was sich hinter dem Verschwinden der Männer verbirgt peitscht mich durch die Seiten. Emma Stonex lüftet das Geheimnis erstklassig, entwirrt alles schlüssig und ruhig, ohne großes Tamtam und Getöse und sie zaubert während der ganzen Lektüre stimmungsvolle, glasklare Bilder in meinen Kopf und auch die Figuren die sie gezeichnet hat sind tiefgründig, echt und glaubwürdig. Mein Fazit: Eine einnehmende, kluge Story, bildgewaltig, beklemmend und mysteriös und mit schöner Sprache erzählt. Ohne die Längen, die sich hin und wieder einschleichen, wäre es perfekt. Trotz der Kritikpunkte gibt es von mir eine absolute Leseempfehlung für diesen außergewöhnlichen Roman.

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Die See ist unruhig, in der Silvesternacht des Dezember 1972 als sich Kapitän Jory Martin sich mit einem Maat und einem Gast an Bord auf den Weg macht zum Leuchtturm Maiden, der mitten im Meer steht. Der Gast soll dort für die nächste Zeit als Hilfs-Leuchtturmwärter agieren und den jetzigen ablösen, der heute seine Heimreise antreten darf. So ist es geplant. Doch der Leuchtturm ist leer, verlassen ohne die drei Männer, die hier eigentlich Dienst tun sollten. Unfassbar und unerklärlich, was geht hier vor? Wo sind der Oberwärter Arthur Black, der Wärter William, genannt Bill, Walker und Hilfswärter Vincent Bourne? An Land bleiben die drei Frauen der Männer, Helen, Jenny und Michelle, allein und sie müssen sehen, wie sie ihr künftiges Leben bewältigen sollen, eine Stütze sind sie einander dabei eher nicht. - Zwanzig Jahre später möchte der Schriftsteller Dan Sharp das Rätsel lösen und die Vorgänge aufklären ... Die Sprache, die Emma Stonex verwendet, ist poetisch angehaucht, ihre Worte sind gewaltig und intensiv. Überhaupt gefällt mir der Schreibstil der Autorin sehr gut. Sie baut eine schöne, mystische Spannung auf, ihr gewähltes Tempo ist perfekt. Die Geschichte selbst ist zwar fiktiv, so wie auch Emma Stonex' Figuren, doch gab es tatsächlich einen solchen Vorfall: auf einem abgelegenen Leuchtturm auf der Insel Eilean Mòr in den Äußeren Hebriden verschwanden drei Männer im Dezember des Jahres 1900. Das feuert die Geschichte zusätzlich an und lässt mich mit Gänsehaut bibbern. Emma Stonex beschreibt die einzelnen Szenen mit einer faszinierenden Liebe zum Detail, ich kann alles wie im Film vor meinen Augen ablaufen sehen. Der Roman ist anspruchsvoll und von hohem Niveau, ganz sicher keine Lektüre für zwischendurch oder auf die Schnelle; dieses Buch erfordert Zeit und Aufmerksamkeit. Nur in kleinen Häppchen gibt es immer neue Details zu den Leben der drei Männern wie ihrer Frauen, dadurch bestimmt ein dunkler und bedrückender Ton den Roman, einfach schaurig schön! So klar vergebe ich hier fünf von fünf möglichen Sternen und empfehle das Buch kompromisslos weiter. Ich bin mir sicher, das dieser Mystery-Spannungsroman die Leser und Leserinnen begeistern wird, so wie mich. Ich habe ihn nahezu verschlungen und konnte ihn nicht mehr aus den Händen legen. Aber Vorsicht: er ist nichts für schwache Nerven!

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3 Männer verschwinden spurlos von einem Leuchtturm auf dem sie Dienst versehen. Die Tür war von innen verschlossen, die Wohnräume sind aufgräumt, Was ist passiert? Aus diesem wahren Hintergrund spinnt die Autorin eine fiktive Geschichte über die 3 Männer, ihre Frauen und die Interessen der Betreiberfirma der Leuchttürme. In wessen Seele gibt es Untiefen die zu welchen Ereignissen geführt haben? Eifersüchteleien, Liebe, Depressionen brodeln in jedem der Menschen, aber wer würde soweit gehen, seine Kameraden zu verraten? is überhaupt etwas Reales passiert? Eine spannende Geschichte, in der man die See brodeln hört und die Einsamkeit der Menschen spürt.

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Ich habe das Buch genossen! Ich mag bzw kann keine Details des Buches wiedergeben - es ist zwar kein Krimi, aber es geht um die von der Autorin erdachte Handlung im Sinne eines "so passierte es", und ich würde dem Buch etwas nehmen. Es beruht auf einer wahren Geschichte aus dem Jahr 1900, als drei Leuchtturmwärter aus einem Leuchtturm verschwanden, ohne dass man bis heute weiß, was geschah. Ich habe es nachgelesen: es ranken sich allerlei Mythen um dieses Verschwinden, natürlich fehlen auch die Außerirdischen nicht...., aber dies hier ist nun die Idee der Autorin, was passiert sein könnte, und sie transferriert die Geschichte von 1900 zu 1972 (Zeitpunkt des Verschwindens) bzw 1992, als die Beteiligten die Geschichte aus ihrer jeweiligen Sicht erzählten. Toll geschrieben! Interessant aufgebaut! Ich hoffe sehr, dass viele Leser dem Buch eine Chance geben - der Titel verheisst nicht wirklich etwas Spannendes oder Interessantes, viel weniger, als dahinter steckt in meinen Augen. Daher muss es ganz oft besprochen werden!!! Ich werde diese Bewertung nach dem Erscheinungsdatum bei amazon posten. Bei Goodreads kann ich es jetzt schon einstellen. Herzlichen Dank an den Verlag und Netgalley für das Leseexemplar!

