Achtung, Zensur!

Über Meinungsfreiheit und ihre Grenzen

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Erscheinungstermin 21.09.2018 | Archivierungsdatum N/A

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Zum Inhalt

Zensur ist der Schlachtruf der Stunde: Ein Gedicht wird von einer Fassade entfernt? Zensur! Ein Bild aus einem Museum entfernt? Zensur! Ein Redner von einer Universität ausgeladen? Zensur! Doch ist es das wirklich? Viele haben heute das Gefühl, ihre Meinung nicht mehr offen sagen zu können. Sie fragen sich, ob Facebook und Google ihre Kontrollaufgaben nicht rigider wahrnehmen als mancher Staat, ob Kunst politisch korrekt sein muss, wieviel Freiheit man den Feinden der Freiheit geben kann.

Eine heiße Debatte ist entbrannt, bei der vieles durcheinander geht. Klassische Zensur vermischt sich mit neuen Formen, polemisches Geschrei von rechts mit Sprechverboten von links. Die Literaturwissenschaftlerin Nikola Roßbach analysiert die kontroverse Diskussion um das Sagbare und legt die unterschwelligen Mechanismen unserer Gesellschaft offen. Zugleich fordert sie eine Zensurdebatte, die über Polemiken und effektheischende Extrempositionen hinausgeht. Eine Auseinandersetzung, die zeigt, was Meinungsfreiheit bedeutet und wie viel sie uns tatsächlich wert ist.

 

Zensur ist der Schlachtruf der Stunde: Ein Gedicht wird von einer Fassade entfernt? Zensur! Ein Bild aus einem Museum entfernt? Zensur! Ein Redner von einer Universität ausgeladen? Zensur! Doch ist...


Verfügbare Ausgaben

AUSGABE Anderes Format
ISBN 9783550050626
PREIS 20,00 € (EUR)

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Rezensionen der NetGalley-Mitglieder

Letztens musste ich wieder miterleben, wie in den sozialen Netzwerken eine Diskussion unmöglich gemacht wurde, weil nicht Argumente, sondern Vorurteile bemüht wurden. Dabei sind Diskussionen wichtig! Die Demokratie lebt davon, denn nur so können die besten Argumente gefunden werden, die besten Ideen sich entwickeln. Anscheinend ist das aber nicht gewollt, die Menschen fühlen sich angegriffen von abweichenden Standpunkten und versuchen diese abzuwerten, sie zu Diskreditieren, um so ihren eigenen Standpunkt zu schützen. Es geht auch durchaus soweit, dass mit medialer Macht versucht wird, diese Standpunkte zu unterdrücken. Gerade in sozialen Netzwerken ist das möglich, besonders dann, wenn die eine Seite eine größere Reichweite hat. Und dieses Mittel wird durchaus genutzt. Ab und an kommt dann die Frage auf, ob es sich dabei nicht schon um eine Form von Zensur handelt, ob die Meinungsfreiheit damit unterlaufen wird. „Achtung, Zensur!“ von Nikola Roßbach Nikola Roßbach geht dem in ihrem Buch „Achtung, Zensur!“ auf dem Grund. Sie fängt mit der Definition für Zensur an, erzählt dann über die Geschichte der Zensur, um dann auf die aktuellen Entwicklungen zu kommen. Dabei stellt sie mit erschrecken fest, dass die Selbstzensur auf den Vormarsch ist. Aber auch Zensur durch private Akteure ist zu erkennen, gerade auch in sozialen Netzwerken. Deswegen plädiert sie für eine weitere Fassung des Zensurbegriffes, damit auch diese private Zensur erschwert wird. Aber natürlich ist nicht alles Zensur. Auch dies beleuchtet Frau Roßbach in ihrem Buch. Sie möchte sensibilisieren, sie warnt davor, alles was einen persönlich stört, gleich als Zensur einzuordnen. Das schwächt die wachsamen Demokraten und könnte dazu führen, dass Zensur irgendwann nicht mehr als Zensur erkannt wird, weil der Begriff zu häufig verwendet wurde, weil die Achtsamkeit der Bürger zu oft bemüht wurde. Mein Fazit Jeder Gedanke, der Aufgrund gesellschaftlichen Drucks, nicht veröffentlicht wurde, jede Idee, die durch Selbstzensur nicht zur Diskussion gestellt wurde, macht die Demokratie ärmer. Frau Roßbach zeigt in ihrem Buch auf, wie schnell notwendige gesellschaftliche Diskussionen zur Selbstzensur führen können. Aber auch, wie durch die Privatisierung der Rechtsprechung, gerade in sozialen Netzwerken, neue Formen der Zensur entstehen können, bringt aber eben auch Verständnis für die Gründe solcher Entwicklungen auf. Ein unbedingt lesenswertes Buch, welches eben nicht nur in Hinsicht auf die Zensur sensibilisiert, sondern auch in Hinsicht auf notwendige gesellschaftliche Debatten. Deswegen bekommt das Buch von mir 5 von 5 Punkte.

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