Rezension

Cover: Das Flüstern der Magie

Das Flüstern der Magie

Erscheinungstermin:

Rezension von

Nana S, RezensentIn

Meine Bewertung:

Enttäuschend und unspektakulär - ohne großer Magie

Die Autorin Laura Kneidl war mir schon länger auch aus den Sozialen Medien bekannt, wobei ich bisher nur eines ihrer früheren Werke, “Elemente der Schattenwelt”, gelesen habe. Das war aber vor meiner Zeit als Buchbloggerin und ich kann micht nicht mehr genau daran erinnern. Da dieses Buch ein Einzelband ist und es bei Netgalley.de angeboten wurde, habe ich meine Chance ergriffen und ich durfte das Buch lesen. Vielen Dank an dieser Stelle auch an den Piper Verlag.

Coverbild
Das Cover ist ein echter Hingucker. Da es so ähnlich wie Marah Woolfs neuen Buch der Hexenschwestern ist, hatte mich alleine schon das Cover neugierig gemacht. Quer über das gesamte Bild erstreckt sich ein Gewirr aus Rauch, Wolken, Ornamenten und Flammen. Alles in einem recht düsteren, dunklen Ton gehalten. Im Hintergrund kann man auch noch technische Zeichnungen erkennen. Der Buchtitel erstreckt sich großformatig in der in letzter Zeit sehr häufig verwendeten Cinzel-Font in goldenen Lettern über die gesamte Breite. Das Cover versprich mir eine spannende und doch auch etwas düstere Story passend zu dem Genre Romantasy. 

Handlung
Die 19 jährige Fallon Emrys entspringt einem geheimen Geschlecht der Archivare von magischen Dingen. Auch wenn Sie dafür noch recht jung ist, haben ihre Eltern ihr ein Archiv, getarnt als ein Antiquitätengeschäft, in Edinburgh überlassen. Mit Hilfe dem Flüstern der Magie, das nur Archivare hören können, und ihres besten Freundes Jess, spürt sie magische Dinge auf und holt diese in ihr Archiv. Auf ihren Streifzügen durch Edinburghs Nachleben läuft ihr der sympathische und aufgeschlossene Reed Mitchell über den Weg. Irgendwas scheint mit ihm nicht zu stimmen, und ausgerechnet er klaut ihr ein magisches Tarotspiel. Um das Antiquariat zu behalten und um ihr Ansehen ihren Eltern gegenüber nicht zu verlieren, muss sie unbedingt diese Karten wieder beschaffen und braucht ausgerechnet Reeds Hilfe dazu.

Buchlayout / eBook
So schön das Cover, so einfach ist die Innengestaltung des eBooks. Ein bisschen schade finde ich es schon, da man ja mit den Tarotkarten und all den magischen Elementen vom Cover auch im Inneren hätte etwas spielen können, zumal jedes Kapitel mit dem Namen einer Tarokarte betitelt ist. Wobei sich mir der Zusammenhang der Karte mit dem Inhalt des Kapitels nicht ganz erschließt. Die gut 400 Seiten werden in 21 Kapitel aufgeteilt und bleiben ohne Ausschmückung, haben aber eine angenehme Leselänge.  


Idee / Plot
Ein junges Mädchen möchte auf ihren eigenen Beinen stehen und sich von ihren übergriffigen Eltern lösen. Sie muss beweisen, dass sie alleine die große Verantwortung des magischen Archivs übernehmen kann und dem gewachsen ist. Besonders spannend fand ich die Idee des verborgenen Archivs mit magischen Dingen.

Emotionen / Protagonisten
Fallon ist ganz auf ihre Aufgabe konzentriert und sehr selbständig. Manchmal handelt sie für meine Begriffe zu sorglos und unbedacht, zumal sie ja sehr häufig Angst davor hat, Fehler zu machen und dass ihr das Archiv weggenommen wird. So ganz kann ich sie nicht greifen und ihre Handlungen oft nicht nachvollziehen. Und manchmal ist sie mir vor allem aber einfach viel zu überheblich und wirkt ganz schön arrogant.

Genauso wenig kann ich das Knistern zwischen ihr und Reed spüren. Die erste körperliche Begegnung kommt ziemlich plötzlich und ist total lieblos. Klar, Fallon möchte etwas Spaß haben ohne große Gefühle. Aber die darauf folgende Entwicklung der Beziehung zu Reed ist mir zu blass und oberflächlich. Reed ist mir auch viel zu unkantig und ja, auch irgendwie langweilig. Am Anfang dachte ich, dass ihn ein mysteriöses Geheimnis umgibt. Die Auflösung war dann aber eher unspektakulär.

Handlungsaufbau / Spannungsbogen
Nach einer etwas langatmigen Einführung wird es kurz spannend, als Fallon versucht einer magischen Kerze auf die Spur zu kommen. Danach bleibt die Handlung aber eher flach, als Reed und Fallon versuchen, das Tarot wieder zu finden. Am Ende hebt sich der Spannungsbogen wieder ein klein wenig. Besonders mitgerissen hat es mich aber nicht und ich musste mich dann doch immer dazu ermahnen, weiter zu lesen. Eine unvorhergesehene Wendung gab es für mich nicht, die Auflösung um Reeds Geheimnis kam recht bald. 

Szenerie / Setting
Edinburgh mit seinen sehr altertümlichn und dem sehr mystischen Mary Kings Close ist schon mächtig spannend und auch ein bisschen gruselig. Da passt die Vorstellung von magischen Dingen und einem verschrobenem Antiquariat sehr gut hinein. Laura Kneidl konnte mir die Umgebung gut und bildhaft präsentieren.

Sprache / Schreibstil
Bei der Sprache habe ich so meine Probleme. Ansich schreibt Laura Kneidl recht flüssig. Aber tierisch auf den Kecks ist mir die sehr häufige Wiederholung von “Das Flüstern der Magie” gegangen. Wobei ich es sehr schade fand, dass auf das Flüstern gar nicht näher eingegangen wurde. Was für ein Flüstern war es? Hat jeder Gegenstand sein eigenes Flüstern? Seine eigene Tonart oder Stimme? Sind es Worte oder was kann man da genau hören? Irgendwie fand ich das dann etwas phantasielos, zumal es ja der Titel des Buches ist - hat mir hier einfach was gefehlt. 
Auch sonst benutzt die Autorin einige Wörter recht häufig, vor allem bei den Satzanfängen. Ich habe in einem Abschnitt gefühlt 5 x “jedoch” gelesen. Manchmal gibt es dann auch ein paar Ungereimtheiten und zeitliche Sprünge, die nicht ganz gepasst haben.

Die Geschichte wird in der Ich-Perspektive aus Fallons Sicht im Präteritum erzählt. 

FAZIT
Insgesamt eher enttäuschend und langatmig. Ich hatte mir mehr Magie und Zauber erwartet, es blieb aber eher unspektakulär und konnte mich gar nicht mitreißen.

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