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Wie konnten drei Leuchtturmwärter spurlos verschwinden? Atmosphärisches und intensives Leseerlebnis „Auf einen Landmenschen wirkt das Meer ziemlich beständig, aber Jory weiß, dass es das nicht ist: Es ist launisch und unberechenbar, und wenn man nicht aufpasst, erwischt es einen.“ 1972 verschwinden drei Leuchtturmwärter vom Maiden Rock-Leuchtturm vor der Küste Cornwalls spurlos. Sie lassen ihre drei Frauen Helen, Jennifer und Michelle zurück. Zwei Jahrzehnte später möchte der Autor Dan Sharp herausfinden, was mit den Männer wirklich geschah. Er spricht mit den Frauen, die alle ihre persönlichen, gut gehüteten Geheimnisse haben. Ob die Wahrheit endlich ans Licht kommt? Emma Stonex schreibt klar, verständlich und stilistisch „schön“. Viele der treffenden, bemerkenswerten Sätze musste ich immer wieder lesen, so beeindruckt haben sie mich. Die Autorin setzt bewusst, gekonnt und abwechslungsreich ganz verschiedene sprachliche Stilmittel ein. Wenn Helen beispielsweise Dan Sharp ein Interview gibt, gibt Stonex nur das wieder, was Helen denkt, was in ihr vorgeht, was sie sagt. Was Dan Sharp zum Gespräch beiträgt, wird nicht erwähnt. Ein Dialog wird also einseitig betrachtet zum Monolog. Stonex kreiert dadurch eine besondere Atmosphäre. Die ganz eigene Stimmung, die Einsamkeit auf dem Leuchtturm, fängt sie präzise und treffend ein. Stonex erzählt nicht chronologisch. Die Erlebnisse und Gedanken der Frauen 1992 werden genauso ausführlich geschildert wie die Rückblenden aus der Zeit vor dem Verschwinden der Leuchtturmwärter. Nach und nach erhalten die Leser Bruchstücke einer Geschichte, die sich immer klarer zusammenfügt. Wer waren die verschwundenen Männer Arthur, Bill und Vincent wirklich? Die Leser erleben die Männer selbst in Szenen vor ihrem Verschwinden und schließen aus den Erzählungen der Frauen, was diese Männer umtreibt und bewegt. Bill beispielsweise hat ein schwieriges Verhältnis zum Meer: „Ich kann das Meer nicht leiden, und das Meer kann mich nicht leiden. Arthur scheint mit dem Meer und dem Leuchtturm auf unsichtbare Weise verbunden zu sein. Den Tag, an dem Leuchttürme keine Wärter mehr braucht wird, fürchtet er: „Bald und ich denke nicht gerne darüber nach, wie bald, wird eine Maschine meine Arbeit erledigen. Diese Maschine wird den Turm nicht so brauchen wie ich, sie wird ihn nicht. Mit der Technik kann das Licht eingeschaltet und die Nebelkanone abgefeuert werde, aber Technik kann sich nicht um die Leuchttürme kümmern, und das brauchen sie, jemand muss sich um ihre Substanz kümmern, um ihre Seele.“ Vince hat eine schwere Kindheit, ist in verschiedenen Pflegefamilien aufgewachsen, er gerät dabei auf die schiefe Bahn und landet im Gefängnis. Durch die Arbeit als Leuchtturmwärter versucht er seiner Vergangenheit zu entfliehen. Doch das ist nahezu unmöglich, wie seine Freundin Michelle erklärt: „Vinny wusste, dass seine Vergangenheit ihn zu Fall bringen würde. Er dachte, egal, was er tat und wie schnell er es tat, die Vergangenheit würde schon da sein und auf ihn warten.“ Mindestens genauso wichtig für die Geschichte sind die Frauen, die zurückbleiben. Helen, Arthurs Frau, fasst es Dan Sharp gegenüber so zusammen: „Die Wahrheit ist, dass Frauen wichtiger füreinander sind. Wichtiger als die Männer, und das werden sie nicht hören wollen, weil es in diesem Buch genau wie in Ihren anderen Büchern um Männer geht oder?“ Helen möchte ihren Verlust gemeinsam mit Jenny, Bills Frau, verarbeiten: „Ich glaube, dass Menschen so etwas miteinander teilen müssen. Wenn so etwas Schlimmes passiert, kann man es nicht allein durchstehen.“ Aber Jenny distanziert sich trotz des gemeinsamen Leids von Helen. Mit Michelle scheint Helen sich besser zu verstehen. Nach und nach wird offensichtlicher, welche Päckchen die Frauen zu tragen haben, welche erschütternden Geheimnisse sie zu verarbeiten haben und warum sich die Frauen verhalten, wie sie sich verhalten. Die Autorin zeigt anschaulich, wie unterschiedlich Menschen auf das vermeintlich selbe Ereignis, auf den großen Verlust reagieren. Gleichzeitig wird klar, dass jede der klar und überzeugend ausgearbeiteten, tiefgründigen Figuren ihre eigene Wahrheit hat und die ganze Lektüre über musste ich rätseln, wie nun alles tatsächlich zusammenhängt. Wahrheit und Wirklichkeit haben mehrere Seiten. Emma Stonex arbeitet den Fall der verschwunden Leuchtturmwärter detailliert aus verschiedenen Perspektiven auf, streift dabei unterschiedliches Genres. Am Ende entwirrt sie - zumindest weitgehend- ein komplexes Geflecht und stellt sechs sehr interessante Figuren und ihre Situation eingehend dar. Imponiert hat mir die Atmosphäre des Romans. Beim Lesen wird fast spürbar deutlich, vor welche Herausforderungen einen das Leben auf dem Leuchtturm stellt, wie dabei manchmal die Grenzen zwischen Realität und Einbildung verschwimmen und welche Auswirkungen dieses Leben auf Beziehungen haben kann. Auch wenn das Ende für manchen Geschmack möglicherweise nicht ganz zur Stimmung und Aussage des Romans passen mag, hat mich der vielschichtige, intensive, dramatische und spannende Roman über Verlust gefesselt und nachhaltig beeindruckt. Ich würde gerne mehr von der Autorin lesen.

