Rezension

Das geheime Leben der CeeCee Wilkes

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Rezension von

Devona D, RezensentIn

Aktualisiert am 25.10.2016

Ich empfehle dieses Buch

Vielleicht

"Das geheime Leben der CeeCee Wilkes" ist eines dieser Bücher, aus dem man wahnsinnig viel hätte heraus holen können, da ein richtig guter Plot das Potential dafür hergegeben hat. Es liest sich durchaus unterhaltsam und leicht spannend nebenbei weg, lässt aber Tiefe und Glaubwürdigkeit -besonders am Ende- bedauerlicherweise vermissen. 

CeeCee ist 16 Jahre alt und seitdem ihre Mutter vier Jahre zuvor verstarb, wurde sie von Pflegefamilie zu Pflegefamilie gereicht. Nichtsdestotrotz ist sie ein liebes, nettes, zielstrebiges junges Mädchen geworden. Sie jobbt in einem Diner, teilt sich ein billiges Zimmer mit einem anderen Mädchen und spart für ein Studium. Bedauerlicherweise trifft diese Art Mädchen immer den falschen Typ, CeeCee ist da keine Ausnahme. Sie verliebt sich Hals über Kopf, wird von besagtem Typ auf alle nur erdenkliche Art manipuliert und befindet sich schlussendlich in einem Alptraum von Ereignissen, in dem sie zu Entscheidungen gezwungen wird, mit denen sie nicht nur aufgrund ihres jugendlichen Alters total überfordert ist und in deren Fortgang der Lebensweg mehrerer Menschen über viele Jahre betroffen ist und entscheidend verändert wird. Aus CeeCee Wilkes wird Eve Elliott. Und das leider auch so holterdipolter, dass es kaum glaubwürdig ist. Beispiel: die "Verabschiedung" von ihrer Zimmergenossin Ronnie. Bei der hätten alle Alarmglocken schrillen müssen, das war einfach nur lieblos dahin geschrieben, um die Geschichte weiter voran treiben zu können.

Für mich ging das Schlittern in die Beziehung mit Tim und das Ingangsetzen der folgenden Ereignisse viel zu schnell, verliebt hin oder her, nach nur 4 Wochen lässt sich Niemand auf eine derartige Sache ein. Und schon gar nicht dermaßen blauäugig. Die Charaktere sind schon in diesem frühen Teil des Buches sehr klischeebeladen, manche Handlungsstränge nicht wirklich plausibel. Das ändert sich im weiteren Verlauf leider auch nicht. 

Fein ausgearbeitete Charaktere, eine präzise ausgefeilte Handlung und vor Allem ein Ende, an dem nicht mal wieder alles, aber auch wirklich ALLES zu Friede-Freude-Eierkuchen hingebogen wird, damit der Leser auch ja zufrieden aus der Lektüre entlassen werden kann, hätten hier ein richtig tolles, anspruchsvolles Buch ergeben können, der Plot ist wirklich Klasse. Wem das reicht, der kann zugreifen. Bei einem Buch, wo es primär um Schuld, Rache, Vergebung, menschliches Fehlverhalten geht, kann es für mich kein wirklich befriedigendes Ende für ALLE geben, genau das ist aber hier der Fall. Mich hat es insgesamt nicht überzeugt, aber wie bereits erwähnt: es liest sich vom Schreibstil nicht schlecht und ist kurzweilig.

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