Super, und dir?

Roman

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Erscheinungstermin 06.04.2018 | Archivierungsdatum N/A

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Zum Inhalt

»Ich glaube, Kathrin Weßling hat den Roman ihrer Generation geschrieben.« ZEITmagazin Newsletter, Christoph Amend

Marlene Beckmann ist 31 Jahre alt und lebt das Leben, das sie sich gewünscht hat. Auf die Frage, wie es ihr geht, antwortet sie meistens: »Super, und dir?« Marlene hat sich äußerlich im Griff. Bis sie ihren ersten richtigen Job als Social Media Managerin in einem multinationalen Unternehmen antritt. Bis sie vor lauter Überstunden kein Privatleben mehr hat. Bis der Druck schließlich zu groß wird ...

Mit emotionaler Wucht beschreibt Kathrin Weßling eine gnadenlose Welt, in der Ersetzbarkeit, fehlende Perspektiven und der Zwang zur Selbstoptimierung eine ganze Generation unter Druck setzen.

»Ich glaube, Kathrin Weßling hat den Roman ihrer Generation geschrieben.« ZEITmagazin Newsletter, Christoph Amend

Marlene Beckmann ist 31 Jahre alt und lebt das Leben, das sie sich gewünscht hat. Auf...


Verfügbare Ausgaben

AUSGABE Anderes Format
ISBN 9783961010103
PREIS 16,00 € (EUR)

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Rezensionen der NetGalley-Mitglieder

Wer hat nicht auch schon oft die gleiche Antwort gegeben, obwohl nichts super ist, oder sich danach fühlt. Tolles Buch, ehrlich erzählt und man kann sich vielleicht selbst darin erkennen.

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Dieses Buch liest man wie im Fieberwahn. Leider entwickelt sich der Weg der jungen Frau ziemlich schlimm. Wie Isabel Bogdan schreibt, will man sie immer wieder schütteln.

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„Man sieht nicht, wie das Mädchen ertrinkt, ganz im Gegenteil.“ (S. 17/S. 168)

Marlene lebt am Ort ihrer Träume, sie hat den Job ihrer Träume und den Freund ihrer Träume. Trotzdem – oder deswegen? – rutscht sie langsam aber sicher ab, immer weiter, und verliert zunehmend den Halt. Wo landet jemand wie sie, wenn alles um sie herum zerbrochen ist?

Alles an diesem Buch ist ziemlich verworren, was das sich durchziehende Thema der Drogenabhängigkeit wirklich fühlbar macht. Das macht es zwischendurch etwas anstrengend zu lesen, sorgte aber zumindest bei mir für ein überwältigendes Gefühl der Beklemmung, während Marlene verzweifelt versucht, sich an irgendetwas festzuhalten. Beinahe hat man selbst das Gefühl, zu fallen und zu ertrinken.

Nicht sicher war ich mir jedoch bis zum Schluss, was ich von Marlene selbst halten sollte. Irgendwie tat sie mir unheimlich leid, aber irgendwie fand ich sie auch furchtbar anstrengend. Ja, meine Güte, das Leben ist halt manchmal ätzend, aber dann sollte man versuchen, etwas daran zu ändern, und nicht auf irgendwelche Substanzen zurück zu greifen, die einen den Mist ertragen lassen.
Und doch: Gerade damit schafft es dieses Buch vielleicht, einem ein kleines Bisschen die Augen zu öffnen.

„Etwas funktioniert nicht mehr, und dieses Etwas bin ich.“ (S. 110)
„Und in das Loch „Niemand liebt mich“ passt „Eine bunte gemischte Tüte für 4 Euro“ nicht rein, egal, wie doll man drückt und schiebt.“ (S. 116)

Ich glaube, dass viele Situationen und Gefühle, die in „Super, und dir?“ geschildert werden, Gefühle dieser Generation sind. Der Leistungsdruck, alles scheint sich der Kontrolle zu entziehen, und dann versucht man das einzige zu kontrollieren, was noch bleibt: Den eigenen Körper. Spannend, wie sehr mich das schon beim Lesen mitgerissen hat – und das trotz der teils wirklich verwirrenden Zeitsprünge.

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Super und dir? ist ein Roman von Kathrin Weßling und 2018 bei Ullstein erschienen.

Marlene Beckmann geht es super, sie hat einen tollen Job und ist glücklich mit ihrem Freund. Marlene ist nicht überfordert, in einer Beziehungskrise oder hat ein Drogenproblem, denn wenn sie nur oft genug sagt, dass es ihr gut geht, glaubt sie es irgendwann selbst. Bis ihr Freund alleine nach Teneriffa fliegt, da ihr Urlaub nicht genehmigt wurde und ihre Fassade zu bröckeln beginnt...

Schonungslos ehrlich erzählt Kathrin Weßling die Geschichte einer Frau, der das eigene Leben entgleitet und die krampfhaft versucht, den Schein zu wahren. Marlene ist überfordert, leidet unter Panikattacken und betäubt die innere Leere mit Drogen. Ihre Angst und Verzweiflung, die unter der Oberfläche brodeln, sind spürbar und zuweilen schmerzhaft. Man möchte sie wahlweise schütteln, umarmen und ihre Drogen das Klo runterspülen.
Ein bewegender Roman, der einen ungeschönten Blick auf die moderne Arbeitswelt wirft, in der Mitarbeiter zu Höchstleistungen angetrieben werden und fernab jeglicher work-life-balance nur noch fremdbestimmt funktionieren.