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Ein Leuchtturm auf hoher See, drei Männer, die auf diesem Leuchtturm ihren Dienst verrichten und die einfach so spurlos verschwinden; davon handelt dieser absolut lesenswerte Roman, in dessen Sprache ich mich schon auf der ersten Seite verliebt habe. Inspiriert zu diesem Roman hat Emma Stonex die wahre Geschichte der Leuchtturmwärter von Eilean Mòr, einer schottischen Insel. Kurz vor Weihnachten 1900, als die Ablösung zum Leuchtturm gebracht wurde, entdeckte man das Verschwinden der Männer und so, wie das Innere des Turms vorgefunden wurde, stellten sich viele Fragen. Im Laufe der Jahre rankten sich immer mehr Legenden um dieses Mysterium – ein guter Romanstoff also und die Autorin lässt in ihrer Geschichte einen Autor diesen Gedanken aufgreifen und sich zwanzig Jahre später, nachdem die Männer verschwunden sind, auf die Suche nach den hinterbliebenen Frauen machen, um ihre Version des Ganzen aufzuschreiben. Die drei Frauen könnten unterschiedlicher nicht sein. Von Freundschaft oder Zusammenhalt in diesen schweren Zeiten kann keine Rede sein. Sie alle haben ihre eigene Sicht auf die Dinge und gehen auf ganz eigene Weise mit ihrem Verlust und ihrer Trauer um. Doch nicht nur sie kommen zu Wort, wir dürfen auch einen Blick in den Leuchtturm werfen und die Männer kennenlernen, die später so plötzlich verschwunden sind. So sehen wir als Lesende das große Ganze und erkennen zudem Lebenslügen, Tragödien und ein Drama, das das Leben aller verändert hat, die mit den Wärtern lebten. Beim Ende schwächelt Emma Stonex leider ein wenig, wird etwas fahrig und scheint schnell fertig werden zu wollen. Ich hätte mir für dieses wunderbare Buch einen besser durchdachten Schluss gewünscht. Trotzdem bleibt mein Leseeindruck: Mich hat fast alles an diesem Roman sehr beeindruckt; die wahre Geschichte und das, was die Autorin daraus gemacht hat; ihr erzählerisches Können und ihre Sprachgewalt, deren düstere Bilder des Meeres und der Blick in ebenso düstere menschlichen Seelen auch nach dem Lesen nur schwer wieder zu vergessen waren.

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Für die Leuchtturmbehörde und die Betreiberfirma Trident Rock war der Fall der 1972 spurlos vom Maiden Rock verschwundenen Leuchtturmwärter abgeschlossen. Nicht jedoch für die Ehefrauen und den Schriftsteller Dan Sharp, der 20 Jahre später Helen, Jenny und Michelle befragt. Von der genauen Rekonstruktion des Falls und seines möglichen psychologischen Hintergrunds scheint sich Sharp neue Erkenntnisse zu versprechen auf der Suche nach einem bisher unbeachteten Detail. Jede der Frauen hat sehr persönliche Gründe dafür, den Fall wieder aufzunehmen - oder ihn ruhen zu lassen. In der Silvesternacht hatte der Bootsführer des Versorgungsschiffs den Leuchtturm unbesetzt vorgefunden, der Tisch war nur für zwei Personen gedeckt, beide Uhren verstellt worden. Aufgrund des Wetters hätte an den Tagen zuvor kein Boot den Felsen erreichen können, darum kommt Jory Martin mit der Ablösung für einen der Männer erst später als geplant und findet den Leuchtturm leer vor. Niemand mochte glauben, dass aus einem gegen die Winterfluten verrammelten Leuchtturm drei Männer spurlos verschwinden können – und ihre Pflicht einfach im Stich lassen. Maiden Rock galt als sehr spezieller Leuchtturm, 15 Seemeilen von der Küste entfernt, direkt auf eine winzige Felsklippe gebaut, auf der sich niemand einfach mal die Füße vertreten konnte. Sharp nimmt geduldig die Spur dessen auf, was sich auf dem Turm ereignet haben könnte. Wenig verwunderlich trifft er in der eingeschworenen Gemeinschaft der „Wärter“ auf sehr spezielle, genügsame Persönlichkeiten, ein bedrückendes System sozialer Kontrolle zwischen den Leuchtturmwärterfamilien und ganz große Gefühle, die „die Maiden“ bei den Beteiligten auslöste. Auf den Leuchtturm können einige offenbar eifersüchtig sein wie auf eine Person, und die verantwortungsvolle Arbeit ist sehr viel mehr als ein Job. Arthur, der erfahrene Oberwärter, und seine Frau Helen spielten in der Gemeinschaft eine besondere Rolle. Arthur wurde geachtet und bewundert, aber das war längst nicht alles. Jenny war schlicht stinkwütend, dass ihr Billy jedes Mal für Wochen auf dem Felsen verschwand und sie für die drei kleinen Kinder allein zuständig war. Als Erbe einer Genrationskette von Leuchtturmwärtern empfinde ich Billy als durchaus tragische Figur. Vincent, der jüngste der Männer, war nach Absitzen einer Gefängnisstrafe gerade frisch in Freiheit. Man sagte, dass ehemalige Gefangene sich mit der Enge im Turm am besten einrichten konnten. Vincent braucht diese Arbeit unbedingt und würde sich sicher nichts zuschulden kommen lassen – auch wenn er als Vorbestrafter ein willkommenes Bauernopfer zu sein scheint. Die Ereignisse finden an einem Schnittpunkt von Material (der Leuchtturm), Naturgewalten, Gruppendynamik und einer Prise Mystik statt. Emma Stonex lässt den Interviewer Sharp direkt auf der Beziehungsebene einsteigen. Die übrigen Faktoren spielen Nebenrollen, so dass für mich nicht alle Fragen zum Leuchtturm beantwortet wurden. In etwas eintöniger Form kommen die drei Frauen als Icherzählerin zu Wort, aber auch die Innensicht der Männer bleibt nicht verborgen. Jeder trägt Informationen bei, die Emma Stonex‘ Leser immer wieder an den Vorgängen zweifeln lassen. Mit sehr atmosphärischen Schilderungen des sturmumtosten Felsens und einer hochinteressanten Gruppendynamik lässt Emma Stonex ihre fiktive Geschichten zu einem runden Ende kommen. Heute funktionieren Leuchttürme automatisch ohne ihre „Wärter“. --- Der historische Hintergrund Im Jahr 1900 verschwanden vom Flannan-Isles-Leuchtturm auf Eilean Mòr/Äußere Hebriden die drei Leuchtturmwärter. Emma Stonex verlegt in ihrem rein fiktiven Roman das Ereignis ins Jahr 1972 und an die englische Südküste nach C0rnwall.

