Rezension

Im Wald

von
Erscheinungstermin

Rezension von

Devona D, RezensentIn

Aktualisiert am 25.10.2016
Ich hatte mich auf dieses Buch gefreut, denn ich habe noch nichts von Nele Neuhaus gelesen, sie scheint im Krimigenre eine feste Größe zu sein und eine große Fangemeinde zu haben. Leider wurde das Ganze eine herbe Enttäuschung für mich und ich habe nach 50 Seiten entnervt abgebrochen.

Das Buch hat ca. 450 Ebookseiten und nach diesen 50 Seiten, die ich -zugegebenermaßen arg gequält-gelesen hatte, ist die im Klappentext beschriebene Handlung des Brandes auf dem Campingplatz mit dem Auffinden einer verkohlten Leiche, noch keinen Schritt von der Stelle gekommen. Den in mehreren Rezensionen hoch gelobten Spannungsbogen habe ich nicht gefunden, dafür ellenlange Abhandlungen über das Privatleben und die damit im Zusammenhang stehenden zwischenmenschlichen Beziehungen der Ermittler, deren Zahl schier unübersichtlich zu werden scheint. Pia Sander war mal mit einem Kollegen verheiratet (warum die Ehe scheiterte wird erläutert), der eine Koryphähe auf dem Gebiet der forensischen Pathologie ist und sich immer mit einem anderen Kollegen (mit dem sie aber nicht zusammen war oder ist!) in Kompetenzgerangel verstrickt, der neue Kollege Tariq Omari ist ein Schlaumeier, Bodenstein selbst hat ein extrem nerviges 7-jähriges Kind, das nervig ist, weil seine Exfrau einen etwas lockeren Erziehungsstil pflegt, Auch das Scheitern dieser Ehe wird beschrieben, ebenso seine nicht unkomplizierte Beziehung zu einer neuen Frau, die ebenfalls ein Kind hat, welches sehr eifersüchtig auf den neuen Mann in Mutters Leben ist. Bodenstein will sich deshalb demnächst ein Jahr Auszeit vom Job gönnen, was sich widerum ungünstig auf seine Karriere auswirken könnte, den die Kriminalrätin will ihm nicht garantieren, dass er nach einem Jahr Pause, die Abteilung wieder leiten kann, und so weiter und so fort. Uff.

Dieser Krimi ist die 8.Folge der Bodenstein/Sander-Reihe und ich frage mich wirklich, ob die Ermittler in JEDER Folge dermaßen detailgenau vorgestellt werden. Sicher ist es wünschenswert, dem Ermittlerteam ein paar Charaktere mit Wiedererkennungswert zuzuordnen, die nicht irgendeinem Klischee-Baukasten entsprungen scheinen, aber hier wird die Handlung mit Nebensächlichkeiten förmlich von vornherein erschlagen.

Das Buch hat mich nicht gepackt und hat mir auf den ersten 50 Seiten nicht ansatzweise den Eindruck vermittelt, ich würde einen Krimi lesen. Da ich es nicht zu Ende gelesen habe, vergebe ich keine Sterne. Vielleicht ist das ein Krimi für seeeeehr geduldige Leser, das bin ich nicht. Ein Krimi sollte schon auf den ersten Seiten zumindest ein wenig Spannung bieten.

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