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Worum geht es?

Marlene Beckmann, 31, scheint es geschafft zu haben. Sie hat einen begehrten Job, einen Freund, der sie liebt und eigentlich sollte das Leben toll sein, nicht wahr? Doch irgendwie ist es das nicht und je mehr Marlene versucht, es perfekt sein zu lassen, erscheinen zu lassen und sich mit den anderen für sich selbst zu freuen um endlich das Glück, das sie fühlen müsste, auch zu fühlen – desto mehr geht alles schief.
Mein Eindruck: Meine Gedanken:

Meine Meinung zu Büchern ist stets auch an persönliche Erlebnisse gekoppelt und ich glaube, das ist jedem klar, der meine Lesereise hier verfolgt. Dieses Buch jedoch ist enger mit meinem Leben verknüpft als ich es beim Lesen des Klappentextes erwartet hätte. Ich hatte einen Livestream in den Instagram-Stories gefunden, als ich nach einer wahren Winterchaos-Odyssee von der Leipziger Buchmesse nach Hause kam. Darin zu sehen: Kathrin Weßling, die aus „Super, und dir?“ las und es war eine Szene, die sowohl witzig als auch tragisch klang und irgendwie ging mir das Buch danach nicht mehr aus dem Kopf.

Nach dem Lesen des Klappentextes fragte ich es ein paar Wochen später einfach spontan an, mein Bauchgefühl sagte mir: Dieses Buch ist wichtig für Dich selbst. Und jetzt ist der richtige Zeitpunkt dafür. Vielleicht war es aber auch ein Test für mich.

An dieser Stelle beginnt wohl der Teil dieses Beitrages, der ihn weniger zu einer Rezension und mehr zu einer Gefühls- und Gedankensammlung macht. Denn ich bin ein Medienmensch – wie Marlene Beckmann. Ich bin 28, also in einem ähnlichen Alter. Ich habe jahrelang, so wie sie, studiert und mich auf einen tollen Job vorbereitet.

Man sagt immer, man solle einen Beruf wählen – und keinen Job. Weil Beruf und Berufung zusammenhängen würden. Was aber, wenn man einen Job braucht, weil sonst die Rechnungen nicht bezahlt werden? Im Gegensatz zu Marlene hatte ich Glück und bekam einen Job, der zumindest teilweise mit meinem Beruf zu tun hatte und den ich zwei Jahre lang – auch gerne – machte. Und beim Lesen erkannte ich dennoch die Warnsignale, die ich im vergangenen Jahr immer wieder ignoriert hatte.

Diese Warnsignale führten dazu, dass es mir beim Lesen wieder und wieder eiskalt den Rücken runter lief und ein Gedanke setzte sich in mir fest: Ich hätte Marlene sein können, hätte ich nicht irgendwie die Notbremse gezogen. Was bei Marlene die Drogen sind, war bei mir mein Immunsystem. Und die Sache ist die: Man kann jemandem noch so oft sagen, dass die Notbremse dringend nötig ist – doch das bringt nichts. Die Erkenntnis, dass etwas, das im Leben schief geht, eben keine „Phase“ mehr ist, sondern wirklich etwas, das man mit aller Kraft ändern muss – diese Erkenntnis benötigt Zeit. Zeit, die man vermutlich nicht hat, denn wenn man, wie Marlene – oder ich – in einem Laufrad aus immer stärker steigenden Ansprüchen gefangen ist, wird man zum Gefangenen des eigenen Selbst. Und selbst wenn die Zeit da wäre, bräuchte man noch die Kraft. Kraft, die man nicht mehr zu haben scheint, wenn alles nur noch grau erscheint und der Montagmorgen schon am Freitagnachmittag zu nah ist.

Bei diesem Buch gab es eine Übereinstimmung von vielleicht 50% zu meinem Leben, aber diese 50% waren schmerzhafter zu lesen als alles, was in Marlenes Leben ansonsten zu Bruch ging. Ich war fast ein wenig dankbar, dass Kathrin Weßling Marlene in die Sucht hat abrutschen lassen, denn auf diese Weise war da eine Barriere zwischen mir und dem Buch. Eine Grenze der Erfahrung, die Marlene und ich eben nicht teilen und die mir dennoch umso deutlicher machte, wie viel mehr in meinem eigenen Leben hätte schief gehen können.

Kathrin Weßlings Buch ist kein schönes Buch. Es ist mehr und es hat sehr viel Potential. Es ist eine Schauergeschichte, die uns warnen kann, dass es Dinge gibt, die wichtiger als ein Job, Karriere oder ein schickes Facebok-Bild sind. Wenn wir daraus lernen, kann es helfen. Es kann aber auch eine hässliche Fratze sein, die uns das vor Augen führt, was wir nicht sehen wollen und wovor wir unsere Gefühle verschließen. Wenn wir diesem Spiegelbild begegnen, dann kann das Buch sehr wohl zerstören.