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Reise in die Vergangenheit Die Idee zu diesem Buch stammt aus einem tatsächlichem Vorfall. Die Autorin hat daraus eine interessante Geschichte gemacht, die aus verschiedenen Perspektiven (der drei verschwundenen Leuchtturmwärter, der zurückgebliebenen Frauen vor und 20 Jahre nach dem Verschwinden) erzählt wird. Am Ende bietet das Buch eine Lösung des Rätsels an, aus den Erzählperspektiven lassen sich aber viele andere Möglichkeiten ableiten, was das Ganze so interessant macht. Keiner kennt alle Puzzlesteinchen, das komplette Bild setzt sich erst am Ende zusammen. Die Geschichte ist plausibel konstruiert und das Buch ist fesselnd geschrieben, es liest sich einfach gut. Besonders interessant fand ich auch die Einblicke in den verschwundenen Beruf des Leuchtturmwärters und der Lebensumstände der Familien. Lesenswert!

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Das Meer ist allgegenwärtig. Wie auch der Verlust und das Gefühl der Trauer. Emma Stonex schreibt mit „Die Leuchtturmwärter“ einen atmosphärisch dichten Roman, der aufwühlt wie eine sturmgepeitschte See. Perfekt eingebunden Der Roman von Emma Stonex führt uns an die Küste von Cornwall. Dort wo sonst Rosamunde Pilchers Figuren am Strand spazieren, steht „The Maiden“, ein Leuchtturm mitten im Meer. In der Silvesternacht vor zwanzig Jahren verschwanden hier die Wärter Arthur, Bill und Vincent spurlos. Als wäre dies nicht sonderbar genug, war die schwere Gusseisen-Tür am Fuße des Turms von innen verschlossen und der Tisch zum Abendessen gedeckt. Mythen und Geheimnisse umwehen das Geschehen auf dem Leuchtturm. Einen realen Hintergrund besitzt diese Geschichte in dem Geschehen auf dem Flannan-Isles-Leuchtturm in Schottland. Hier auf den Hebriden verschwanden im Jahr 1900 drei Wärter ohne eine Spur, geschweige denn eine Erklärung, zu hinterlassen. Zwei Zeitebenen und sechs Blickwinkel Stonex erzählt die Handlung aus sechs Blickwinkeln und in zwei Zeitebenen. Sie wechselt zwischen dem Geschehen auf dem Leuchtturm und den Berichten der Ehefrauen der Wärter zwanzig Jahre später. Erzählt wird grundsätzlich in auktorialer Perspektive, die sich eng an dem Blickwinkel der Person ausrichtet, die gerade im Mittelpunkt steht. So enttarnen sich nach und nach Geheimnisse der Männer und der Frauen. Vincent zum Beispiel hat eine einschlägige Vergangenheit. Aber auch Bill und Arthur tragen Dinge in sich, die düster sind. Es scheint, als würden diese Frauen und Männer zwei verschiedene Leben führen. Eines, wenn sie auf dem Leuchtturm sind, und ein völlig anderes, wenn sie sich bei ihren Familien aufhalten. Atmosphärisch und dicht erzählt Emma Stonex erzählt grandios. Man fühlt die Gischt über sich zusammenbrechen, schmeckt das Salz in der Luft, wird von den Wogen der Gefühle ergriffen und verschlungen. Besonders gelungen sind die Dialoge der Frauen mit dem Autor, bei denen nur sie zu Wort kommen. Stonex lässt den Leser den Part des Autors übernehmen und Leserin und Leser wie selbstverständlich in den Roman ein. Es scheint in der Natur der Sache zu liegen, dass Leuchtturmwärter auf das Meer hinausblicken und den ganzen Tag, besonders aber in der Hundewache, philosophieren. Das Geheimnis um das Verschwinden der Männer hält die Spannung aufrecht. „Die Leuchtturmwärter“ von Emma Stonex ist selbst wie ein Leuchtturm: philosophisch, atmosphärisch dicht, geheimnisvoll und weithin leuchtend. Emma Stonex: Die Leuchtturmwärter S. Fischer 2021 Übersetzung von Eva Kemper 432 Seiten

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Die Einsamkeit eines Leuchtturms Ich bin ein Leuchtturm-Liebhaber,deshalb kam ich um dieses Buch nicht herum. Einsam und verlassen,mitten im Meer oder in Küstennähe anzutreffen ja das sind diese faszinierenden Bauwerke und Wegweiser für Schiffe .Heutzutage ist der Beruf des Leuchtturm-Wärters so gut wie ausgestorben,die Technik machte es möglich. Die Autorin wurde von einer realen Geschichte inspiriert,im Dezember 1900 verschwanden drei Leuchtturm-Wärter auf der Insel Eilean Mòr vor den äußeren Hebriden . Das gab schon damals Anlass für Spekulationen. Die Autorin verlegt diesen fiktiven Roman nach Cornwall und erzählt diesen Roman auf zwei Zeitschienen . Zum einen im Jahr 1972 als das Unglück geschah. Hier baut die Autorin ein klaustrophobisches Szenario auf .Drei Männer , Arthur , Bill und Vince eingesperrt auf engstem Raum , jeder hat hier seine Aufgabe und jeder bringt seine eigene Lebensbiographie mit. Da ist soziale Kompetenz ein wichtiger Baustein. 20 Jahre später besucht Dan Martin,ein bekannter Bestseller -Autor Cornwall . Er möchte für sein neues Buch die hinterbliebenen Frauen Helen,Jenny und Michelle zu Recherchezwecken interviewen . Doch wer annimmt,das dieser Schicksalsschlag die drei Frauen aneinander schweißt,der ist hier auf dem Holzweg . Im Gegenteil,hier kommen die Verstrickungen und lang gehüteten Geheimnisse ans Licht .Das wird von der Autorin hier gut geschildert. Sie hat einen bildhaften Schreibstil und durch die Perspektivwechsel baut sich die Spannung auf . Nichts ist so wie es scheint,Vince ,das jüngste Mitglied der Leuchtturm-Mannschaft hatte keine schöne Jugend und sein Lebensweg wird von Vorurteilen begleitet.Hier versucht die Autorin zu vermitteln,das der erste Eindruck eines Menschen täuschen kann und Michelle stimmt hier überein. Arthur hat schlimmes mit gemacht und versucht durch seine Arbeit den Erinnerungen zu entgehen.Doch den eigenen Geistern entkommt er nicht.Bill scheint als Einziger keine Vergangenheit zu haben und beim näheren hinsehen,tuen sich Abgründe auf,die ich so nicht erwartet hätte.Somit bewegt sich eine Spirale aus Vermutungen und Ängsten in den Köpfen der Männer und brandet in das unweigerliche Ende. Ich habe mich gut unterhalten gefühlt,ein ruhiger Thriller,der in zwei Zeitebenen erzählt wird.

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Zum Inhalt: Aus einem Leuchtturm vor der Küste Cornwalls verschwinden drei Männer spurlos. Und die Tür ist von innen verriegelt, die Uhren sind stehen geblieben. Zurück bleiben die Frauen der Männer, die auch Jahre danach von den seltsamen Ereignissen verfolgt werden. Meine Meinung: Eins dieser Bücher, die einfach besonders sind. Lange fügte sich so nichts richtig zusammen, doch irgendwann entwickelt sich ein Sog, der einen nicht mehr los lässt. Ich fand das Buch ungeheuer beeindruckend, vorallem wenn man bedenkt, dass es ein Erstlingswerk ist. Toller Schreibstil, interessante Geschichte und ein zunächst ungewöhnlicher Aufbau, der aber genau das Besondere ausmacht. Fazit: Ein besonderes Buch

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Gedanken der Einsamkeit, nicht nur von den drei Leuchtturmwärtern, sondern auch von deren Frauen. Das unerklärliche Ereignis steht von Beginn an im Raum – wie konnte so etwas geschehen und wer war dafür verantwortlich? Wenn etwas nicht klar ist, wenn man etwas nicht erklären kann, dann entsteht der Raum für Theorien. Manche sind nachvollziehbar, andere überhaupt nicht. Doch so lange man nichts Genaues weiß, scheint vieles möglich zu sein. Diese Tatsache erhält die Spannung der Geschichte aufrecht. Die Autorin streut sehr geschickt nach und nach Informationen in die angenehm kurzen Kapitel ein. Am Anfang weiß auch der Leser noch nicht viel, doch mit zunehmenden Seiten erfährt man immer etwas mehr. Wie standen die Frauen zu ihren Männern, wie standen sie zu den anderen Männern? Was dachten die Männer über ihre Frauen und über die Frauen der anderen. Und wie war das Verhältnis der Frauen untereinander und das Verhältnis der Männer zueinander? Das wird erst nach und nach klarer und ergibt schließlich ein überzeugendes Gesamtbild. Die Spannung bleibt bis zum Schluss erhalten, auch mysteriöse Ereignisse werden mit eingeflochten. Als Leser entwickelt man eigene Theorien, meine wurde am Schluss dann doch nicht ganz bestätigt. Sehr vielschichtige Gedanken und Empfindungen der beschriebenen Personen werden mit eindrücklicher Sprache dargestellt. An sich normale Menschen müssen mit ungewöhnlichen Situationen zurecht kommen. Die Paare leben ein paar Wochen eng zusammen, dann sind sie wieder wochenlang getrennt. Das tut bestimmt nicht jeder Beziehung gut. Ein Schriftsteller versucht, sich mit Gesprächen mit den drei Frauen der Wärter einen Eindruck zu verschaffen. Die Damen öffnen sich nur langsam, und nur langsam setzt sich ein Bild zusammen, das manchmal auch ein wenig überrascht. Ein großartiges Buch, das mich von Anfang bis Ende gefesselt hat! Man beteiligt sich selbst an den Spekulationen über das Geschehen. Und man lernt auch einiges über Leuchtturmwärter, ihre Leuchttürme, und das Leben in ihnen.