In meinem Fall, ähnelt dieses Buch einem Monster unter dem Bett, von dem man – ist man ein Kind – überzeugt ist, dass es dort lauert. Der Trick ist, sich so ins Bett zu legen, dass das Monster keine Chance hat. Oder anders ausgedrückt: Den Warnschuss des Lebens verstanden zu haben, um zu verhindern, dass man jemals wieder dort landet, wo das Monster einen auffrisst.
Fazit:

Liebe Kathrin Weßling: Danke. Danke für das, was dieses Buch in mir ausgelöst hat. Diese Lesereise war schrecklich und heilsam zugleich und ich weiß nicht, wie es Ihnen gelungen ist, die Essenz meiner Emotionen aus einem Jahr in Worte zu fassen, in dem mir die Worte so sehr fehlten.

Das ist die wohl persönlichste Rezension – wenn es denn eine ist – die ich je geschrieben habe. Ich weiß nicht, ob ich sie nicht irgendwann offline schalte, aber auch das gehört wohl zum Heilungsprozess dazu: darüber sprechen, auch wenn es nicht einfach ist.

An diejenigen, die sich jetzt vielleicht in meinen Worten wiedererkennen und überlegen, ob sie dieses Buch lesen möchten: Bitte seid vorsichtig. Dieses Buch ist unheimlich gut, aber eben auch genau das – unheimlich. Vor einem halben Jahr hätte ich dieses Buch nicht lesen dürfen, jetzt habe ich genau diese Worte gebraucht. Bücher finden den richtigen Zeitpunkt in Eurem Leben, vielleicht ist dieser Zeitpunkt gekommen, vielleicht kommt er später noch.

Gebt gut auf Euch acht.

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Dieses Buch musste ich eine Weile verdauen. Zu tief trifft Marlenes Geschichte. Wir sehen sie an ihrem 31. Geburtstag, dem Tiefpunkt ihres Lebens - oder geht es danach noch weiter bergab? Szene für Szene erzählt die Autorin, wie Marlene dazu gekommen ist: ein Abitur, auf das sie stolz sein sollte. Ein Studium, das sie genießen sollte. Eine Arbeit, über die sie sich freuen sollte. Ein Freund, mit dem sie glücklich sein sollte. Sollte, das ist Marlenes Fluch. Für Facebook fotografiert sie das Leben, das sie führen sollte, und nur ihr Dealer weiß, wie viel Speed und Amphetamin sie braucht, um nicht zusammenzuklappen.

Süchtig und kaputt, aber Marlene sieht nicht aus wie ein Junkie. Jeder glaubt ihr, dass sie nur gerade Stress hat, nur ein bisschen Urlaub braucht. Szene für Szene hoffen wir, dass sie endlich um Hilfe ruft, dass jemand ihr heraushilft aus dem Hamsterrad. Oder dass der Urlaub endlich kommt, Marlene sich gründlich ausschläft und danach von vorne anfängt. Wunschdenken. Eine Hoffnung nach der anderen zerschlägt Frau Weßling. Und doch konnte ich das Buch nicht weglegen. Der Alptraum dauert 180 unentrinnbare eBuch-Seiten.

Was ist schiefgelaufen im Leben von Marlene? Was hätte sie anders machen sollen, anders machen können? Sind ihre Eltern schuld daran, dass ihre Tochter weder nein sagen noch um Hilfe bitten kann? Oder ist es unsere Gesellschaft des "Wie geht's dir? - Super, und dir?"

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Wer kennt das nicht?

Marlene ist einunddreißig, hat einen tollen Freund, war Klassenbeste, hat studiert, nun ihren ersten Job bei ihrer Traumfirma und zahlreiche Followers auf diversen Social Media Kanälen. Wer wäre da nicht glücklich? Dass sie mindestens 70 Stunden pro Woche arbeitet, zahlreiche unbezahlte Überstunden macht, immer müder wird und es schließlich nur noch mit Hilfe von diversen Drogen durch den Tag schafft ist nebensächlich. Die anderen schaffen es auch, so schwer kann es nicht sein, oder? Man darf nicht zeigen, dass man es nicht leicht findet, oder? Immerhin war das doch ihr großes Ziel und Marlene hat sehr, sehr viel aufgegeben um dahin zu kommen. Nur fühlt es sich ganz und gar nicht an wie sie es sich erhofft hatte.

Ich habe schon vor dem Lesen sehr viel (Positives) über das Buch gehört und wollte mich selbst davon überzeugen. Nun, ich bin absolut überzeugt! Kathrin Weßling schreibt ehrlich und mit einem gewissen Sarkasmus und schafft es damit, uns vorzuzeigen, wie falsch das eigentlich alles läuft in unserer Gesellschaft: junge Menschen (ich will mal sagen die Generation der „Millenials“) studieren, dann kommen haufenweise unbezahlte Praktika, dann kriegt man endlich den ersten Job, wo man meist nach Strich und Faden ausgenutzt wird. Tonnenweise unbezahlte Überstunden. Wer sich nicht beugt wird ersetzt. Der Urlaub wird nicht genehmigt und man wird schliesslich zu irgendeiner unbeliebten Urlaubszeit gezwungen, diesen zu nehmen, weil „Sie wollen ja nicht den Urlaub anhäufen“ (habe ich selbst so erlebt). Wenn man versucht, sich wegen Überstunden zu wehren, wird gleich gesagt, man sei halt ineffizient und habe deshalb so viele. All das Lob der vergangenen Wochen und Monate ist da sofort vergessen. Dann wird unsere Generation auch sofort als frech dargestellt, weil wir uns eine Work-Life Balance erhoffen. Privatleben, Kinder, all das sollen wir vorerst vergessen und uns totarbeiten – aber wo führt das hin? In Marlenes Fall bis in die Drogensucht, die dann aber sogar ihr Arzt abstreitet. Nein, Leute wie wir die werden nicht süchtig. Das passiert uns doch nicht. Ist doch alles super!

Am Ende lernt Marlene, dass Karriere nicht glücklich macht und dass es im Job immer noch mehr und mehr Projekte geben wird. Das „danach“ wo man dann mal mehr Zeit hat um sich seinen Freunden oder der Familie zu widmen, das gibt es nicht. Und Marlene fragt sich endlich, wozu sie nur so viel anderes aufgegeben hat.

Kathrin Weßling ist mit diesem Buch ein sehr wichtiger, emotionaler Roman gelungen, der uns die Augen öffnen sollte und uns hoffentlich zum nachdenken bringt. Ich habe sehr viele Situationen, die Weßling beschreibt, selbst erlebt und wünschte, ich hätte das Buch schon früher gelesen.

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Dieses Buch knallt. Es war stellenweise so wuchtig in seiner negativen Energie, dass ich pausieren musste. Es ist sehr gut in dem, was es tut - zweifelnden Menschen den Spiegel vorhalten, das Paradoxon aus dem Kontrollverlust und dem Gefühl, alles unter Kontrolle zu haben. Und der Frage, wann jemand die Selbstzerstörung beendet.

Mit mehr Distanz ist es ein Text, der Stilmittel sehr wirkungsvoll einsetzt. Aber auch ein Text, der thematisch nichts Neues erzählt. Wäre das Buch vor zehn Jahren erschienen, wäre es wohl zum Inbegriff der Generation Y geworden.

Worum geht es?

Marlene Beckmann arbeitet in einem Unternehmen, das sinnlose Waren verkauft und muss dafür Kampagnen ausarbeiten. Gemeinsam mit Konkurrentin / Leidensgefährtin Maya kämpft sie darum, nach dem Praktikum übernommen zu werden. Außerdem hat sie einen Freund. Immer dabei: Drogen und Alkohol. Und der Spruch "Wie geht's dir?" - "Gut, und dir?"

Die Hauptfigur

Marlene war eine gute Schülerin und versucht auch als Studentin und später als Praktikantin erfolgreich zu sein. Einen Bruch erlitt ihr Leben, als ihre Eltern sich trennten und die Mutter es ablehnte, das mit Marlene aufzuarbeiten. Ganz im Gegenteil: Die Mutter wurde alkoholkrank und schärfte ihrer Tochter ein, niemandem etwas zu erzählen. Es macht mich traurig, dass der Mutter der Gesichtsverlust wichtiger ist als die eigene Tochter. Auch von ihrem Vater bekommt Marlene, außer Geld, nur wenig Unterstützung - als sie beim Abiball aufbegehrt, wird sie nicht wahrgenommen, sondern angeschrieen. "Gut sein", "erfolgreich sein" stellt Zuneigung in Aussicht, die Marlene auch später nicht bekommt. Das Verhältnis zur Mutter bessert sich, aber vertraut wirken die beiden nur selten.

Marlene benötigt ihren Freund als Stütze, aber ich hatte das Gefühl, dass sie ihn unbewusst ausnutzt. Denn auch ihr Freund erkennt den Ernst der Lage nicht.

Mit Freunden (?), Bekannten und Dealern hat sie sich ein Umfeld geschaffen, das freundlich und gefährlich ist. Keiner hasst Marlene, aber keiner hält sie auf. Jeder denkt, dass Marlene das schafft.

Marlene reflektiert stark über ihre Sucht und das trügerische Gefühl, die Kontrolle zu haben. Das ist es, was den Text so lebensnah macht - dass die Hauptfigur klug und erfahren genug ist, es besser zu wissen.

Gestaltung

Die Autorin schafft es gut, die Figur (vielleicht?) ins Verderben zu treiben und dem Leser ständig Ausfahrten zu zeigen, an denen er hofft, dass Marlene den Absprung schafft.

[Spoiler]Das Ende des Praktikums. Eine Abtreibung. Den Urlaub, den ihr Freund allein macht, weil sie nicht hart genug gekämpft hat. Einen Seitensprung. Einen zwei-tägigen Rausch, an dessen Ende Marlene nichtmehr runterkommt und von Panikattacken geschüttelt wird.[/Spoiler]

Der Text ist konzentriert auf das Wesentliche und spart klischeehafte Nebenhandlungen aus z.B. nervige Kollegen.