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1972 verschwinden die Leuchtturmwärter Arthur Black, William „Bill“ Walker und Vincent Bourne spurlos von dem Leuchtturm „Maiden“ mitten im Meer vor der Küste Cornwalls. Die Tür des Turms ist von innen verschlossen, der Tisch für zwei anstatt drei Personen gedeckt, die zwei Wanduhren stehen beide auf viertel vor neun. Trotz dieser mysteriösen Umstände wird der Fall schnell zu den Akten gelegt. Vincents kriminelle Vergangenheit bietet genug Gelegenheit, ihm den Mord an seinen Kollegen anzulasten. Motiv, Tathergang und VincentsVerbleib finden keine weitere Beachtung, die Familien der Wärter bleiben nicht nur mit ihren offenen Fragen zurück, sondern werden zusätzlich von den Betreibern des Leuchtturms vertraglich verpflichtet, im Gegenzug für eine lebenslange Versorgung darauf zu verzichten, mit Außenstehenden über den Fall zu reden. Es vergehen zwanzig Jahre, bis der Autor Dan Sharp sich an die Hinterbliebenen, vor allem die Witwen von Arthur und Bill und die ehemalige Verlobte von Vincent, wendet, um den Fall neu aufzurollen und ein Buch darüber zu schreiben. Die drei Frauen sind auf unterschiedliche Weise mit dem schmerzhaften Verlust ihrer Männer umgegangen. Während Arthurs Frau Helen sich so weit wie möglich vom Meer zurückgezogen hat, harrt Jenny, Bills’ Frau, immer noch vor Ort aus und wartet auf die Rückkehr ihres Mannes. Vincents Verlobte Michelle hat einen anderen geheiratet und ist Mutter geworden, kann das Glück, was sie sich mit Vincent erträumt hatte, in ihrem neuen Leben aber nicht finden. Der Kontakt zwischen den drei Frauen ist weniger als sporadisch, das gemeinsame Schicksal hat sie nicht vereint. Dass sie sich entschließen, trotz des Knebelvertrags der Leuchtturmbetreiber, mit Sharp zu reden, liegt vor allem daran, dass keine schweigen will, wenn die anderen reden. Zu groß ist die Angst, dass ein einseitiges Bild entstehen könnte. Und zu groß die Sorge, das lang gehütete Geheimnisse außerhalb der eigenen Kontrolle ans Tageslicht kommen könnten. „Die Leuchtturmwärter“ von Emma Stonex wird an vielen Stellen als Debüt betitelt. Ob es eins ist, konnte ich nicht herausfinden, da andere Quellen von früheren Werken sprechen, die unter einem Pseudonym veröffentlicht worden sein sollen. Wie dem auch sei kann man festhalten, dass Stonex ihren eigenen Ton gefunden hat, eine Sprache, die nicht kompliziert ist, aber trotzdem tief in ihre Figuren eintaucht und sie erstaunlich vielschichtig und lebendig macht. Was ich ebenfalls sehr gelungen fand, war die Strukturierung des Romans. Stonex springt nicht nur zwischen den Zeiten und Personen, sondern auch zwischen personalem und Ich-Erzähler. Dialoge werden zu Monologen, in denen dem Leser nur eine Hälfte der Konversation präsentiert wird, wodurch der Fokus auf die betreffende Person noch schärfer wird. Und diese vielen Wechsel funktionieren, fügen sich zu einem komplexen und doch homogenen Bild zusammen. Am meisten hat mich an dem Buch aber die Ambiguität begeistert, die entstehen muss, wenn viele Menschen über einen langen Zeitraum eine Wahrheit suchen oder meinen, sie zu kennen. Eine Wahrheit, die nicht nur von Erfahrungen, der eigenen Vergangenheit und Wünschen, sondern auch von Schweigen und Missverständnissen geformt wurde. Wenn man möchte, kann man dem Buch kleine Schwächen ankreiden. Wer einen klassischen Krimi erwartet hat, wird enttäuscht werden. Der ein oder andere mag einige Stellen als Leser-manipulierend oder leicht kitschig empfinden. Für mich ist es ein gelungener und komplexer Roman über Einsamkeit und Vergangenheitsbewältigung, der gute Chancen hat, in meinen Top 10 des Jahres zu landen.

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Der spannende Roman verbindet Elemente einer Schauergeschichte mit Facetten eines Kriminalromans und ist doch vor allem ein sehr vielschichtiges Psychogramm unterschiedlicher Charaktere, die alle durch ein tragisches Ereignis miteinander verbunden sind, aber letztlich schon vorher durch Schicksalsschläge gezeichnet waren. Zwei Zeitebenen gibt es in dem Roman: einmal das Jahr 1972, wo in der Silvesternacht auf einem einsamen Leuchtturm im Meer vor Cornwall die drei dort stationierten Wärter spurlos verschwinden und nie wieder auftauchen. Zweitens das Jahr 1992, als sich ein Schriftsteller aufmacht, die damals ungeklärte Geschichte für eine Buchrecherche wieder aufzurollen und die drei Frauen der Verschollenen zu ihren Erinnerungen und Interpretationen des Geschehenen befragt. Interessant ist, dass das Unglück Helen, Jenny und Michelle nicht etwa näherrücken hat lassen, sondern bereits bestehende Entfremdungen und unausgesprochene Vorwürfe noch vertiefte. Auch die drei Männer – der Oberwärter Arthur, der zweite Mann Bill und der junge Hilfswärter Vincent – scheinen zwar oberflächlich betrachtet ein gutes Einvernehmen gehabt zu haben. Doch für jeden war die Einsamkeit des Turms auf je eigene Weise ein Zufluchtsort, um sich dem Leben, der Vergangenheit oder geheimem Begehren nicht stellen zu müssen. Was geschah also wirklich in jenem Jahr 1972? Und warum hat das Leuchtturmunternehmen alles daran gesetzt, die Aufklärungsarbeiten unter Verschluss zu halten und jene Version zu verbreiten, die auch den Medien am besten zugesagt hatte? Und was kann es den Frauen noch nützen, ihre Finger in alte Wunden zu legen? Das Buch hat mich sehr gefesselt und auch angerührt. Vor allem gefiel mir, dass es sich weniger um den „Fall“ und eine mögliche Erklärung drehte, sondern dass die Autorin die Tiefen der einzelnen Persönlichkeiten gekonnt ausgelotet hat.

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Mysteriös Das Cover dieses Romans hat mich sehr angesprochen. Es fällt durch seine Schlichtheit auf und stellt genau dar, was in dieser Geschichte im Mittelpunkt steht: das Meer und ein Leuchtturm. Es ist meiner Meinung nach sehr gelungen. Ich würde es mir definitiv in einer Buchhandlung näher ansehen. Der Roman basiert auf eine wahre Begebenheit und erzählt das mysteriöse Verschwinden dreier Leuchtturmwärter. Dabei ist die Tür des Leuchtturms verschlossen, der Tisch für zwei Personen gedeckt und zwei Uhren sind exakt zur gleichen Zeit stehen geblieben. Warum und unter welchen Umständen sie verschwunden sind, konnte nie geklärt werden. Unter dieser schrecklichen Tragödie leiden besonders die Ehefrauen der Leuchtturmwärter. Erst als der Autor Dan Sharp 20 Jahre später über die Geschehnisse recherchiert, kommt etwas Licht ins Dunkel. Emma Stonex erzählt parallel aus der Sicht der Leuchtturmwärter aus dem Jahr 1992 und aus der Sicht der Ehefrauen zwanzig Jahre später. Mit dem Schreibstil konnte ich mich nicht ganz anfreunden und fand besonders die Art, wie die Ehefrauen als Icherzählerin zu Wort kommen, nicht sehr schön zu lesen. Trotzdem ist die Geschichte interessant und gut nachvollziehbar. Ich empfehle es jeden, der gerne geheimnisvolle Bücher, die auf wahren Gegebenheiten beruhen, lesen. Ich danke NetGalley und dem Verlag für das kostenlose Bereitstellen eines Rezensionsexemplars.