Der Schluss wirkt wie ein Tusch am Ende eines Musikstücks, weil er zeigt, welche Rolle jede Figur Marlene zuschreibt.

Ich empfand die Kapitel als kurz, aber insgesamt fühlt sich der Text land und mächtig an. Umso krasser ist es, die Danksagung zu lesen, denn plötzlich ist alles gut.

Was nehme ich aus dem Buch mit?

Die Gefahr sind nicht die Drogen. Es ist nicht die Gesellschaft und es ist nicht der Chef, der erwartet, dass man für den Job lebt. Die Gefahr sind wir selbst. Ist unser Kopf, der ständig neue Möglichkeiten kreiert, die uns glücklich machen könnten. Anstatt zu verstehen, dass die Gleichung immer dasselbe Ergebnis zeigt.

Ich habe gelesen, dass Menschen, die glauben, sie seien nicht manipulierbar, besonders gut manipulierbar sind. Vielleicht sind auch wir besonders empfänglich für Kontrollverlust, weil wir glauben, alles unter Kontrolle zu haben. Und weil es uns tatsächlich sehr lange gelingt, auf dem Drahtseil zu balanchieren.

Fazit

Für manche Leser ist "Super, und dir?" ein Buch über eine weitere Drogensüchtige und das ist verständlich. Aber für mich war es sehr beeindruckend. Schmerzhaft, warnend. Ein sehr kluges Buch.

Dennoch bleibt der bittere Beigeschmack, dass etwas fehlt.

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Ein Titel, der den Zahn der Zeit wirklich trifft. Wie kommt man zurecht (oder eben nicht) mit all den Anforderungen, die der Alltag an uns stellt. Oder sind wir es selbst, die die Anforderungen an uns nicht herunterschrauben können, da wir das Gefühl haben, immer mithalten zu müssen?
Ein fesselndes Buch, in dem sich wohl jeder ein Stück wiederfinden kann.

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Kathrin Weßlings neues Buch "Super, und dir" habe ich in einem Stück durchgelesen. Das Buch berührt, wühlt auf und bewegt. Es zeichnet ein  Bild einer Generation, die nie zur Ruhe kommt - auf jeden Fall lesenswert!

Inhaltsangabe

Marlene Beckmann ist 31 Jahre alt und lebt das Leben, das sie sich gewünscht hat. Auf die Frage, wie es ihr geht, antwortet sie meistens: »Super, und dir?« Marlene hat sich äußerlich im Griff. Bis der Urlaub, auf den sie seit Monaten gewartet hat, nicht genehmigt wird. Bis ihr Freund deshalb alleine nach Teneriffa fliegt und Marlene einfach nicht zur Arbeit geht.

Meine Meinung

Schon im Vorfeld hatte ich viel über dieses Buch gelesen, viele Meinungen gehört und es landete sehr schnell auf einer Leseliste. Einmal mit Lesen begonnen, habe ich es dann auch in einem Stück durchgelesen. Bis zur Rezension habe ich aber einige Zeit verstreichen lassen, da das Buch mich sehr berührt und beschäftigt hat.

Zu Beginn wird der Leser gleich ins kalte Wasser geworfen, lernt Marlene kennen, die zerstört und kaputt ist. Sie hat alles verloren, nimmt Drogen und weiß einerseits,dass dies alles falsch ist, aber andererseits weiß sie sich auch nicht zu helfen. Nach und nach erfahren wir dann mehr von Marlenes Leben, Marlene die super Schülerin, die perfekte (und aufopferungsvolle) Tochter, die erfolgreiche Studentin... Als krönenden Abschluss ergattert Marlene dann einen Praktikumsplatz bei einem angesagten, jungen Unternehmen, den perfekten Freund hat sie auch. Eigentlich ist alles in Marlenes Leben perfekt, nur das die Perfektion Fassade ist und das Ergebnis harter Arbeit - zu viel Arbeit um auf Dauer funktionieren zu können und das ist der Beginn des Abstieges. Schlimm ist, dass niemand erkennt, dass Marlene untergeht, sogar der Arzt den sie aufsucht, spielt ihren Burnout herunter und verschreibt ihr, anstatt ihre Drogensucht zu erkennen, Psychopharmaka.

Fazit

Mich hat das Buch sehr berührt - ein bisschen von Marlene steckt irgendwie in jeden von uns. Wir wollen alle perfekt sein, das perfekte Privatleben, den perfekten Job, das perfekte (Online) Image. Neben selbstverständlichen Überstunden, ist Joggen und Fitnessstudio Pflicht, Einladungen und Parties wollen wahrgenommen werden, wir optimieren uns so lange, bis wir vergessen um was es eigentlich wirklich geht. Ich denke, ich würde merken, wenn bei mir dieser Punkt der Überforderung eintritt, würde niemals zu Drogen greifen um meinen "Lifestyle" zu bewältigen, aber können wir uns da wirklich, wirklich sicher sein? "Super, und dir?" zeigt, wie schmal der Pfad sein kann und wie sorgsam wir darauf achten sollten, dass wir nicht abrutschen oder das andere nicht abrutschen.

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Super, und dir? ist das Buch einer Generation. Unbedingt empfehlenswert. Tieftragisch und in der Sprache der Generation

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Die 31-jährige Marlene befindet sich mitten in einer Lebensphase, der für die heute 30-Jährigen hippen Städter nicht ungewöhnlich scheint. Es ist "alles super", obwohl der Job von ihr alles verlangt und nichts zurückgibt, ihr Freund Jakob sich immer größere Sorgen um sie macht und Marlene selbst merkt, dass ihr Drogenkonsum aus dem Ruder läuft. Diese nimmt sie nicht zum Spaß, sondern um die langen Arbeitswochen durchzustehen, mithalten zu können mit dem locker-tollen Leben, das man halt so haben muss in dem Umfeld. - Was sich erst wie ein überdrehter Lifestyle-Roman liest, vermittelt immer stärker den Druck, den Marlene sich macht und unter dem sie fast zerbricht.

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Drogenspuren auf dem Handydisplay

Marlene, eine Frau, die die Dreißig überschritten, die ihre Ausbildung abgeschlossen hat, die einen Beruf ausübt, den es vor 10 Jahren noch nicht einmal gab. Eigentlich alles super (das Wort kommt noch öfter vor – versprochen), oder? Eigentlich nicht, denn der Job ist prekär zur Ausschreibung angesetzt und sie konkurriert mit einer Kollegin um die einzige freie Stelle, was beide zu Höchstleistungen anspornen soll, in einem Bereich der Firma, die für Werbung im Social Media Bereich zuständig ist, um Kunden oder Influencer zu ködern. Dabei müssen sie ihr Hirn kräftig anstrengen. Und das bringt sie immer näher an einen Burn-Out. Sie steht ständig unter Strom, will für die Arbeit die beste Leistung bringen, wird von ihrem Chef dazu angetrieben und soll sogar ihren lange geplanten Urlaub verschieben, um super (ya know!) wichtige Projekte voran zu treiben. Und über allem kreist ständig die Frage, ob das schon alles war. Freund, Wohnung, Job, Geld, später mal Kinder und dann? Aber eigentlich ist doch alles super, nicht wahr?
Ihren Stress und ihre ständig unter Strom stehenden Gedanken versucht sie in Drogen und Alkohol zu ertränken beziehungsweise zu pudern. Sie nimmt alles querbeet zu sich und redet sich ständig ein, kein Junkie zu sein. Doch sie rutscht immer mehr in die Abhängigkeit, versucht mit den Drogen den Kopf abzuschalten. Desto schneller das Karussell im Kopf, umso höher das Verlangen nach den verschiedensten Drogen, die sie in sich hineinschniefen will. Diese Spirale, die sie immer mehr gefangen hält, lässt sich kaum noch aufhalten. Sie lässt es nicht mal ihren Freund merken, dass etwas nicht stimmt. Keine hilft ihr, weil sie sich nicht helfen lassen will, denn eigentlich ist doch alles super und es besteht keine Not in ihrem Leben.
Die große Frage, die über allem nun kreist: Kommt sie aus diesem Strudel, der sie immer mehr nach unten zieht, heraus und kann sich befreien? Oder bringt sie alles in Gefahr, was sie bis dato erreichte? Wann zieht sie Konsequenzen?