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Sei ein Leuchtturm: strahle für andere, wenn sie in der Dunkelheit sind... 1972. Am letzten Tag des Jahres nimmt ein Boot Kurs auf den im Meer liegenden Leuchtturm „Maiden Rock“, um die drei dort tätigen Wärter abzulösen. Als sie eintreffen, ist der Leuchtturm nicht zugänglich, da von innen verriegelt, und vor allem verwaist, von den drei Wärtern fehlt jede Spur. Nicht nur ihr Arbeitgeber gibt all das Rätsel auf, vor allem die Familien der drei verschwundenen Männer schweben ständig zwischen Hoffen und Bangen. Die Zeit vergeht und um sich das Mysterium zu erklären, besetzt man einfach einen der drei mit der Rolle des Übertäters, ohne Beweise zu haben oder über die Folgen nachzudenken. 20 Jahre gehen ins Land, bis der Autor Dan Sharp sich näher mit dem Fall beschäftigt und den Ehefrauen der drei Vermissten Fragen stellt, womit er in ein Wespennest sticht. Denn die Frauen haben jede für sich harte Jahre hinter sich, sind dem ständigen Gerede und den Mutmaßungen ausgesetzt und können mit den Geschehnissen bis heute nicht abschließen. Wird die Wahrheit der Ereignisse endlich ans Licht kommen? Emma Stonex hat mit „Die Leuchtturmwärter“ einen unterhaltsamen Debütroman vorgelegt, der dem Leser eine spannende und gut ausgeklügelte Geschichte mit viel psychologischer Finesse präsentiert. Der flüssige, bildgewaltige und doch eher ruhig gehaltene Erzählstil katapultiert den Leser sofort in die Handlung hinein, die auf einer tatsächlichen Begebenheit beruht und der Leser immer wieder rätselt, wie weit die künstlerische Freiheit der Autorin geht und wie es sich wohl wirklich zugetragen hat. Die Grenzen verschmilzen hier wunderbar zu einer Einheit und rufen gerade deshalb Gänsehaut und Nervenkitzel hervor. Sämtliche Protagonisten bekommen eine Bühne geboten, um ihre Sicht der Dinge zu erzählen, aber auch ihr Seelenleben und ihre Geheimnisse offenzulegen. Dabei offenbart sich so manches Drama, so mancher Abgrund, so manche Lüge, die man allzu gern über Jahre zu vertuschen suchte. Der Leser bekommt einen guten Einblick in harte und entbehrungsreiche Lebensgeschichten, während er gleichzeitig wie der Autor Dan Sharp versucht, die Wahrheit der Geschehnisse herauszufinden. Stonex enthüllt das (ihr) Geheimnis Stück für Stück gleich einem Puzzle, wobei sie dem Leser genügen Raum für eigene Spekulationen und Lösungsfindungen gibt, was auch erheblich zur Steigerung des Spannungslevels beiträgt. Die Charaktere sind lebendig in Szene gesetzt, überraschen mit detailliert ausgearbeiteten menschlichen Eigenschaften und lassen den Leser ganz nah an sich heran, der sich so einen guten Rundumblick verschaffen und mitfiebern kann. Die drei Leuchtturmwärter bilden durch die jahrelange Arbeit eine Einheit, die sich aufeinander verlassen kann. Vom Charakter her sind sie völlig gegensätzlich, was sich auch über die Zeit herausstellt. Sie sind eine Zweckgemeinschaft, aber keine Freunde fürs Leben. Ihre Ehefrauen Jenny, Michelle und Helen führen aufgrund des Berufes ihrer Männer ein ähnliches Leben voller Entbehrungen, doch mit dem Verschwinden der Ehemänner kommt es unter ihnen zu Schuldzuweisungen, Anfeindungen und Misstrauen. Auch das Umfeld sorgt immer wieder dafür, dass die Frauen nicht zur Ruhe kommen. „Die Leuchtturmwärter“ ist eine spannende psychologische Studie über menschliche Abgründe, zu denen Vertrauensbruch, Verlust und Misstrauen gehören, dabei aber auch Lügen, Geheimnisse, Liebe und Hoffnungsschimmer zu finden sind. Klug und subtil konstruiert und tiefgründig erzählt. Verdiente Leseempfehlung!

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In dem Buch "Die Leuchtturmwärter" geht es um Frauen, die ihre Männer auf unerklärliche Weise verloren haben. Es waren drei Leuchtturmwärter und diese sind auf mystische Weise aus ihrem Leuchtturm verschwunden. Jahre später versucht ein Autor den Fall neu aufzurollen, um ein Buch über die Geschichte zu schreiben. Eindrücklich wird erzählt, wie die Frauen sich damals gefühlt haben, als ihre Männer verschwanden, und was sie sich zusammen reimten, was passiert sein könnte. Wie kann man mit so einer unabgeschlossenen Geschichte doch abschließen? Es ist ein tolles Buch, vor allem die Szenen am Meer sind wirklich toll beschrieben, sehr plastisch und mitziehend. Man liest das Buch sehr schnell weg, auch wenn ich mich am Anfang erst an den Schreibstil gewöhnen musste, der in einigen Kapiteln doch gewöhnungsbedürftig ist. Alles in allem ist es eine Geschichte, die teilweise sogar etwas gruselig ist und ab und zu mystisch angehaucht ist. Mir hat die Mischung gut gefallen und ich fand es sehr spannend :)

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Meine Meinung: Wie schön und gleichzeitig mystisch war denn bitte diese Geschichte? Sie holt einen auf den Boden der Tatsachen zurück und lässt einen kurz innehalten und durchatmen. Charakterlich sind die Protagonisten großartig ausgearbeitet. Sie haben Gefühle, Ecken und Kanten und sind realistisch dargestellt. Ich habe mit Allen mit gefiebert und es wartet die eine oder andere Überraschung auf die Leser, mit denen ich nicht gerechnet hätte. Die Autorin schafft es mit dieser Geschichte Gefühle und Emotionen mit einander zu verknüpfen, nicht zu Letzt auch durch den flüssigen Schreibstil. Ich habe es in einem Rutsch durchgelesen. Es gab Dramatik, emotionale Konflikte, Liebe, Freundschaft, Ängste und es kommt ohne jeglichen Kitsch oder Übertreibungen aus. Der Schreibstil ist modern, authentisch und mit viel Charme und Witz. Ich mag ihren Schreibstil sehr und nach diesem Ende, kann man gespannt sein. Fazit: Eine aufregende Geschichte mit einem Schuss Dramatik, wobei die Emotionen nicht zu kurz kommen. Eine großartige Geschichte, die ich gerne weiterempfehle

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Ein Buch, das viel mehr Aufmerksamkeit verdient! Besonderes Setting, spannender Plot und ein Schreibstil, der mitten ins Geschehen hineinzieht. Don’t let the cover fool you. Ich hatte beim Lesen totale »The Fog - Nebel des Grauens«-Vibes. Ein tolles Herbstbuch, das auch prima zu Halloween passt, ohne was mit dem Fest zu tun zu haben,

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Diese Buch habe ich inzwischen schon mehrfach in meiner Buchhandlung empfohlen, es ist wirklich außergewöhnlich! Allerdings muss ich zugeben, dass ich das Buch am Anfang etwas merkwürdig fand und mich an die doch etwas außergewöhnliche Erzählweise gewöhnen musste. Grundsätzlich geht es in dem Roman um drei Leuchtturmwärter, die in den 70er Jahren plötzlich und unerklärlich von ihrem Leuchtturm mitten im Meer verschwinden. Dies ist einer der beiden Erzählstränge, was in den letzten Tagen auf dem Leuchtturm vorging. Immer wieder aus der Sicht eines anderen Mannes. Der zweite Erzählstrang beschäftigt sich mit den zurückgebliebenen Frauen, die zwanzig Jahre später, also in den 90ern, von einem Autor interviewt werden der herausfinden möchte was damals passiert ist. Hier gibt es einige Kapitel die im Prinzip als Dialog so ähnlich wie wenn man in der Straßenbahn sitzt und jemanden telefonieren hört geschrieben ist. Das heißt man hört (in diesem Fall liest) nur das was die entsprechende Frau gerade erzählt. Das war etwas das ich anfangs merkwürdig fand, da auch der Autor erst ganz zum Schuss im Epilog zum allerersten Mal selbst spricht. Ich finde dieses Buch wirklich gut, denn mit jedem Kapitel das man liest wird eine andere Schicht Geheimnisse aufgedeckt. Durch die unterschiedlichen Blickwinkel wird das ganze Rätsel verschieden beleuchtet und das finde ich sehr interessant! Ein kleiner Wermutstropfen bleibt allerdings, ich persönlich fand das Ende irgendwie blöd ich hätte mehr erwartet, allerdings passt es zum Roman.

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Das Cover hat mich total neugierig auf das Buch gemacht. Und ich wurde nicht enttäuscht. In der Silvesternacht 1972 verschwinden 3 Leuchtturmwärter spurlos von ihrem Leuchtturm. Die Uhren sind stehengeblieben, das Abendessen steht auf dem Tisch und die Tür ist von innen abgeschlossen. Was ist passiert? Zwanzig Jahre später will ein Autor einen Roman über diesen geheimnisvollen Fall schreiben und nimmt Kontakt zu den drei Ehefrauen auf. Jede erzählt ihre eigene Geschichte und man erfährt die vielen Geheimnisse der Leuchtturmwärter und ihrer Familien. Das Buch wird in den zwei Zeitebenen sehr spannend und manchmal auch geheimnisvoll erzählt und hat mich sehr gut unterhalten.

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. Das Meer unberechenbar und eigenwillig, dazu 3 Männer die wochenlang auf einem Leuchtturm ihren Dienst versehen. Jeder hat seine Geschichte. Plötzlich sind alle 3 verschwunden. Nach Jahren fragt eine Jornalistin nach dem warum und wohin. Sie fragt die Frauen der Leuchtturmwärter. Welche kennt die Antwort........ nur eine oder alle????

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Dieser Roman kam genau zur richtigen Zeit: wenn die Tage kürzer werden, die Bäume im Wind rauschen und man sich zu Hause einkuscheln will. Mit einem guten Buch. Emma Stonex’ “Die Leuchtturmwärter” ist so ein gutes Buch. Man kann es als Krimi oder als Geistergeschichte lesen, als Charakterstudie und Beziehungsroman. Dieser Roman bietet viele Projektionsflächen und Interpretationsansätze. Aber vor allem ist er: unterhaltsam und spannend! Es geht um das Verschwinden von drei Leuchtturmwärtern 1972 vom Leuchtturm Maiden Rock vor der Küste Cornwalls. Die Tür zum Leuchtturm war von innen verschlossen, die Uhren stehen geblieben, der Tisch für zwei (!) gedeckt. Was ist passiert? Zwanzig Jahre später meldet sich ein Autor bei den Witwen der Männer, weil er ein Buch über den Fall schreiben will. In zwei parallelen Handlungssträngen erfährt der Leser nun, was damals auf dem Leuchtturm passiert ist und wie es den Frauen an Land ergangen ist. Das klingt alles recht geradlinig, aber Emma Stonex ist eine grandiose Autorin, die einen komplexen Roman mit vielen Erzählstimmen, Zeitsprüngen und einem verschachtelten Aufbau zu einem absolut lesbaren und lesenswerten Pageturner gemacht hat. Man darf dabei selbst entscheiden, ob es sich um einen Krimi, eine Geistergeschichte oder eine Charakterstudie handelt - der Roman funktioniert auf all diesen Ebenen. Stonex baut genügend Zweideutigkeiten und Unerklärliches ein, um die Fantasie anzuregen. Wie viel davon man für bare Münze nimmt, bis zu welchem Punkt man der Autorin und ihren Figuren glaubt - das bleibt ganz im Ermessen des einzelnen. “Die Leuchtturmwärter” ist damit ein herrliches Verwirrspiel, das einer Matrjoschka gleich immer noch ein Geheimnis zum Vorschein bringt. Absolute Leseempfehlung!

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Mein Liebling in diesem Herbst! Atmosphärisch und spannend bis zum Schluss mit einem Ende, das man so nicht erwartet! Ein absolutes Muss!

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