Alles ist super, alles ist wunderbar…

Die heutige Arbeitswelt ist zersplittert bis in die kleinsten Teile. Klassische Handwerksberufe, die es früher noch in Masse gab, sterben immer mehr aus, dafür werden die computerbezogenen Jobs immer mehr. Von vielen dieser Arbeitsbeschreibungen, wie es im Buch zum Beispiel vorkommt, war vor 10 Jahren noch kein einziger vorhanden oder im entferntesten daran zu denken. Das diese Masse an Jobs von vielen erledigt werden kann und diese trotz ihrer Masse prekär sind, liegt fast auf der Hand. So ergeht es der Hauptfigur Marlene, aus deren Sicht diese Geschichte komplett und in atemlosen Worten erzählt wird. Sie feiert ihren 31.Geburtstag und sie fragt sich im Rausch und will von niemanden etwas hören, nimmt keine Anrufe entgegen und will nur für sich sein. Ihr Leben ist eigentlich super und doch zerbröselt gerade alles vor ihren Augen. Sie gibt im Stakkatoton von sich, wie es ihr bis zu diesem Zeitpunkt in ihrem Leben ergangen ist, mit allem Drum und Dran. Zu Beginn des Buches will man Marlene in den Arm nehmen und trösten, ihr gut zureden, ihr sagen, dass alles sich einrenken wird und das Leben noch nicht vorbei ist, nur weil man sich vielleicht auf eine Richtung festlegt. Doch man wird nicht in ihren Kopf eindringen können, weil es gar nicht geht. Da steckt etwas anderes dahinter, bei dem sie sich Hilfe suchen müsste. Dieses Gedankenkarussell, welches in ihrem Kopf tobt, ist kaum von Freunden und Verwandten aufzuhalten, erst recht nicht von den Drogen und dem Alkohol. Doch genau darin ertrinkt sie. Sie unterdrückt es immer wieder, sich irgendjemanden zu öffnen, weil sie Angst hat, das super super Leben damit einzureißen und eine Tür aufzustoßen, hinter der vielleicht etwas wartet, was sie gar nicht sehen will. Doch selbst als sie endlich über ihren Schatten springt und sich ihrem Arzt öffnet, dass sie Probleme hat, wird sie quasi mit Ausflüchten aus der Tür geschoben, da auch dieser Arzt in seinem Kreislauf steckt und Patient zu Patient hetzt, keine Zeit hat, richtig zuzuhören. Und so kommt es, dass niemand ihr helfen wird und sie verliert sich. In sich selbst und an die Drogen.
Kathrin Weßling ist mit diesem Buch ein rasantes Stück zeitgenössische Literatur gelungen, die man in einem Zug durchlesen kann und fassungslos dabei zusieht, wie sich ein Mensch zerstört, eigentlich fast zerstören muss, weil in ihrem Kopf etwas nicht in Ordnung ist. Man kann gerne einwenden, dass die Vergangenheit der Figur etwas dazu beiträgt, dass sie so handelt, wie beschrieben. Doch das ist nicht das Entscheidende, denn gegen die Auswirkungen der Vergangenheit kann man sich in aller Regel nicht wehren, sie rollt einfach über einen hinweg. Vielmehr erschreckt, wie schonungslos Marlene mit sich selber umgeht und als Auswirkung des sich immer mehr Verlierens, auch schonungslos behandelt wird. Sie unterdrückt immer mehr ihre Probleme, zieht irgendwie die Mundwinkel nach oben und geht mit einem gefrorenen Lächeln durch die Welt. Ist doch alles schön, alles super! Eigenes Geld verdienen, sich etwas kreativ ausdenken, für den Chef da sein. Doch innen drin sieht es tiefschwarz aus, jeden Tag aufs Neue fällt das Aufstehen schwer, möchte man in die Welt schreien, wie scheiße es einem geht und niemand hilft einem, muntert einen auf, sagt, dass es auch wieder besser wird. Marlene muss jeden Tag selber durch diesen tiefen Sumpf waten, der sich Alltag nennt. Selbst ihr Freund ist keine Hilfe, da er anscheinend nur sich selbst genügt.

Gib dem Affen Zucker

Das, was uns Kathrin Weßling in diesem Buch beschreibt, könnte glatt aus ihrem eigenen Leben stammen (abzüglich der intensiven Drogenerfahrung – nehme ich mal an), denn sie war selber aufgrund ihrer ADHS- Erkrankung (kann man dazu Erkrankung sagen???) ebenfalls dauernd unter Strom (siehe zum Beispiel das aktuelle Interview für die Zeit). Laut eigener Aussage war sie immer unzufrieden, gestresst, weil alles perfekt, eben super laufen sollte. Doch meist macht es das nicht und es braucht nur einen nichtigen Anlass, zum Beispiel den scheiße schmeckenden, superteuren Latte Macchiato vom hippen Laden ums Eck, der einen aus der Bahn wirft. Wenn man das berücksichtigt, kann man das Buch richtig einschätzen. Erst dachte ich, warum Marlene einfach nicht mit der Sache rausrückt und entweder ihren Freund, oder jemanden aus dem Bekannten- oder Verwandtenkreis ins Vertrauen zieht. Doch so einfach liegt die Sache nicht, was mir erst nach der Situation klar wurde, als Marlene beim Arzt endlich den Mut und die Courage hatte, den Mund aufzumachen. Und was bekommt sie? Nur Standardsätze, um sie wie Fabrikware abzufertigen und zum nächsten Patienten überzugehen. Anfangs wollte ich Marlene schütteln, sie aufwecken. Doch etwas in mir sagte, dass so etwas kontraproduktiv wäre. Wenn von außen alles super ist und keine Anzeichen von Problemen auftauchen, wird man auch nicht eingreifen (können).
Das alles hat die Autorin in einen atemlosen Stil verfasst, der einen das Buch kaum zur Seite legen lässt. Das Wörtchen „super“ kommt mir zwar gefühlt superoft vor, aber das gehört ja mit zum Titel und es verstärkt, wie unter einem Brennglas, die Beschreibungen der Unmöglichkeit aus dem Leben auszubrechen. Ein ganz starkes Stück zeitgenössischer Literatur, welches einen schockiert und verwirrt zurücklässt, auch ein wenig ratlos. Mit Marlene und ihrem ewigen Kampf mit sich selbst konnte ich eingangs wenig anfangen, dachte die ganze Zeit selbst schuld, mach doch was. Doch den betreffenden Knackpunkt nannte ich ja schon, der mich zum Umdenken bewegte. Ist es von der Autorin gewollt, dass man so denkt? Ich nehme an, dass man hier unterscheiden sollte. Zwischen Menschen, die ähnliche Erfahrungen schon durch haben, inklusive Drogen, und solchen, wie mich, denen es nicht so geht. Nimmt man doch diverse Erkrankungen wie ADHS, Depression oder Burn-Out hinzu, ist die Gemengelage fertig, unter denen Menschen komische Dinge tun, die Außenstehende nicht nachvollziehen können, selbst wenn man sich so richtig anstrengt und versucht, sich in diese Leute hineinzuversetzen. Aus dieser letztgenannten Sicht kann ich nur für mich sprechen und finde, dass Kathrin Weßling das ganz stark geschrieben und mir diese Person Marlene näher gebracht hat, so dass ich sie in Ansätzen verstehen konnte. Mir geht es zwar auch manchmal so, dass ich absolut keine Lust habe auf irgendwas, einfach nur daliegen und nichts machen, mit niemanden reden will. Doch sind es Phasen, die mal stundenweise auftreten und nicht über Wochen, Monate, Jahre gar. Dieses Buch würde ich gerade denjenigen ans Herz legen, die sich als normal ansehen, die kein Problem damit haben, auf Arbeit zu gehen und ihren ninetofive- Job zu erledigen. Damit genau diese Leute verstehen, dass es auch Menschen gibt und davon wahrscheinlich nicht wenige, die das nicht schaffen, die wie Marlene Probleme damit haben, aus dem Bett zu kommen und sich nicht aufraffen können, irgendwas zu tun. Die aus einem Punkt der ständigen Bereitschaft und des Motiviertseins genau das Gegenteil davon entwickeln. Für genau diese Menschen, die das nicht kennen, ist dieses Buch genau richtig. Lest es und versteht eure Umwelt beziehungsweise Mitmenschen ein klein wenig besser.

Vielen Dank an den UllsteinVerlag für die Bereitstellung des elektronischen Leseexemplars über NetGalley

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Kathrin Weßling hat hier ein sehr heftiges, ehrliches Buch geschrieben. Sie läßt uns hinter die Kulisse einer jungen, erfolgreichen Frau blicken, welche scheinbar immer auf der Höhe der Zeit ist. Doch sie zahlt einen hohen Preis für dieses Image.

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Ich habe dieses Jahr einen neuen Job angefangen – im Online Marketing und betreue unteranderem auch Social Media Kanäle.
Eine Gemeinsamkeit, die ich mit der Protagonistin Marlene habe.
Anders als bei ihr ist kein so großer Leistungsdruck da – und der Zwang super zu sein.
Gott sei Dank.
Dennoch hatte ich das Gefühl, dass mir Kathrin Weßling eine potentielle Zukunft zeigt – eine erschreckende Version eines Lebens – und das hat mich etwas schockiert zurückgelassen.

Marlene Beckmann, frisch von der Uni, hat sich gegen einen Pool an Bewerbern durchgesetzt und tritt eine Volontariatsstelle im Community Management einem großen und beliebten Unternehmen an.
Nicht nur beruflich scheint alles super zu sein, sondern auch privat.
Super Freund, Super Freunde, alles ist super.
Aber so scheint es auch nur – sie versucht die Maskerade eines Perfekten Lebens aufrecht zu halten – doch langsam merkt sie selbst, dass etwas nicht stimmt.
Doch sie traut sich nicht mit jemandem darüber zu sprechen, der Zwang den schönen Schein zu wahren ist zu groß. Und irgendwann kommt wie es kommen muss – der große Fall.

Das erste Drittel des Buches ging mir sehr nahe – neuer Job, neue Herausforderungen, neue Ängste. Vor dem Szenario wie es ihr erging, hatte ich zu meinem Berufseinstieg Angst, und werde es vermutlich auch in Zukunft sein.

Marlene hat ihren Traumjob bekommen und müsste eigentlich glücklich und euphorisch sein, aber das ist sie nicht.
Am ersten Arbeitstag hat sie sich nicht getraut allein etwas essen zu gehen, sie kennt keinen den sie fragen kann und keiner ihrer neuen Kollegen hat sie gefragt.
Stattdessen geht sie rauchen und ruft ihre Mutter an. Aber anstatt ihr die Wahrheit zu sagen, wie es ihr in dieser Situation geht, erzählt sie ihr wie toll alles ist und wie super es ihr geht.
Und genauso geht die Story weiter – immer wieder erzählt Marlene ihrem Umfeld wie gut es ihr geht.
Der berufliche Druck steigt, ihre Privatleben geht den Bach runter. Sie hat keine Zeit – für gar nicht. Mit illegalen Substanzen muss sie sich über Wasser halten – besser arbeiten, mehr arbeiten, weniger Schlafen. Immer bereit sein, alles für den Job zu tun – doch gewürdigt wird ihre Anstrengung nicht. Alles geben heißt nicht alles erreichen können – eine bittere Lehre des Lebens. Kathrin Weißling bringt das Dilemma auf den Punkt – wir müssen mehr geben als wir können und scheitern trotzdem.
Eine Geschichte, die ehrlich und bitter ist. Die Menschen wachrüttelt und so schnell nicht in Vergessenheit gerät.

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Ein bedrückendes Buch!

Ich fand das Buch sehr lesenwert und ich habe mich an vielen Stellen selbst wiedergefunden. Es hat mich dann oft sehr zum Nachdenken angeregt und ich habe mir immer wieder die Frage gestellt, ob es das alles wert ist?
Das Ende allerdings hat mir dann nicht gefallen, denn ich persönlich fand es zu offen.
Ein Buch das Denkanstöße gibt.

Danke an den Verlag und auch an NetGalley für das Rezensionsexemplar!

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